Lackl
Nicht immer verbindet die Krisenmanager Angela Merkel und Nicolas Sarkozy eine innige Zuneigung. Auf dem politischen Parkett führt sich der Franzose manchmal wie ein Lackl auf, also barsch und rücksichtslos. Das verwundert nicht, weil ja schon der erste Lackl der Weltgeschichte ein Franzose war. Der Urheber des Schimpfworts soll der General EzéchieldeMélac (1630-1704) sein, dessen Truppen 1688/89 die Pfalz verwüstet und dabei auch das schöne Heidelberg zerstört haben. Da er äußerst brutal zu Werke ging, liegt es nahe, dass Mélac, der unter anderem in Karl Mays Roman Die Liebe des Ulanen erwähnt wird, ein grober, unverschämter, ungeschliffener Kerl war, also ein Lackl.
Weiter heißt es, er habe große Hunde mit sich geführt. Insofern könnte das Wort Lackl auch von dessen Hunden herrühren, denn im Bairischen wurden einst auch Metzgerhunde als Lackln bezeichnet. Manche führen das Schimpfwort indessen auf den Lakai zurück, was aber eher unwahrscheinlich ist. Im Ernstfall wird das Schimpfwort gerne mit einem Adjektiv angeschärft: So ein gscherter Lackl!
Bild: AFP17. Dezember 2012, 13:26 2012-12-17 13:26:00