Kloster Ettal Vatikan rehabilitiert Abt und Prior

Nach dem Missbrauchsskandal von Ettal steht die zurückgetretene Führung des Klosters vor der Rückkehr in ihre Ämter. Eine vatikanische Prüfungskommission hat beide entlastet.

Viereinhalb Monate nach ihrem Rücktritt wegen des Missbrauchsskandals im oberbayerischen Benediktinerkloster Ettal kommt eine vatikanische Prüfungskommission zu dem Ergebnis: Die frühere Führung des Klosters hat bei der Aufklärung des Missbrauchsskandals keine Fehler gemacht. Damit stehen der frühere Abt Barnabas Bögle und der ehemalige Prior und Schulleiter Maurus Kraß vor der Rückkehr in ihre Ämter.

Kloster Ettal: Eine vatikanische Prüfungskommission hat die zurückgetretene Führung entlastet.

(Foto: ap)

Das Kloster teilte mit, der Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Ordensleute, Kardinal Franc Rodé, habe in einem Brief geschrieben, dass einer Neuwahl der beiden nichts entgegenstehe. Damit bestätigten die Benediktiner einen Bericht der Zeitung Die Welt.

Die Apostolische Visitation im März ergab dem Kloster zufolge, "dass keiner der beiden die Meldepflicht verletzt hat, die die diözesanen Leitlinien bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch vorschreiben". Vielmehr habe "Abt Barnabas alles getan hat, was von der Sache her geboten war".

Auf Druck des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx hin waren Bögle und Kraß im Februar von ihren Ämtern zurückgetreten. Ihnen war vorgeworfen worden, Missbrauchsfälle und Verdächtigungen im Kloster vertuscht zu haben. Auch Marx und der Münchner Generalvikar Peter Beer hätten bei der Visitation versichert, dass sie weder gegen Bögle noch gegen Kraß persönliche Bedenken hätten und sich vorstellen könnten, dass diese wieder in ihre Ämter gelangen, hieß es weiter.