2015 erlöschen die Urheberrechte, dann darf jeder Hitlers "Mein Kampf" publizieren. Das Institut für Zeitgeschichte plant eine kritische Edition.
Auch um seine Tiraden nicht mehr anhören zu müssen, animierten Hitlers Haftgenossen in der Festung Landsberg ihn dazu, ein Buch zu verfassen. 1925 erschien der erste Band.
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Eine Erstausgabe von "Mein Kampf": Es soll bis 2015 auch eine kritische Edition geben. (© Foto: AFP)
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Seit dem Zweiten Weltkrieg macht "Mein Kampf" dem bayerischen Staat, dem die Alliierten die Rechte übertrugen, Verdruss: Mit wenig Erfolg hat man versucht, Neuauflagen des Buches im Ausland zu verhindern. Ende 2015 - siebzig Jahre nach Hitlers Tod - erlöschen die Urheberrechte, dann darf auch in Deutschland jedermann "Mein Kampf" publizieren.
Das Münchner Institut für Zeitgeschichte (IfZ) bemüht sich seit langem um die Erlaubnis, eine wissenschaftlich-kritische Edition des Buches herauszugeben. Das zuständige Finanzministerium hat zwar nichts dagegen einzuwenden, will aber bisher die Genehmigung für eine Publikation vor Ablauf der Urheberrechtsfrist nicht erteilen.
Udo Wengst, der stellvertretende Direktor des IfZ, hält das für kurzsichtig und das Finanzministerium für "störrisch": Je früher es eine kritische Edition gebe, die den Lesern Argumente gegen eine neonazistische Verklärung des Textes an die Hand gebe, umso besser sei es, sagt Wengst.
Jetzt hat das IfZ die Edition in Auftrag gegeben. Zwei Wissenschaftler wurden mit der Arbeit betraut: Edith Raim vom IfZ, derzeit Mitarbeiterin des Projekts "Die Verfolgung von NS-Verbrechen durch deutsche Justizbehörden seit 1945", und der Gymnasiallehrer Othmar Plöckinger, ein ausgewiesener Kenner der Materie: 2006 publizierte Plöckinger "Geschichte eines Buches. Adolf Hitlers 'Mein Kampf'".
Im IfZ hält man es für möglich, dass die Edition schon vor 2015 vorliegen könne. In dem Fall, so hofft man, werde das Finanzministerium seine Haltung nochmals überdenken. Wenn es nach Wengst ginge, würde die Edition von "Mein Kampf" ins Internet gestellt werden, sodass ein jeder sich kostenlos informieren kann.
(SZ vom 05.02.2010/segi)
Die neueste Antwort
Ich hatte ihre Einschätzung geteilt, daß das Buch eher in den Regalen verstaubte. Das war ja lange Jahre die gängige Meinung.
Doch inzwischen kommen die Historiker zu einer anderen Sicht.
"Eine Untersuchung im Jahr 2006 widersprach der lange herrschenden Meinung, Mein Kampf sei zwar weit verbreitet, aber wenig gelesen worden.[7] Obwohl das Buch schlechte Kritiken erhielt, die Frankfurter Zeitung titelte beispielsweise Erledigung Hitlers, fand es beispielsweise große Resonanz in Feuilletons und auch der evangelischen Kirche. Das Interesse an dem Buch wird dadurch bezeugt, dass es schon vor der Machtergreifung und kostenlosen Verteilung 241.000 mal verkauft worden war und auch die Exemplare in Bibliotheken sehr gefragt waren."
WIKI.
Die bisherige Einschätzung, das Buch verstaubte nur in den Regalen, gilt wohl als überholt. Das Buch wurde tatsächlich oft gelesen. Es wurde auch so weit ich weiß auf Staatskosten verschenkt. Bei Wiki steht, es wurde auf Standesämtern jungen Ehepaaren verschenkt. *würg* Fragt sich nur ob die sich bei der Gülle dann nen Ast gelacht haben, oder den Mist geglaubt haben.
Das Buch hätte der Gröfaz lieber als "Mein Krampf" betiteln sollen.
Ich hatte das Buch mal mit 14 in den Händen und schon da wurde mir angesichts der darin manifestierten, abgrundtiefen Dummheit nur noch schlecht.
Daß der Hitler einen Oberknall hat, hätte eigentlich der Leser damals vorher schon wissen können, bevor die Schei**e anfing. Dumm gelaufen, daß den kleinen zornigen Mann keiner so recht erst genommen hat.
Längst hätte es im Rahmen der schulischen Ausbildung auszugsweise im Lehrplan einen festen Platz haben sollen.
Dieses Geschreibsel entzaubert den "Grefreiten" schneller als ein Windhut laufen kann...Wäre er doch nur Maler geworden.
sind bis auf wenige Ausnahmen ebenso unlesbar.
Aber wenn man politisch "Korrekt" sein will hat man diese Exemplare "selbstverständlich in der Bücherwand stehen. Ohne sie jemals gelesen zu haben.
Wir haben das Buch von einem verstorbenen Onkel
geerbt, es war im Nachlass vorhanden. Natürlich habe ich
versucht, es aus Neugier zu lesen und kann nur einen
meiner Vorkommentatoren voll und ganz zustimmen:
Das Buch ist "unlesbar" (wahrscheinlich stand es im
Dritten Reich bei allen im Schrank, aber keiner hat's
gelesen) - auch ich musste nach wenigen Seiten aufgeben,
denn der Inhalt soll zwar in deutsch geschrieben sein, ist
aber völlig unverständlich - jeder "Schwälbchen-Roman" ist
logischer).
Warum man sich die Mühe machen will und dafür Geld
ausgeben, den Schmarrn überhaupt "kritisch" zu kommen-
tieren, ist mir schleierhaft - es ist totale Geldverschwendung
oder einfach "literatur-wissenschaftliche" l'art pour l'art!
Paging