Die Passauer Scharfrichter kürten Nepo Fitz zum besten Nachwuchs- Kabarettisten. Das Programm bot anspruchsvolle Comedy, aber wenig politisches Kabarett.
Es ist ein grobschlächtiger Preis. Das passt zu den Bayern, denen man gerne nachsagt, sie hätten einen grobschlächtigen Humor. Und genau diesen Humor bedient Nepo Fitz - zumindest vordergründig. Den richtigen Hintergrund dafür bringt er mit: Er heißt Nepomuk. Er kommt vom Land. Er kommt aus dem niederbayerischen Ghetto. Aus Eggenfelden. Er ist da Fitz-Bua.
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Zwischen amerikanischem Pimp und niederbayerischem Proleten: "Scharfrichterbeil"-Preisträger Nepo Fitz. (© Foto: Kathrin Haimerl)
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In seinem Programm "Pimpftown" wechselt Nepo Fitz zwischen amerikanischem Pimp und niederbayerischem Proleten. Er arbeitet mit überzeichneten Charakteren, reduziert sie auf ihre grundlegenden Wesenszüge. Fitz zeigt, dass Hip-Hop auch auf Niederbairisch funktioniert. Selbst wenn sich "Move Bitch, Get out of the way!" cooler anhört als "Bewegungsweibchen, steigt der Weg aus!". Dazu kann Fitz noch singen, Klavier spielen und sich Goldketten umhängen. Beim Publikum kommt das gut an, und deshalb war er am Mittwoch auch der Liebling im Scharfrichter. Jetzt ist er der neue Beilträger.
Ebenfalls mit stark reduzierten Stereotypen arbeitet die zweitplatzierte Nadja Maleh. Auch sie beherrscht den schnellen Wechsel zwischen Charakteren und Dialekten, von einem Sing-Sang mit einem Hauch Österreichisch in ein grelles, näselndes Sächsisch. Sie nimmt das Publikum mit in die Holzklasse eines Billigfliegers, der den Passagieren eine Show mit Hartz-IV-Empfängern bietet: der Ex-DDR-Tussi Ramona, der italienischen Köchin Lucia und der Inderin Mandala - alles verbunden mit einer zynisch-freundlichen Stewardess, die durchs Programm führt.
Beide - sowohl Fitz wie Maleh - bieten Comedy auf hohem Niveau. Und dennoch fehlt etwas. Denn die Ansätze sind bestenfalls gesellschaftskritisch. Eines sind sie jedoch nicht: politisches Kabarett. Davon gab es am Mittwoch in Passau sehr wenig zu sehen. Lediglich beim Ensemble Qualkommission stand die Politik im Zentrum. Das Duo teilte sich den dritten Preis mit drei Österreichern: den drei Friseuren. Das Trio begeisterte das Publikum mit reinem Musik-Kabarett, das in schönster Manier die Absurdität verschiedenster Genres herausarbeitete.
Wenn sich etwa das Trio dem Thema Volksmusik annimmt, und den Begriff der Heimat auftoupiert, dann klingt das so: "Wir kommen aus der Heimat, in der Heimat bin ich zu Hause, in der Heimat bin ich daheim. Und wenn ich einmal sterbe, grabt mich in der Heimat ein." Skurril, feiner Wortwitz und ein kräftiger Schuss Selbstironie. Freilich unpolitisch. Aber österreichisch gut.
Seit 26 Jahren wird das Scharfrichterbeil verliehen. Unter den Preisträgern waren Hape Kerkeling, Urban Priol, Günter Grünwald und Hagen Rether.
(sueddeutsche.de/korc)
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Ohne das Programm des Siegers zu kennen, hört sich das für mich doch sehr danach an, dass er ein großer Fan der Kunstfigure Ali G. ist....