Stofffülle und dichte Stundenpläne haben das achtjährige Gymnasium (G8) in die Kritik gebracht. Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider sagt im Interview mit der Süddeutschen Zeitung erstmals, was sich ändern soll. An diesem Montag wird er darüber mit bayerischen Elternbeiräten diskutieren, am 8. April soll das Kabinett entscheiden.
SZ: Sie haben vergangene Woche dem Ministerpräsidenten Günther Beckstein Ihr G8-Reformkonzept vorgestellt. Unterstützt er Sie?
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Will den Unterrichtsstoff reduzieren: Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider (© Foto: AP)
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Siegfried Schneider: Mein Konzept ist auf große Zustimmung gestoßen.
SZ: Was schlagen Sie darin vor?
Schneider: Wir wollen den Stoff nochmals reduzieren, Kürzungen an der verpflichtenden Unterrichtszeit vornehmen sowie die Eigenverantwortung der Schulen in organisatorischen Fragen stärken, um Eltern, Schüler und Lehrer noch mehr in Entscheidungen einzubinden.
"Mehr Üben und Vertiefen"
SZ: Wo wird Stoff reduziert?
Schneider: In den meisten Fächern in allen Jahrgangsstufen wurde der Lehrplan nochmals mit dem Ziel überarbeitet, Detailwissen und Doppelungen zu vermeiden. Außerdem haben wir alles aus dem Lehrplan herausgenommen, was bereits jetzt nur fakultativ oder ergänzend vorgesehen war. Letztlich will ich, dass zwei Drittel der zur Verfügung stehenden Unterrichtszeit zur Stoffvermittlung ausreichen, und der Rest zum Üben und Vertiefen genutzt wird.
SZ: In den Lernfächern sollte umfangreicher gekürzt werden, blieb es dabei?
Schneider: Der Vorschlag sieht spürbare Kürzungen etwa bei Geschichte, Biologie, Physik und Geographie vor - bis zu einem Neuntel des Stoffs im Vergleich zum G9. Das entspricht in etwa der Unterrichtszeitverkürzung vom G9 auf das G8. Von einzelnen Fachvertretern werden die Kürzungen möglicherweise unterschiedlich bewertet. Deshalb werde ich den neuen Lehrplan zusätzlich von einer unabhängigen Stelle prüfen lassen, dem Institut für Qualitätsentwicklung in Berlin, das auch die bundesweiten Standards formuliert. Der Lehrplan soll dann zum nächsten Schuljahr in Kraft treten.
SZ: Wie stark werden Sie an die Stundentafel herangehen? Da die Kultusministerkonferenz (KMK) die wöchentliche Unterrichtspflichtzeit von der fünften bis zur zwölften Jahrgangsstufe auf 260 Jahreswochenstunden kürzte, haben Sie einen Spielraum von sechs Stunden.
Schneider: Ich werde die Möglichkeit nutzen, die der KMK-Beschluss eröffnet hat. Es wird einen klaren gesetzlichen Rahmen geben, wonach für die Schüler künftig 260 Wochenstunden über die acht Jahre hin verpflichtend sind. Zusätzliche Stunden bleiben ein freiwilliges Angebot. Es wird in die Verantwortung der einzelnen Schule gegeben, es mit allen Beteiligten abzustimmen.
SZ: Sind nun die Intensivierungsstunden zur individuellen Förderung nur noch ein freiwilliges Angebot?
Schneider: Es müssen laut KMK 260 verpflichtende Jahreswochenstunden fachlich zugeordnet sein. Darin können auch Vertiefungs- und Projektstunden enthalten sein; weitere Intensivierungsstunden sollen die Schulen künftig als freiwilliges Angebot machen können.
SZ: Dass die Intensivierungsstunden zur Spielmasse werden, wird die Eltern nicht erfreuen.
Schneider: Alle Lehrerstunden bleiben für die Schulen erhalten. Ob und wie sie genutzt werden, darüber entscheidet die Schule im Einvernehmen mit dem Schulforum, also mit Eltern, Lehrern und Schülern. Ich bin in dieser Frage mit der Landes-Elternvereinigung, dem Philologenverband und der Direktorenvereinigung in einem intensiven Dialog.
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Die neueste Antwort
@Hohn: nun, den Kommentar hat metropolenfan wohl noch verfasst, da diesbezüglich ein anderer Kommentar einen Angriff auf ihn beinhaltete. Aber nun wäre es wirklich schön, wenn wir wieder zum Thema zurück kämen.
Ihr Moderator
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@alle: noch mal kurz zur Erinnerung: hier geht es um das G8!
Bitte diskutieren Sie doch dieses Thema...
Ihr Moderator
Nachtrag:
Mir ist noch einfallen, weshalb Sie als "auf(rechter) Müchner" in die lateinische Messe gehen. Da muss man sich nicht mit christlichen Werten auseiandersetzen, gell ? Wie praktisch....
In die Messe zur Erbauung - okay, alles klar. Ich gehe zur Erbauung in die Oper, aber die kostet halt was. Jesus war wahrscheinlich auch nur so ein rot-grüner marxistischer Latzhosenfreak, oder ? Sie tun mir wirklich leid und dass ich nicht sarkastisch gemeint.
Paging