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Kratzers Wortschatz

Sparifankerl

Der Advent ist geprägt von der Koexistenz guter und finsterer Mächte wie etwa dem Nikolaus und dem Krampus. Zu den adventlichen Schreckgestalten gehören neben dem Krampus auch die Sparifankerl, die am zweiten Adventssonntag die Besucher des Münchner Christkindlmarkts erschreckt haben.

In der bairischen Sprache gilt das lustige Wort Sparifankerl als ein Synonym für den Teufel. Niemand weiß jedoch genau, wo der Name herkommt. Der alte Schmeller bringt ihn mit Spadi in Verbindung, einem Begriff aus der Kartenspielkultur.

Auch Anthony Rowley, Schriftleiter des Bayerischen Wörterbuchs, schließt nicht aus, dass der Name von einer italienischen Spielkarte abgeleitet ist. Überdies hält er eine Verbindung zum italienischen sparite (verschwinde!) für möglich. In diesem Fall hieße Sparifankerl: verschwinde Teufel!  

"Stets zu Unfug aufgelegt"

Im Schimpfwörterbuch von Aman wird Fankerl als "unruhiger, allzu lebhafter junger Mensch" beschrieben, "der stets zu Allotria, Unfug aufgelegt ist". Aman führt das Wort auf das mittelhochdeutsche Valant (Teufel) oder Vanz (Schalk) zurück.

Der Schalk begleitete in den 70er und 80er Jahren auch eine Münchner Krautrock-Band namens Sparifankal, deren bayerisch-anarchistische Klänge auf Platten wie "Bayern-Rock" (1976) und "Huraxdax Drudnhax" (1978) nachzuhören sind.

Auch die Biermösl Blosn sang ein Sparifankerl-Lied: "Hoaz Sparifankerl, hoaz Sparifankerl, des gibt a saftigs Bischofsschmankerl, hoaz nur fest ei, fest ei, der Brotn der werd fei" - das heißt: Sparifankerl, heiz den Ofen ein, dann wird der Braten fein!

Bild: Alessandra Schellnegger

17. Dezember 2012, 13:26 2012-12-17 13:26:00

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