CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich fordert nach den Spekulantenangriffen gegen den Euro Verbote - und kritisiert die Regierung.
Süddeutsche Zeitung: Letzte Woche Griechenland, diese Woche der ganz große Schirm zur Rettung des Euro: Ist Politik nur noch getrieben vom Weltfinanzmarkt?
"Wir dürfen nicht untätig bleiben": Hans-Peter Friedrich, Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag. (© Foto: dpa)
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Hans-Peter Friedrich: Nein, aber wir dürfen nicht untätig bleiben. Es wird jetzt deutlich, dass der Angriff gegen Griechenland ein Angriff auf den Euro gewesen ist. Deshalb haben die Spekulanten am vergangenen Freitag, als gerade die Rettung für Griechenland beschlossen worden war, sofort weiter gemacht. Sie wollten in einer Zerreißprobe testen, ob die Euro-Länder zusammenstehen. Sie gewinnen, wenn ihre Zerreißprobe zum Reißen führt. Das muss Europa verhindern.
SZ: In der Union hatten schon letzte Woche viele Abgeordnete Bauchschmerzen. Wie schwer wird es diesmal, die Fraktion zusammenzuhalten?
Friedrich: In der vergangenen Woche ging es aus Sicht vieler Abgeordneter darum, dass man einem Land hilft, das sich nicht korrekt verhalten hat. Deshalb hatten damit viele große Probleme - auch wenn sie zugestimmt haben. Das, was jetzt passiert, hat eine ganz andere Dimension. Keine Frage: Am Wochenende stand Europa vor dem finanz- und wirtschaftspolitischen Abgrund.
SZ: Ist diese Dimension bei den Menschen schon angekommen?
Friedrich: Ich fürchte: Nein. Das hat leider viel mit der Kommunikation der Regierung zu tun. Wir sind uns in der CSU einig, dass diese Kommunikation deutlich verbesserungsbedürftig ist, nach innen wie in die Bevölkerung. Man kann in schicksalhaften Momenten für unser Land und für Europa nicht nur hinter verschlossenen Türen und in geschlossenen Zirkeln Rettungsinstrumente und Rettungswege aushandeln. Man muss die Bevölkerung offen informieren und Entscheidungen nachvollziehbar machen.
SZ: Was erwartet die CSU, um dem neuen Rettungspaket zuzustimmen?
Friedrich: Wir verlangen harte und umgehende Konsequenzen für die Regulierung der Finanzmärkte. Wir fordern Verbote von Kreditversicherungen, denen gar kein Kredit zu Grunde liegt. Wir fordern ein Verbot von ungedeckten Leerverkäufen. Wir verlangen eine glasklare Transparenz von Rating-Agenturen, außerdem einen ernsthaften Versuch der Bundesregierung, die US-Regierung doch noch von einer Finanzmarkttransaktionssteuer zu überzeugen. Jetzt ist die Stunde, in der dem US-Präsidenten die Dringlichkeit einer solchen Steuer bewusst geworden sein müsste. Und wir wollen präzise alle Mechanismen aufgelistet bekommen, mit denen die deutsche Stabilitätskultur bei unseren südeuropäischen Euro-Partnern durchgesetzt wird.
SZ: Sind das Bedingungen für ein Ja?
Friedrich: Durchschaubarkeit und Glaubwürdigkeit des Regierungshandelns sind immer eine Voraussetzung für ein Ja des Parlaments. Das wird in schwierigen Situationen wie dieser verstärkt deutlich.
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(SZ vom 12.05.2010/pfau)
Rekord in Deutschland
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...für die anstehenden Probleme. Beispiel gefällig?
Im DLF-Interview meinte "Haushaltsexperte" FDP-Fricke auf die Frage, ob man Derivate in Form von Gegenwetten oder Absicherungsgeschäften (etwa CDS) verbieten solle: "Nein, das können wir nicht machen, denn es ist ja legitim, dass ein Unternehmer sich gegen Währungsrisiken und Preisschwankungen international absichert."
Natürlich ist das legitim! Aber es ist völlig überflüssig und hat mit Risikominimierung rein gar nix zu tun, diese Zertifikate weiterzuverticken und mit ihnen zu zocken, so dass am Ende Bank C eine Kreditversicherung ausbezahlt bekommt, wenn Bank A ihre Schulden bei Bank B nicht mehr begleichen kann. Oder Hedgefonds H kassiert 200 Mio Dollar, weil er ein in konfidenten Zeiten erworbenes CDS gegen Ausfall einer Staatsanleihe veräußert hat, nachdem die Bonität des Kreditorenstaates gerade herabgestuft worden ist.
Capito, Herr Fricke? Nein, nix capito, weil Politik und Kompetenz sich in unseren Zeiten reziprok ausschließen.
Der losgelöste und zweckentfremdete Handel mit Wetten muss, ebenso wie die unter "Modernisierungskanzler" Schröder freigegebene Kreditverbriefung, kategorisch verboten werden.
Die legalen Rahmenbedingungen des deutschen Finanzmarktes vor Schröder und seinen "Investmentmodernisierungsgesetzen" waren vorbildlich, robust und tragfähig. Anstatt sie zu schleifen, hätte man sie globalisieren müssen!
Wer so dumme Politiker hat, hat ein so ausgeklügeltes Framework nicht verdient. Eines schönen Tages wird unsere Verfassung noch gekippt, weil unsere Politnasen sie nicht mehr verstehen.
Wenn die Politiker immer dümmer werden, muss man sie los werden. Wahlen scheinen hierfür zusehends ungeeigneter!
Wir verlangen harte und umgehende Konsequenzen für die Regulierung der Finanzmärkte. Wir fordern Verbote von Kreditversicherungen, denen gar kein Kredit zu Grunde liegt. Wir fordern ein Verbot von ungedeckten Leerverkäufen. Wir verlangen eine glasklare Transparenz von Rating-Agenturen, außerdem einen ernsthaften Versuch der Bundesregierung, die US-Regierung doch noch von einer Finanzmarkttransaktionssteuer zu überzeugen. ( Zitatende )
Wo hat er das denn abgeschrieben, etwa bei den Grünen oder bei Attac. Ich war der Meinung, dass die CDU / CSU seit 2005 die Regierung stellt, in der GroKo. Da hätte man doch genug Zeit gehabt, diese Projekte zumindest anzufassen. Habe ich etwas verpasst?
Die "Kritik" an der Regierung ist lächerlich, ja sogar erbärmlich.
Ich stelle mir vor, wie ein Franz Josef Strauß damit umgegangen wäre.
Er hätte mit hochrotem Kopf einmal tief Luft geholt, und Merkel und Westerwelle hätten quer unter seiner Nase gehangen. Das wären wenigstens noch lustige politische Dreingaben.
Heute ist alles in der Watte politischer Korrektheit eingeschlafen. Deshalb geht die Hälfte des berechtigten Wahlvolkes auch nicht mehr wählen. Politik ist nur noch einschläfernde Volksverarschung.
Süddeutsche Zeitung: ... Ist Politik nur noch getrieben vom Weltfinanzmarkt?
Hans-Peter Friedrich: Nein, ...
Ach so, dann ist ja alles gut.
Schon mal Autobhan gefharen? Drängeln und Rasen ist auch verboten: und hilft es?
Paging