CSU und FDP streiten sich über den Kauf der CDs mit Daten mutmaßlicher Steuersünder. CSU-Generalsekretär Dobrindt ist dafür.
Mit scharfen Worten streiten CSU und FDP in Bayern über einen Kauf von CDs mit Daten mutmaßlicher Steuersünder. Er sei dafür, sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt der SZ: "Im Interesse der ehrlichen Steuerzahler, die redlich auf Euro und Cent ihre Steuern entrichten, müssen Steuerhinterzieher erwischt werden." Nähme der Staat "nicht alle rechtsstaatlichen Maßnahmen gegen Steuerhinterzieher" wahr, würde er sich einer Unterlassung schuldig machen. Bayern prüft zurzeit den Ankauf von mindestens einer Steuer-CD. Der FDP, die diesen ablehnt, unterstellte Dobrindt indirekt, dies nur auf Druck der Bundespartei zu tun.
Bild vergrößern
CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt (© Foto: ddp)
Anzeige
Am Mittwoch hatte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) ein bundesweit einheitliches Vorgehen gefordert. In einem Brief an Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) plädierte er dafür, den Ankauf dem Bundeszentralamt für Steuern zu überlassen. Dobrindt nannte dies "ein billiges Ablenkungsmanöver, weil Herr Zeil sich aus der Verantwortung stehlen will". Eine Bundesregelung sei überflüssig, da der Bundesfinanzminister die Rechtsstaatlichkeit eines Ankaufs von Steuer-CDs bereits bejaht habe. "Herr Zeil fürchtet wohl, dass er Druck aus der FDP bekommt, wenn Bayern die Steuer-CDs kauft", mutmaßte Dobrindt. Zeil hatte das ebenfalls schwarz-gelb regierte Baden-Württemberg als Vorbild genannt. Da die FDP dort den Kauf einer Steuer-CD blockierte, hatte die Regierung den Ankauf dem Bund überlassen.
In Bayern hat Seehofer hingegen verfügt, die Entscheidung obliege allein dem Finanzminister. Damit wollte er verhindern, dass das Kabinett oder gar der Landtag mit der Frage befasst wird, was Querelen mit der FDP nach sich gezogen hätte. Bayern wurden bislang offenbar drei CDs angeboten, von ihnen ist vor allem eine für die Fahnder interessant. Sie enthält Daten von angeblich 1500 Personen, die Geld in Luxemburg vor dem Fiskus versteckt haben sollen. Dobrindt gab als Parole aus: "Der Ehrliche darf nicht der Dumme sein." Zeil hingegen hatte argumentiert, er sei generell dagegen, kriminell erworbene Daten zu kaufen.
- Steuer-CD Milliardensegen - und neue Probleme 21.04.2010
- Brisante Steuer-CD Geheimnisvoller "Informant" wünscht sich Diamanten 08.04.2010
- Credit Suisse Wir müssen leider draußen bleiben 22.03.2010
- Steueranwalt Brender "Der Staat macht bitteren Ernst" 12.03.2010
- Umstrittene Steuer-CD HSBC-Bank räumt Datendiebstahl ein 11.03.2010
- Steuer-CD in Baden-Württemberg SPD zeigt Mappus an 03.03.2010
(SZ vom 12.03.2010/dmo)
Probleme beim Berliner Flughafen lange bekannt
Die neueste Antwort
ich möchte nur soviel sagen .bis das geklärt ist sind alle beweismittel weg .die gesetzgebung in deutscland müßte sich ändern ,dass man flexibel reagieren kann ,ohne sich durch unendliche anträge zu arbeiten . die cd zu kaufen finde ich geldverschwendung .fragt den cd - anbieter oder ist der nicht mehr im lande .auch das anbieten solcher daten könnte man als krimminell betrachten .
Wer hier mit dem Argument "Hehlerware" versucht, diese Sache als kriminell darzustellen, übersieht, dass gerade die Polizei immer wieder auf "Zwischenhändler" oder "Beweismittel" zurückgreifen muß, die durch einen Mittelsmann überbracht werden.
Gerade im Drogengeschäft werden Informanten eingesetzt!
Das ist ganz legal!
Also - sofort die CD kaufen und die Steuerhinterzieher vor den Kadi ziehen!
Da bin ich mit Dobrindt einer Meinung!
Ich zitiere Alexander Dobrindt:
" Nähme der Staat "nicht alle rechtsstaatlichen Maßnahmen gegen Steuerhinterzieher" wahr, würde er sich einer Unterlassung schuldig machen.
Entschuldigung, Informationen über Steuersünder auf einem Datenspeicher von einem Kriminellen zu Kaufen sind keine rechtstaatlichen Massnahmen, sondern Kauf von Hehlerware.
Und dies ist in einem Rechtsstaat verboten und wird strafrechtlich verfolgt.
Nur wer wird den Staat anzeigen, wenn er bestimmt was Recht und Unrecht ist? Willkommen in der Bananenrepublik Deutschland!
Ein Banker verdient sich mit einer kleinen Indiskretion selbst den goldensten Handschlag... Und wir Normalbürger?
Wenn ich den selben Banker für´s Falschparken anzeige - dann bekomme ich nicht mal einen Cent. Und das obwohl das doch absolut im Sinne aller ehrlichen Richtig-Parker wäre...
Ach ja... Und wer hat eigentlich der Presse gesteckt daß Frau Käßmann besoffen Auto gefahren ist...
Also wenn ich mal ruhig über die Sache nachdenke... dann halte ich es auch eher mit der Position der FDP. Und das obwohl sich meine Geschäftsbeziehung mit der Schweiz mit dem gelegentlichen Kauf einiger Scheiben Käse erschöpft.
Natürlich ist die FDP dagegen - es dürften ja wohl auch hauptsächlich ihre Wähler auf dieser CD zu finden sein. Also wie gehabt: Lobbypolitik!
Paging