Das bundesweit strengste Rauchverbot hat nur ein Jahr gehalten: CSU und FDP einigten sich darauf, die rigorosen Regeln im Freistaat zu lockern.

Nach nicht einmal einem Jahr steht das strikte Rauchverbot in Bayerns Gastronomie unmittelbar vor dem Aus: CSU und FDP wollen das Rauchen in Einraumkneipen sowie in Nebenräumen von Gaststätten wieder erlauben.

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Die Übergangsregelung wird offenbar zur Dauerregelung: CSU und FDP haben sich darauf geeinigt, dass das Rauchen in Bierzelten erlaubt bleibt. (© Foto: dpa)

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Darauf hätten sich beide Parteien in ihren Koalitionsverhandlungen am Mittwoch verständigt, sagte der designierte CSU-Chef und Ministerpräsident Horst Seehofer nach dem Treffen in München.

Auch in Bierzelten soll das in diesem Jahr nur übergangsweise genehmigte Rauchen dauerhaft erlaubt bleiben - das Rauchverbot auf dem Oktoberfest im kommenden Jahr ist damit vom Tisch. Einzelheiten soll ein Gesetz regeln, das CSU und FDP nach Bildung einer Koalition auf den Weg bringen wollen.

In öffentlichen Gebäuden bleibt es dagegen verboten. Seehofer sprach von einer "sauberen Regel, die den Gesundheitsschutz mit der Lebensrealität versöhnt", FDP-Landeschefin Sabine Leutheusser- Schnarrenberger von einem "ausgewogenen Nichtraucherschutz". Einzelheiten würden im Gesetzgebungsverfahren geklärt, hieß es.

Das bundesweit strengste Rauchverbot war am 1. Januar in Kraft getreten. Seither darf in allen öffentlichen Gebäuden sowie Restaurants nicht mehr geraucht werden, auch nicht in Nebenräumen von Gaststätten.

Lockerung statt Lücke im Gesetz

Tausende Wirte nutzen allerdings eine Lücke im Gesetz, wonach in geschlossenen Gesellschaften weiter geraucht werden darf, und haben sich zu "Raucherclubs" erklärt. Die CSU hatte das Verbot schon einmal gelockert: Nach den Verlusten bei den Kommunalwahlen im Frühjahr wurden Bierzelte für ein Jahr von der Regelung ausgenommen.

Seehofer sagte, eine klare Regelung sei besser als ein Gesetz, das umgangen werden könne. Man könne ja nicht ernsthaft von wirksamem Gesundheitsschutz reden, wenn es in der Praxis massenhaft Raucherclubs gebe und das Gesetz so umgangen werde.

"Da sind mir klare, in der Praxis durchführbare Regelungen wesentlich lieber." Er betonte, CSU und FDP wollten nicht den Gesundheitsschutz aufweichen, sondern eine für die Praxis taugliche Lösung finden.

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(dpa/AFP/hai)