Kratzers WortschatzWarum der Schmarrnbeni mitunter dummes Zeug redet

Ein jeder von uns redet bisweilen gern mal ein bissl daher. Für solche, die das permanent tun, hat das Bairische ein passendes Wort.

Schmarrnbeni

Kollegin A. ist in vielen Sprachen zuhause. Wenn sie der Grant packt, dann rutschen ihr sogar bairische Wörter heraus. Neulich hat sie einem Kollegen widersprochen, wobei sie ihre Kritik mit dem Begriff "Schmarrnbeni" abrundete. Das Schöne am bairischen Idiom ist, dass oft mit einem einzigen Wort alles gesagt ist. Das Wort Schmarrnbeni klingt auch noch lustig, weshalb es aufkeimende Hitzigkeiten umgehend dämpft.

Im Schmarrnbeni steckt der Begriff Schmarrn. Das ist eine meist süße Mehlspeise, die im Schmer, also im Fett hergestellt wird, und zwar aus Mehl, Milch und Eiern. Dass Schmarrn überdies eine unsinnige Äußerung bezeichnet, hängt wohl mit der Banalität dieses Gerichts zusammen. Es wurde häufig gering geschätzt, eben weil es dauernd aufgetischt wurde.

So ein Schmarrn! Das heißt: Das ist minderwertig, ohne Wert. Beispielhaft zitiert wurde der Schmarrn von Luise Kinseher, die als Mama Bavaria auf dem Nockherberg 2012 zu Horst Seehofer sagte: "Manchmal könnte ich dich an die Wand klatschen, Horst! Du mit Deinem Schmarrn. Jede Woche was Neues. Und nur Kas!" Einer, der einen Schmarrn redet, ist ein Schmarrer oder ein Schmarrnbeni, wobei Beni die Koseform des Namens Benedikt ist. Der frühere Papst Benedikt ist kein Schmarrnbeni. Er hat so gut wie nie einen Schmarrn dahergeredet, mögen seine Vorträge auch nicht immer von allen verstanden worden sein. Weitere Synonyme für Schmarrnbeni sind Schmarrnbrenner und Schmarrnkiwe (-kübel).

Bild: Robert Haas 20. November 2017, 16:122017-11-20 16:12:16 © SZ vom 23.05.2017/vewo/bhi/axi