In Gilching hat sich Manfred Walter (SPD) im zweiten Wahlgang gegen Michael Hauser (CSU) durchgesetzt.
Ergebnis der Stichwahl
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Gewählt: Manfred Walter (SPD): 58,58 % Unterlegen: Michael Hauser (CSU): 41,42
Wahlergebnis:
CSU: Michael Hauser: 29, 95 % SPD: Manfred Walter: 29,85 %
Gilchinger geben Thomas Reich den Laufpass -
Bürgermeister wird abgewählt - Michael Hauser (CSU) und Manfred Walter (SPD) in der Stichwahl
Nach zwölf Jahren an der Macht geht die Ära des Gilchinger Bürgermeisters Thomas Reich (FWG) überraschend zu Ende. Der 48-Jährige unterlag gestern Abend deutlich seinen Konkurrenten Michael Hauser (CSU) und Manfred Walter (SPD), die in der Stichwahl um den Rathaussessel in Gilching kämpfen.
Hauser geht mit einem hauchdünnen Vorsprung von sechs Stimmen gegen den Sozialdemokraten ins Rennen. Beide Kandidaten erreichten 29,9 Prozent der Stimmen, Reich nur 25,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,4 Prozent.
Mit 8,6 Prozent errang der Grünen-Spitzenbewerber Peter Unger einen Achtungserfolg, ebenso Thomas Strobl von der neuen Gruppierung "Bürger für Gilching" (BfG) mit 6,3 Prozent. Mit seinem schlechten Abschneiden hatte Reich nicht gerechnet, der sich noch am Sonntagnachmittag "gedämpft optimistisch" geäußert hatte.
Die Quittung erhielt der Rathauschef offenbar für seine konsequente Haltung als Befürworter einer Ausweitung des Flugbetriebs auf dem Sonderflughafen Oberpfaffenhofen. "Dieses beherrschende Thema brach mir wohl das Genick", meinte Reich konsterniert, der inzwischen sein Jacket abgelegt hatte. Neben ihm stand FWG-Fraktionschef Georg Krieg und bilanzierte trocken: "Wir haben gute Politik gemacht, was die Wähler nicht akzeptiert haben."
Während sich Reich erst spät im Foyer des Rathauses blicken ließ, freute sich der 34-jährige CSU- Kandidat Hauser als politischer Neueinsteiger über das Ergebnis.
"Es hat sich ausgezahlt, mehr als tausend Haushalte besucht zu haben", sagte Hauser der SZ. In Geisenbrunn habe er sogar 80 Prozent der Familien besucht. Dennoch zeigte sich der Anwärter nicht ganz zufrieden. Denn er habe nicht mit dem hohen Stimmenanteil des SPD-Kandidaten Walter gerechnet.
Als dieser im Rathaus erschien, lief er seinem nun direkten Konkurrenten von der CSU in die Arme. Sie gratulierten sich gegenseitig zum Wahlsieg gegen Reich - was einige Besucher mit dem Spruch kommentierten: "Wir wollen aber keine große Koalition."
Walter kündigte selbstbewusst an, nun auch Bürgermeister werden zu wollen. "Denn ich habe dazu die Fachkompetenz und bin zudem in der Gemeinde verwurzelt", meinte er. Die Abwahl von Reich habe ihn übrigens nicht überrascht. Zufriedenen war Peter Unger.
Der Grüne sagte, dass Reich kein Gespür bei der Flughafen-Frage bewiesen habe und für seine "selbstherrliche Amtsführung" bestraft worden sei. Stephan Ebert (BfG) sagte für den erkrankten Kandidaten Strobl: "Das Hauptziel mit einem Wechsel an der Rathausspitze haben wir erreicht."
(SZ vom 03.03.2008)
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