Justizskandal Exfrau bezichtigt Mollath der Lüge

Gustl Mollath ist am Dienstag im Bayerischen Landtag

(Foto: dpa)

Monatelang hat sie geschwiegen, doch jetzt, nur Stunden bevor Gustl Mollath vor den Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtages tritt, spricht seine Exfrau. In einem Interview wirft sie dem 56-Jährigen vor, sie geschlagen zu haben und bestreitet, dass Schwarzgeld-Schiebereien jemals ein Thema zwischen ihr und ihrem Exmann waren.

Die frühere Frau des Nürnbergers Gustl Mollath hat bestritten, dass Schwarzgeld-Schiebereien jemals ein Thema zwischen ihr und ihrem Exmann waren. Der in der Psychiatrie untergebrachte Mollath behauptet, lange versucht zu haben, seine Frau davon abzubringen.

Die 52-Jährige sagte nun dem Nordbayerischen Kurier, das Thema sei erst aufgekommen, nachdem sie ihn verlassen habe. Mollath hatte 2003 Schwarzgeldgeschäfte seiner damaligen Frau und ihrer Kunden bei der Hypo-Vereinsbank angezeigt - die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hatte die Anzeige 2004 zu den Akten gelegt.

Nach heutigem Stand trafen einige Vorwürfe Mollaths zu.

Seine Frau behauptet, dass wiederholte Gewaltausbrüche ein Grund für die Trennung waren. Immer wieder habe er sie geschlagen. Der 56-jährige Mollath selbst bestreitet bis heute, gewalttätig gewesen zu sein. Er bestreitet auch, nach der Trennung zahlreiche Reifen durchstochen zu haben.

Mollaths Frau war im Mai 2002 aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Das Paar führte anschließend einen erbitterten Rosenkrieg.

Mollath sitzt seit 2006 in der Psychiatrie. Grund für die Unterbringung ist vermutete Gemeingefährlichkeit. Die Zwangsunterbringung wurde seither von mehreren Gutachtern bestätigt. Inzwischen gibt es jedoch Zweifel, ob es sich damals nicht um ein Fehlurteil handelte.

Mollath wird an diesem Dienstag als Zeuge im Untersuchungsausschuss des Landtags vernommen.