Mitten in der Nacht explodiert ein Haus in Inzell - und wird "dem Erdboden gleichgemacht". Möglicherweise haben die Bewohner die Explosion selbst herbeigeführt.

In Inzell im Landkreis Traunstein sind am frühen Mittwochmorgen zwei Menschen bei der Explosion eines Wohnhauses ums Leben gekommen. In den Trümmern sei zunächst die Leiche eines Mannes und wenig später die einer Frau gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher.

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In Inzell ist am frühen Morgen ein Haus explodiert - zwei Menschen kamen dabei ums Leben. (© Foto: dpa)

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Mit hoher Wahrscheinlichkeit handele es sich bei den beiden Toten um einen 75-Jährigen und dessen 67 Jahre alte Ehefrau, die gemeinsam das Haus im Ortsteil Breitmoos bewohnten. Die Toten "sind noch nicht identifiziert", sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Traunstein zu sueddeutsche.de.

Das Haus ist nach Schilderung des Sprechers "dem Erdboden gleichgemacht". Warum es kurz vor zwei Uhr in die Luft flog, sei noch unklar. Bei ihrer Ankunft bot sich den Rettungskräften ein Bild der Verwüstung, auch Stunden später hatte sich daran nicht viel geändert: Ein riesiger Schutthaufen türmte sich an der Straßenecke auf, an der wenige Stunden zuvor noch das Wohnhaus stand.

"Balken liegen übereinander, überall liegen Dachziegeln und Trümmer, es riecht verbrannt", beschreibt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd die Lage. "Es sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen."

Die Kriminalpolizei Traunstein hat die Ermittlungen aufgenommen und wird einen Brandsachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamtes hinzuziehen. Derzeit befinde sich die Kriminalpolizei am Unfallort, sagte ein Sprecher zu sueddeutsche.de.

Die zuständige Kriminalpolizei in Traunstein schließt indes nicht aus, dass der 75-jährige Hausbewohner und seine Ehefrau die Explosion absichtlich herbeigeführt haben könnten. Das berichtet der Bayerische Rundfunk.

Ein erster Anhaltspunkt für die Vermutung ist die Tatsache, dass das Anwesen am Dienstag zum Verkehrswert von 500.000 Euro zwangsversteigert hätte werden sollen, sich jedoch kein Käufer für das Gebäude fand.

Nach Angaben eines Sprechers hatte das 1993 erbaute Gebäude keinen Gasanschluss.

Die Explosion in der Nacht sei so heftig gewesen, dass auch die Nachbarhäuser in Mitleidenschaft gezogen wurden. Fenster barsten durch den Druck der Explosion, Dächer wurden halb abgedeckt, an einem Haus wurde die Wandverkleidung heruntergerissen. Auf der Straße und den Nachbargrundstücken landeten Trümmer. Auch parkende Autos wurden beschädigt. Der Sachschaden betrage mehrere hunderttausend Euro, so ein Sprecher der Polizeidirektion Traunstein.

Wie die Polizei in Rosenheim mitteilte, hatten zahlreiche Anwohner die Notrufnummer gewählt. Die Rettungskräfte seien in größtmöglicher Stärke ausgerückt. Nach ersten Erkenntnissen bewohnten die Eheleute das Haus allein. Verletzte im Umkreis seien bisher nicht gemeldet. Weitere Einzelheiten sollten am Nachmittag bekanntgegeben werden.

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(dpa/ddp-bay/liv/odg/bica)