Konflikt mit Radfahrer Prügelnder Ex-Polizeichef beschäftigt erneut Justiz

Vom Dienst suspendiert: Rudolf M. (Mitte) hatte einen stressigen Volksfesteinsatz hinter sich, als er beim Streit mit dem 15-Jährigen die Nerven verlor.

(Foto: dpa)

Er wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er auf der Wache einen Jugendlichen schlug: Nun beschäftigt der ehemalige Polizeichef von Rosenheim erneut die Justiz. Diesmal geht es um einen Konflikt mit einem Radfahrer.

Der vom Dienst suspendierte Polizeichef von Rosenheim, der im November wegen Schlägen auf einen Jugendlichen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden ist hat erneut die Justiz beschäftigt. Am Mittwoch ging es vor dem Amtsgericht Rosenheim um einen Konflikt zwischen der Polizei und einem Radfahrer.

Der Freistaat als Dienstherr des Ex-Polizeichefs forderte 1355 Euro von einem 26-Jährigen zurück. Dieser war im Mai 2011 über eine rote Ampel gefahren. Der damalige Polizeichef beobachtete nach eigener Darstellung den Regelverstoß und rief "Halt, Polizei!"

Als der Radler nicht reagierte, blockierte der Beamte den Weg und zog ihn vom Rad. Beide stürzten und verletzten sich leicht.

Der Radfahrer hingegen behauptete, der Polizist sei plötzlich auf die Straße gesprungen und habe ihn umgerissen. Der Freistaat forderte nun die Behandlungskosten des Beamten zurück sowie 903 Euro Dienstausfall und 76 Euro für Kratzer am Ehering.

Die Klage wurde abgewiesen, nach Angaben einer Gerichtssprecherin mit der Begründung, das Vorgehen des Polizisten sei unverhältnismäßig gewesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.