SZ: Wenn Oskar Lafontaine jetzt in Bayern einen engagierten Wahlkampf macht, dürften Ihnen im Herbst womöglich fünf Prozent an Wählerstimmen fehlen, die an die Linken gehen.
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Maget: Ich glaube nicht, dass die Linke in den Landtag kommt. Jeder, der die Linke wählt, muss wissen, dass er damit im Endeffekt nur die CSU stärkt.
SZ: Sie sagten, Ihnen fehle derzeit der Rückenwind aus Berlin. Ihr Parteichef Kurt Beck wirkt auf die Bürger als Stimmungstöter. Müssten Sie nicht froh sein, wenn er im Sommer einen großen Bogen um Bayern macht? Wer soll denn hier die Festzelte füllen?
Maget: Wir stützen uns auf unser eigenes politisches Profil und auf unser kompetentes Personal. Aber wir werden Unterstützung bekommen von Sozialdemokraten der Bundesebene - auch von Beck. Alle sind herzlich eingeladen, in Bayern aufzutreten.
SZ: Und Sie fürchten nicht, dass das kontraproduktiv ist?
Maget: Nein, obwohl ich gerne zugebe, dass wir keinen Rückenwind aus Berlin verspüren. Das muss anders werden.
SZ: Sie müssen im Wahlkampf versuchen, das Land schlecht zu reden. Sie müssen sagen, wo die Defizite sind. Die CSU wird dagegen einen Wahlkampf des großen Geldes und der Emotionen führen und "Wir sind stolz auf Bayern" plakatieren.
Maget: Ich habe Bayern noch nie schlecht geredet. Ich liebe dieses Land, aber die CSU-Regierung hat in den letzten Jahren vieles versäumt. Zum Beispiel eine gute Bildungspolitik, eine zeitgemäße Frauen- und Familienpolitik, generell eine gerechte Politik. Wenn ich beschreibe, wo die Defizite liegen, dann ist das keine Abwertung Bayerns, sondern dann formuliere ich eine Perspektive für eine bessere Zukunft. Und so heißt auch unser Wahlslogan: Bayern ja, aber bitte gerechter! Wenn die CSU glaubt, mit einer Millionen teuren Wahlkampagne gewinnen zu können, dann sage ich, verlorenes Vertrauen lässt sich nicht durch Geld zurückkaufen.
SZ: Ihnen fehlt ein Symbolthema. Der Transrapid ist zu früh verstorben für den Wahlkampf. Warum tut sich die SPD in der Debatte über eine dritte Startbahn für den Münchner Flughafen so schwer?
Maget: Der Transrapid war von Anfang an auf dieser Trasse unrealistisch. Damit ist die CSU gescheitert, und ich bin froh, dass sie gescheitert ist. Bei der dritten Startbahn rate ich dazu, den Planfeststellungsbeschluss abzuwarten. Danach müssen die Gesellschafter eine Entscheidung treffen: Brauchen wir eine dritte Startbahn, ja oder nein? Es kann durchaus sein, dass man 2011/12 ganz andere Wachstumsannahmen hat. Politik muss gerade bei Großprojekten vertrauenswürdig sein. Ich glaube, das ist eine sehr vernünftige Position, die ich hier einnehme. Die wird den Anliegen der örtlichen Bevölkerung gerecht, aber auch den Bedürfnissen des Flughafens.
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(SZ vom 14.06.2008/cag)
Die neueste Antwort
...und nicht vergessen!
In Achternbuschs Film "Die Atlantikschwimmer" heißt es: "Du hast keine Chance. Also nutze sie!"
Wenn man sich überlegt, dass die CSU weltweit die am längsten regierende Partei in einem demokratischen System ist (nur die KP in China regiert länger und umso undemokratischer!),
verwundert der Satz Achternbuschs nicht.
Wundern kann man sich aber über die Energie des politischen Marathon-Läufers Franz Maget. Der kämpft und steht, läuft und fährt Bayern die kreuz und quer, um deutlich zu machen, dass es in Bayern eine glaubwürdige politische Alternative gibt: sozialdemokratische Politik und sozialdemokratische und selbsbewußte Gemeinderätinnen, Bürgermeister, Landrätinnen und Abgeordnete.
Und diese unterliegen keiner Selbsttäuschung, denn sie haben schon mal gewonnen. Sie sind nicht unrealistisch, sonst wären sie nicht gewählt worden.
Warten wir es ab! Herr Maget hat schon recht, wenn er sagt, "Da geht noch was!" Und die CSU merkt vor lauter Machtversessenheit gar nicht, was da geht! Und das ist auch gut so!
Der Herr Maget ist ja sicher ein aufrechter Kämpfer für seine Sache. Allerdings sind weder er noch seine Partei wirklich wählbar. Sein Problem ist, dass es Bayern tatsächlich vergleichsweise gut geht und mithin die CSU in der Summer keine schlechte Politik abliefert. Auf dem Land ist seine Partei chancenlos und das hat seine guten Gründe. Die SPD ist eine abgehalfterte Partei ohne eine konstruktive Vision. Schröder hat diese Partei nachhaltig ruiniert. Maget ist für eine bessere Bildungspolitik? Super! Das sind viele CSU'ler auch. Und was will er noch? Genau da liegt das Problem. Außer der Ablösung der CSU um jeden Preis hat er keine Vision. Er ist damit schon im Ansatz gescheitert. DIe Menschen wissen, dass er nur ein Politkasper ist.
Wer die Linken in Bayern "unter 5 % redet" sichert ihren Einzug in den Landtag so sicher wie das Amen in der Kirche.
Auch für die bayerische SPD gibt es nur zwei mögliche Szenarien :
1. Ausgrenzung und Bekämpfung der Linken - Ergebnis :
Das Wahlergebnis der Linken dürfte sich von dem der SPD um weniger als 10 %-Punkte unterscheiden.
2. Offenes vorzeitiges Koalitionsangebot an die Linken - Ergebnis :
Beide Parteien legen zu, da nur mit einer geeinten Linken + Grüne die Macht der CSU zu brechen ist.
Alle anderen Konstellationen (SPD + Grüne + FPD + Freie Wähler) sind völlige Luftschlösser und im Resultat sogar schlechter als eine weitere CSU-Regierung mit einer starken Oppasition.