Künstlerische Persiflage oder Verherrlichung der NS-Zeit? Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Künstler, dessen Gartenzwerge den Arm zum Hitler-Gruß ausstrecken.
Ein kleiner Gartenzwerg sorgt für großen Wirbel: Die Figur des Nürnberger Kunstprofessors Ottmar Hörl, die den rechten Arm zum Hitlergruß ausstreckt, hat jetzt die Justiz auf den Plan gerufen. Die Staatsanwaltschaft ermittle wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, teilte ein Sprecher der Nürnberger Anklagebehörde heute mit. Ein Justizsprecher betonte, die Verwendung solcher Symbole sei nur dann straffrei, wenn damit verfassungswidrige Organisationen kritisiert würden.
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Darf ein Gartenzwerg in einer Kunstaustellung den Arm zum Hitlergruß heben? Die Staatsanwaltschaft ermittelt. (© Foto: dpa)
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"Wir prüfen jetzt, ob dies bei Gartenzwergen genauso eindeutig der Fall ist wie etwa bei Plakaten mit durchgestrichenen Hakenkreuzen", sagte Justizsprecher Wolfgang Träg. Die Staatsanwaltschaft wolle zunächst dem Künstler Gelegenheit zu einer Stellungnahme geben. Möglicherweise müsse sich auch der Nürnberger Galerist wegen der Präsentation des Nazi-Gartenzwergs verantworten.
Der Kunst-Skandal war ins Rollen gekommen, nachdem ein Unbekannter sich über die Präsentation der puppengroßen Skulptur in einer Nürnberger Galerie beschwert und sich mit einem anonymen Schreiben an die Öffentlichkeit gewandt hatte.
400 der Gartenzwerge sind nach Hörls Angaben derzeit noch in einer Ausstellung des Aschaffenburger Kunstvereins zu sehen. Die Ausstellung gehe an diesem Wochenende zu Ende. Ursprünglich hatte Hörl den Gartenzwerg, den er selbst als Persiflage auf das "Herrenmenschentum" der Nazis betrachtet, für eine Ausstellung der Kunstmesse im belgischen Gent geschaffen. Im Foyer der Messe waren im Frühjahr 700 Exemplare des Nazi-Zwerge zu sehen. Kurz darauf waren die Gartenzwerge in Bozen/Südtirol ausgestellt.
Jüdische Gemeinde beeindruckt
Zwar habe es an allen drei Ausstellungsorten die übliche Diskussionen über Kunst im öffentlichen Raum gegeben. Niemand sei aber auf die Idee gekommen, sein Werk in die Nähe von Nazis zu rücken, sagte Hörl. Insgesamt hätten seine Ausstellung in Gent 40 000 Menschen gesehen. Die jüdische Gemeinde in Gent sei von seinem Werk, das den Titel "Dance with the Devil" (Tanz mit dem Teufel) trägt, beeindruckt gewesen. Jede Figur trage zudem auf der Unterseite die Inschrift "Poisoned" (vergiftet).
"Ich bin völlig erstaunt, dass ein einzelner Gartenzwerg in einer mir völlig unbekannten Galerie in Nürnberg wegen der anonymen Beschwerde eines Denunzianten eine solche öffentliche Diskussion auslöst", sagte er. Inhaltlich habe er kein Verständnis für die Kritik. In Belgien habe jeder verstanden, was es politisch bedeutet, "wenn man die Herrenrasse als Gartenzwerg darstellt. Im Jahre 1942 wäre ich für das Werk von den Nazis massakriert worden", sagte Hörl. Auch andere Städte seien an der Gartenzwerg Ausstellung interessiert.
Tausend Dürer-Hasen
Der 59 Jahre alte, aus Hessen stammende Künstler ist seit 2005 Präsident der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste. Bekannt wurde er vor allem durch seine Großinstallationen. So drapierte er beim "Großen Hasenstück" in Nürnberg im Jahr 2003 mehrere tausend Dürer-Hasen effektvoll auf einem öffentlichen Platz. Ähnliche Kunstaktionen veranstaltete der heute in Wertheim lebende Künstler im Jahr 2005 mit Plastikraben und im Jahr 2007 mit dem hessischen Wappenlöwen. Die Aktionen finanzieren sich später mit dem Verkauf der Einzelexponate.
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(dpa/holz)
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Die neueste Antwort
Ein Gartenzwerg mit aufgehobener Rechten ... ich krieg' mich nicht !
Aber bei uns sind die Rechte ja 'gut' aufgehoben, wie man aus der Reaktion sieht.
Ich finde es schon erstaunlich mit welchen abstrusen Ideen sich Vertreter der Zunft der möchtegern bildenden Künstler antifaschistisch profilieren wollen. Es scheint eine Manie zu sein.
Wo ist hier überhaupt die Kunst? Anstelle des Kunstwerks steht die Zahl. Von Warhol zur Kunst erhoben und von Heerscharen von Möchtegernen als Offenbarung gefeiert. Eine Coladose ist nichts; 5000 Coladosen an die Wand projiziert ist künstlerische Offenbarung. Ein Dürerhase ist Imitation; zu mehr reicht es bei dem Professor nicht; aber tausende davon soll uns Bewunderung entlocken. Die Größe liegt bei diesem "Meister" in der Zahl, wo die Größe unstrittig ist. Gartenzwerge sind ja offenbar seine Lieblingobjekte wie schon Jahre zuvor auf dem Maximiliansplatz 4000fach vorgemacht zur Begrüßung der Festspielgäste. In Gent waren es sogar nur 400; wer bezahlt für solchen Schrott? Man will uns vormachen, daß der "Kaiser wirklich neue Kleider trägt".
Und die jüdische Gemeinde soll beeindruckt sein von diesen zwergenhaften Kleinfaschisten?
Josef Beuys lehrt: alles ist Kunst und wir sind alle Künstler! Das sind Aussichten!
Ich nenne das die Tyrannei der Banalität
Und das Gericht nimmt den ganzen Unsinn auch noch ernst als gäbe es keine anderen Probleme.
Ich habe Lust hier einige kräftige Ausdrücke zu gebrauchen. Aber das muß ich mir ja verkneifen.
Artikel 5 Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland:
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.
Man beachte Absatz 3, noch Fragen?
Ja wird den demnächst der tv sender verklagt weil er mal ne doku aus der ns zeit bringt?
und der gartenzwerg da zeigt doch nur wie hoch der rasen maximal sein sollte.grins
Sittenstrolche lässt man laufen wie jetzt wieder bekannt wurde,weil die Gerichte mit soviel Arbeit überfordert sind aber einen Gartenzwerg wird so schnell wie möglich der Prozess gemacht.
Da kann man nur noch mit den Kopf schütteln.
Hat Deutschland keine anderen Probleme?
Lächerlich!
Paging