Wie Nachwuchskarikaturisten die Bayern sehen - und deren Umgang mit der Wirtschaftskrise.
Weil sie sich Sorgen um den zeichnenden Nachwuchs machen, haben vor einigen Jahren ein paar gewitzte Menschen eine "Sommerakademie für komische Kunst" ins Leben gerufen. Vertreter des Satire-Magazins Titanic verbündeten sich mit Freunden der Caricatura Galerie in Kassel, dem Caricatura Museum Frankfurt und der Fotter Privatstiftung, deren Vorsitzender der Niederbayer Rudi Hurzlmeier ist. D
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Der Bayer an sich ist eher maulfaul. (© Foto: Lilli Bravo)
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er gebürtige Mallersdorfer hat die Verbindung der Bayern-Redaktion zu den Karikaturisten in Kassel hergestellt, die mittlerweile ihre dritte Sommerakademie abgehalten haben.
Der Zulauf sei größer denn je gewesen, sagt Martin Sonntag, einer der Organisatoren. 21 Teilnehmer wurden für den einwöchigen Kurs ausgewählt, den diesmal das Cartoon-Duo Rattelschneck, Marcus Weimer und Olav Westphalen, leiteten.
Wie schon im vergangenen Jahr bekamen die Karikaturisten den Auftrag, der bunt gemischten Teilnehmerschar das Land Bayern näherzubringen. Um das Klischee-denken einzuschränken, sollten sich die Jungsatiriker Gedanken über die "Krise in Bayern" machen.
Die Sorgen bei Schaeffler, Quelle und der Landesbank scheinen aber nur die Bewohner unter dem weiß-blauen Himmel zu drücken. Im übrigen Deutschland denkt man bei Bayern tatsächlich eher an Bier und Brezen, Weißwürste und Lederhosen.
Mehr als 50 Zeichnungen kamen in die Redaktion. Nicht alle beschäftigten sich mit der Krise. Themaverfehlung nennt man das in der Schule, aber das ist ja kleinkariert. Deshalb haben wir die amüsantesten Cartoons ausgesucht.
Genau besehen lässt sich auch Grundsätzliches an diesen Werken feststellen: 1.Die Bayern gelten als selbstherrlich, dumpfbackig und wortkarg. 2.Ihre Frauen haben Holz vor der Hütte und Haare auf den Zähnen. 3. Der Neid wegen Bier und Brezen muss in Restdeutschland groß sein. 4. Es ist nicht einfach, einen guten Einfall mit klarem Strich auszudrücken. Und noch schwieriger, mit Klischees zu spielen, statt sie zu strapazieren. (www.caricatura.de)
(SZ vom 27.08.2009/bica)
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