Es ging laut her, als Eltern, Schüler und Lehrer auf einer Kundgebung schulpolitische Versäumnisse der bayerischen Staatsregierung anprangerten. Ministerpräsident Beckstein ist ausgepfiffen worden.
Ein halbes Jahr vor der bayerischen Landtagswahl droht die Schulpolitik zum dauerhaften Zankapfel zu werden. Während Schüler, Eltern und Lehrer bei einer Demonstration in Nürnberg am Samstag deutliche Verbesserungen in der Bildungspolitik anmahnten und dabei auf die Unterstützung der Opposition aus SPD und Grünen bauen können, verteidigte Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) die Bildungspolitik als fortschrittlich.
Rund 2500 Menschen demonstrierten in Nürnberg gegen Mängel an Bayerns Schulen. (© Foto: dpa)
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"Wir können selbstbewusst sagen, dass Bayern von allen Bundesländern die beste Bildungspolitik hat", rief Beckstein den rund 2500 Demonstranten zu und erntete dafür gellende Pfiffe und Buh-Rufe.
"Bayerische Schüler haben einen Vorsprung vor den Kindern anderer Bundesländer", betonte Beckstein. Wer die Linie des Landes kritisiere, habe keine Ahnung oder sei "parteipolitisch motiviert".
Der Ministerpräsident bezeichnete die Veranstaltung als "linke Demonstration" und warf den Teilnehmern vor, sie würden ihn "unfair und unanständig" behandeln. Daraufhin entzog die Organisatorin Marianne Werzinger dem Ministerpräsidenten kurzfristig das Mikrofon, bis sich die Lage wieder beruhigt hatte.
Allerdings räumte Beckstein ein, dass Verbesserungen des Schulsystems notwendig seien. "Jawohl, wir haben zu große Klassen." Die Schülerzahl pro Klasse soll künftig an weiterführenden Schulen auf 30 Schüler, an Grundschulen auf maximal 25 Schüler beschränkt werden. Insgesamt würden 7500 zusätzliche Lehrer benötigt. In einem ersten Schritt sollen 2000 neue Lehrer eingestellt werden. "Und auch nach der Wahl werden jedes Jahr 1000 neue Lehrerstellen geschaffen", versprach der Ministerpräsident. Applaus erntete er für seine Ankündigung, die Hauptschulen zu erhalten und das achtjährige Gymnasium (G8) zu reformieren.
Die Kundgebungsredner prangerten schulpolitische Versäumnisse der bayerischen Staatsregierung an, darunter die überstürzte Einführung des G8. Sie fordern unter anderem kleinere Klassen, mehr Lehrer, eine späteren Übertritt an weiterführende Schulen, eine höhere Zahl von Ganztagsschulen sowie eine gründliche Überarbeitung des G8-Konzepts.
Zu der bayernweiten Bildungsdemo hatte ein breites Aktionsbündnis aus rund 30 Organisationen aufgerufen, darunter der Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), der Philologenverband und der Grundschulverband in Bayern sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die Landeselternvereinigung der Gymnasien, die Landesschülervereinigung und der Verband der bayerischen Schulpsychologen. Unter den Demonstranten waren auch der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Franz Maget, sowie seine Grünen- Amtskollegin Margarete Bause und Grünen-Chef Sepp Daxenberger.
- Bildungspolitik Becksteins Gegenoffensive 21.04.2008
- CSU auf Wählerfang Politik mit Lehrerstellen 04.04.2008
- G8 Druck auf Schulminister Schneider wächst 06.03.2008
(dpa/beu)
Rekord in Deutschland
Die neueste Antwort
liebe mütter und väter, von euren sprößlingen.
ihr seid diesen am nächsten. dann kommen die lehrer
und dann die politik, genau in dieser reihenfolge ...
lokalisten.de reinklicken, umblicken - meine kids deine kids, o weh -
der großteil strunzdumm und absolut keine erziehung, die nutzer dieser o.a. community welche sich mit alkoholwerbung zu profilieren versuchen bewegen sich meist in der altersklasse der 14 jährigen.
wenn daraus die zukünftigen macher dieses planeten werden sollen, gute nacht...
Die Aussage Becksteins "Wir können selbstbewusst sagen, dass Bayern von allen Bundesländern die beste Bildungspolitik hat" gilt bestenfalls für die Vergangenheit.
Das ganze Ausmaß des csU-Bildungsgemurkses ist derzeit sicher noch nicht nicht feststellbar.
Hatte man sich schon gefreut, daß man nicht mehr die geistigen Verwirrungszustände seines Vorgängers ertragen mußte, so enttäuscht Beckstein auch in dieser Hinsicht.
So hält er den Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), den Philologenverband und den Grundschulverband in Bayern für linke Demonstranten.
Daß mindestens 7500 Lehrerstellen fehlen, ist ein Indiz dafür, daß die bayerischen Schulen mutwillig unterversorgt werden.
Die G8-Katastrophe war absehbar, aber sachkundige Schulleiter die damals Kritik geübt hatten wurden auf unverschämte Art und Weise von der damaligen Kultusministerin Hohlmeier zur Schnecke gemacht.
Habe Ihren super Kommentar soeben mit Gut bewertet, aber der Rote Balken ist größer geworden.
Also Grün ist Rot und Rot ist Grün.
Zuerst wollte er die Protestkundgebungverhindern, indem er die Veranstalter der Nürnberger Protestkundegebung zu einer zeitgleichen Parallelveranstaltung in die Staatskanzlei einlud - hinter dicken Staatsgemäuern. Er selbst wollte sich dadurch der Einladung zur Nürnberger Protestkundgebung entziehen. Dazu hat er und die Staatskanzlei auch noch angegeben, der Termin für Becksteins Parallelveranstaltung wäre schon lange festgestanden, was völlig unglaubwürdig ist.
Als sich dann herausstellte, dass seine Parallelveranstaltung boykottiert werden würde und er seinen Dialog alleine führen kann, ist er zur Vermeidung dieser Blamage lieber nach Nürnberg gefahren. Dort wurde er wie schon so oft ausfällig - selbst die eigene CSU-Fraktion hat er schon als "Sauhaufen" bezeichnet und nur Alois Glück konnte einen Eklat gegen Beckstein gerade noch abwenden.
So wie für alle anderen CSUler ist auch für Beckstein die Meinung anderer absolut unerträglich. Jeder wird beschimpft, der es sich anmasst, eine eigene, andere Meinung zu haben. Mit Aussagen wie "Wer die Linie des Landes kritisiere, habe keine Ahnung oder sei "parteipolitisch motiviert" oder "linke Demonstration" hat sich der hilflose Beckstein vollends disqualifiziert. Wenn die Organisatorin Marianne Werzinger, die dem Ministerpräsidenten kurzfristig das Mikrofon entzog, ebenso charakterlich heruntergekommen wäre wie die meisten CSUler, hätte sie noch ins entzogene Mikrofon sagen müssen "So ein Rindvieh". Jedenfalls hat der CSU-Vize Ingo Friedrich einer Gabi Pauli, als diese den verfeigten Günther Beckstein wegen seiner Verfehlungen "Pauli zum Psychiater" stellte, zu unrecht das Mikrofon entzogen, wobei von Friedrich beim Zurücklehnen noch leise "So eine blöde Kuh"in dessen Mikrofon zu hören war. Wenn Beckstein anderen vorwirft, ihn "unfair und unanständig" zu behandeln, dann soll er mal sein eigenes Fehlverhalten und das von Ingo Friedrich bewerten.
So wie ihn Nürnberg, sollte es auch bei der Landtagswahl einen Protest geben und die CSU endgültig in die ewigen Jagdgründe geschickt werden. Solche Duckmäuser, die zuerst eine Veranstaltung aus wahltaktischen Gründen verhindern wollen, dann aber wegen der Blamage "Beckstein bei Parallelveranstaltung allein zu Hause in der Staatskanzlei" doch antreten und sich unmöglich machen, sind wegen Lüge und Täuschung unwählbar.
...das wird ein tiefer Fall. Die Vorgänge zeigen eindrucksvoll, wie weit die Politik von den Sorgen und Nöten der Bürger entfernt ist. Wer sein Wahlvolk derart behandelt, darf sich nicht wundern, wenn der Schuß nach hinten losgeht.
Paging