Bissgurrn

Die Schauspielerin Marianne Lindner hat vergangene Woche ihren 90. Geburtstag gefeiert. Auch der Bayerische Rundfunk würdigte dieses Jubiläum und sendete auf seiner Homepage "Glückwünsche an eine liebevolle Bissgurrn". Bekannt geworden ist Frau Lindner durch den Komödienstadel, in dem sie oft herrische und bigotte Frauen darstellte, die Haare auf den Zähnen hatten und in Bayern Bissgurrn genannt werden.

Anderswo werden solche Frauen auch als stutenbissig beschrieben. Tatsächlich hießen die Stuten im Mittelalter Gurren. Im Wörterbuch von Schmeller (1837) lesen wir dementsprechend "Gurr, Gurren, schlechte Stute; liederliche Weibsperson."

Gerhard Polt beschreibt in seinem Buch "Hundskrüppel" die Tante seines Spezls Helmut als Bissgurrn. Wenn Freunde den Helmut besuchen wollten, machte sie laut Polt die Tür einen Spalt weit auf und geiferte: "Der Helmut is ned da und er kimmt a ned, da braucht's gar ned läutn und a keinen Dreck reintragen." Der Helmut war natürlich schon da.

Bild: dpa 17. Dezember 2012, 13:262012-12-17 13:26:00 © SZ/infu/ahe