Eine vorverlegte Schuldfragen-Debatte gehört zum politischen Geschäft. Doch die Vorwürfe, Bundeskanzlerin Merkel kämpfe zu wenig für Schwarz-Gelb, ist ein Akt der Dreistigkeit.
Zu den untrüglichen Zeichen für wachsende politische Nervosität gehört die vorverlagerte Schuldfragen-Diskussion. Wenn eine Sache schiefzugehen droht, soll damit rechtzeitig die Verantwortung anderen zugeschoben und von eigenen Fehlern abgelenkt werden.
CSU-Chef Horst Seehofer mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) (© Foto: dpa)
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Die CSU beherrscht die Disziplin, mit Unschuldsmiene auf andere zu zeigen, ziemlich gut. Jetzt aber zu beklagen, die erhoffte Mehrheit für Schwarz-Gelb könne verfehlt werden, weil die Kanzlerin zu wenig dafür kämpfe, ist ein Akt der Dreistigkeit.
Zweifelsohne führt Angela Merkel einen lauen Wahlkampf, der nur ein Ziel hat: dass sie Kanzlerin bleiben kann. Und richtig ist auch, dass Merkel persönlich kein Problem damit hätte, weiter mit der SPD als Juniorpartner zu regieren. Aber wenn jemand das schwarz-gelbe Projekt madig gemacht hat, war es die CSU.
Seit Wochen prügelt sie bei jeder Gelegenheit auf die FDP ein. Das hat zwar eine lange Tradition, denn schon zu Zeiten von Franz Josef Strauß waren die Liberalen der CSU ein Dorn im Auge.
Politisch ist es jedoch nicht besonders klug, im Wahlkampf vor allem den möglichen Partner unter Feuer zu nehmen und damit die Frage aufzuwerfen, warum man eigentlich mit ihm regieren will.
Sollte es allerdings erneut nicht für eine schwarz-gelbe Mehrheit im Bund reichen, könnte der Konfliktkurs der CSU doch noch Dividende bringen. Denn dann müsste sich die Union strategisch neu ausrichten und andere Bündnisoptionen ausloten.
CSU-Chef Horst Seehofer wäre dabei in einer kommoden Position. Er könnte die von Streitsucht geprägte Koalition mit der FDP in Bayern vorzeitig beenden und seine Fühler nach einem neuen Partner ausstrecken. Zum Beispiel nach den Grünen.
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(SZ vom 16.09.2009/bica/odg)
Wirbel um Obama-Biographie
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Verworren und verquast, wie so gut wie alles, was von Seehofer kommt.
pira26 wollte doch nur mal ein neues pseudonym ausprobieren!
Oha, da wird also schon die Kritik an Merkels Wahlkampf als "Dreistigkeit" bezeichnet.... Aber wenigstens wird auch geschrieben, das dieser Wahlkampf von Frau Merkel der "Lahmste" seit Jahrzehnten ist
Was für ein Wunder: Frau Merkel tut in diesem Wahlkampf genau dass was sie in den letzten 4 Jahren gemacht hatte: Sie wartet ab - bis sich eine Meinung etabliert hat und dann wir ein entschiedenenes "Ja, vielleicht ausgestossen"
Aber Frau Merkel kann ja auch ganz anders: Da wird entschieden, was für alle Ewigkeit nun Staatsräsion laut ihrer hochgeschätzten Meinung zu sein hat, da wird eine Freundschaft zu einem anderem Staat als unverbrüchlich und gar bedingungslos bezeichnet. Nun ja und Frau Merkel dürfte wohl die erste politkerin gewesen sein, die den Papst öffentlich ermahnt, kritisiert oder sogar abgewatscht hat. Was für eine klare Kannte!!! Vom zentralrat wurde sie hierfür ausdrücklich gelobt - das ist vermutlich auch ein Grund, warum Frau Merkel in Teilen der Presse immer als so unendlich beliebt dargestellt wird.
Oder finden die Bundesbürger, den Krieg in Afghanistan, der nun von Frau Merkel unlängst zur Chefsache erklärt wurden spontan so grossartig? Oder sind es die Kürzungen bei Hartz IV, die Einsparungen bei Bildung, Polizei und Infrastruktur die Frau Merkel diese enormen Sympathiewerte bescheren.
Ach ja da war ja auch noch die OPEL Rettung.... Das heisst Milliarden und keine Vertäge. Na ja, man kann ja ein paar Streetworker entlassen oder einige Polizei Reviere mehr schliessen - das bischen Jugendgewalt stört ja kaum.
...daß "hinterf***ig" zum normalen bayerischen Umgangston gehört, und auch schon von Kindern benutzt wird. Wir Norddeutschen würden stattdessen wohl "schlitzohrig" sagen. Also, übertreiben Sie es nicht etwas mit der political correctness???
Nahezu alle Beobachter sind sich einig - das ist der lahmste Wahlkamp seit Jahrzehnten. Und, auch darüber besteht Konsensus, dies liegft zum großen Teil and Angela Merkel, die alle Auseinandersetzungen konsequent vermeidet, und praktisch keine klaren Stellungnahmen zu Sachthmen abgibt. Dies zu kritisieren, ist keine "Dreistigkeit", sondern sollte in einer Demokratie selbstverständlich sein!
Dreist ist nur die an den Haaren herbeigezogene Verteidigung der Ausweichpolitik Merkels duch Herrn Fahrenholtz. Frechheit!
Paging