Mit ihrer Ankündigung, für den CSU-Vorsitz zu kandidieren, macht Gabriele Pauli dem scheidenden Edmund Stoiber zum Abschied noch einmal das Leben schwer.
Gabriele Pauli hat es wieder einmal geschafft: Eigentlich wollte der bayerische Ministerpräsident und Noch-CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber am Freitagmittag die Aufmerksamkeit der Medien in Bayern ganz auf sich ziehen.
Gabriele Pauli steht wieder einmal im Mittelpunkt des Medieninteresses (© Foto: dpa)
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Auf der Nürnberger Kaiserburg hatte er zu einem Empfang für die Mannschaft des 1. FC Nürnberg, die im Juni deutscher Pokalsieger wurde, eingeladen. Doch die Kameras in Franken schwenkten wieder einmal auf die Fürther Landrätin.
Im 20 Kilometer Luftlinie entfernten Zirndorf, Paulis Wohnort und Sitz des Landratsamtes, kündigte sie eine Erklärung dafür an, weshalb sie jetzt sogar Stoibers Nachfolge als Parteivorsitzende werden möchte. Ihre Kandidatur hatte die 50-Jährige überraschend am Donnerstag angekündigt.
Beim Parteiestablishment war sie einhellig abgeblitzt. Im Hotel "Goldener Löwe" am Hauptmarkt von Zirndorf wolle sie trotzdem begründen, warum selbst eine als aussichtslos eingestufte Kandidatur Sinn macht.
Noch vor Beginn der Pressekonferenz hatte Stoibers designierter Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten, Günther Beckstein, Paulis Bewerbung als sinnlos abgetan. Für ihn steht fest, dass Erwin Huber das Amt im Herbst übernehmen werde.
(sueddeutsche.de)
Rekord in Deutschland
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Madla lass es sein!
@ DerWeisseWal:
Sie haben vollkommen Recht. Allein, daß Sie den Mut hat ihr demokratisches Recht wahrzunehmen und gegen den Postenklüngel anzutreten, ist eine enorme Leistung innerhalb der CSU in Bayern in der Duckmäuser, die sich mit Brotkrümeln zufrieden geben, gnädig von der Führung belohnt werden. Seit Jahrzehnten werden im Parteikarrierensystem rückratlose Opportunisten gezüchtet, die im Schatten ihrer Mentoren auf der Lauer liegen und jetzt, wo jemand wie Frau Pauli an den Konventionen rüttelt, aufgeschreckt und geblendet die Frischluft nicht verkraften können. Und die CSU-FRauen, die Pauli angehen, sind ein Haufen von Neider/innen, die jahrelang dankbar die von der Parteiführung dargereichten Brosamen aufgenommen haben und es nicht ertragen können, daß da eine attraktive Frau mit Hirn innerhalb der CSU noch aufrecht gehen kann und das System ins Wanken bringt. Wie groß müssen da Angst und Neid sein?
Na ja, die bisherigen Postenträger innerhalb der CSU haben sich, angepaßt wie sie sind, nicht sonderlich bezüglich der Barteibasis hervorgetan. Zu Recht fürchtet man um den möglichen Verlust von vermeintlichem Einfluß und Posten, sollte die Parteiführung ein moderneres Antlitz bekommen, welches den CSU-Wählern wieder gerecht wird.
An die CSU-Frauen: Die Hand, die einen füttert, beißt man bekanntlich nicht. Aber um der eigenen Wertschätzung willen wäre es an der Zeit, über den eigenen Schatten zu springen und wieder den aufrechten Gang zu erlernen. Die Chance wurde von Frau Pauli eröffnet. Es liegt ganz an Ihnen, ob Sie weiterhin bedeutungslos sein möchten oder wirklich an der Zukunft Bayerns aktiv mitgestalten werden.
Sie schreiben:
"hoffentlich sieht sie nach der Wahl, bei der Sie praktisch keine Stimmen bekommen wird endlich ein, das nicht nur das "Parteiestablishment" sonder auch der ganze Rest der Partei keine selbstherrlichen, geltungssüchtigen Leute haben will. "
Die Realität sieht aber anders aus, die CSU hat in der Vergangenheit selbstherrliche, geltungssüchtige Leute wie Strauß, Streidl und Stoiber vergöttert.
Selbstdarstellerin? Da spricht wirklich einiges dafür. Sie verkennt die Realität? Das würde ich auch sagen. Machtgeil? Vielleicht ja.
Dann passt sie doch in die CSU. Selbstdarsteller mit einem ganz speziellen Demokratieverständnis, frei nach dem Motto: Bayern gehört MIR. Und wenn dann
die Basis aufheult wird aus dem MIR ein zögerliches UNS. Und alle sind zufrieden.
Dem Rest bleibt leider nur der Zynismus. Oder die grollende Anerkennung, dass die CSU mit ihrem Konzept "CSU ist Bayern, Bayern ist CSU" einfach unglaublich erfolgreich sind. Das wird auch das Theater um Frau Pauli nicht ändern. Und wenn sich dann die Wogen geglättet haben, wird das ganze geschickt eingebaut: Mit einem Augenzwinkern heißt es dann: Bei uns hat auch so eine Schlawinerin wie die Pauli Platz.
Selbst nach den Maßstäben der Politik ist das alles so primitiv. Aber erfolgreich. Manchmal reichts dann auch für zynische Bemerkungen nicht mehr. Zum Glück gibts ja noch sowas wie Resignation..
Ich dachte die ganze Zeit, es geht um die Kandidatur
zur CSU-Vorsitzenden, nicht um die zur Königin von Bayern.
Da habe ich dann wohl vieles falsch bewertet ...
Sie möchte wohl einfach nur wissen, wieviele Leute bereit sind,
gegen die parteiliche Dienstanweisung zu verstossen, und einen
nicht vom Vorstand vorgegebenen Kandidaten zu wählen.
Es geht ja unter anderem darum, wie in der CSU zukünftig ämter besetzt werden,
bzw. ob die "Wahl" überhaupt eine ist.
Ich denke, alles ab 5% wäre schon ein Erfolg für sie.
dww
Paging