Herrmann rügt Penzberger Imam "Benjamin Idriz hat gelogen"

Der Streit zwischen dem Land Bayern und der islamischen Gemeinde Penzberg spitzt sich zu. Jetzt erhebt Innenminister Herrmann schwere Vorwürfe gegen den Imam Benjamin Idriz.

Von Joachim Käppner

Im Konflikt mit der islamischen Gemeinde Penzberg legt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nach: Die Gemeinde stehe "aus guten Gründen im Bericht des bayerischen Verfassungsschutzes", sagte Herrmann der Süddeutschen Zeitung. Wie berichtet, hatte die Gemeinde gegen die Erwähnung weitgehend erfolglos geklagt, das Hauptsacheverfahren steht aber noch aus.

Führende Mitglieder der islamischen Gemeinde Penzberg hätten Kontakte "zu mehr als problematischen Personen", sagt Bayerns Innenminister Herrmann. Der Imam Benjamin Idriz (Foto) habe diese Kontakte bestritten - und somit gelogen.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Der Innenminister monierte, die Gemeinde selbst sei zwar nicht verfassungsfeindlich; es gebe aber führende Mitglieder, die Kontakte "zu mehr als problematischen Personen unterhalten" und wichtige Positionen bei der Islamischen Gemeinde Deutschland und Milli Görüs hätten, die als radikal gelten.

Herrmann wiederholte seinen Vorwurf gegen den Penzberger Imam Benjamin Idriz - dieser habe diese Kontakte bestritten und damit "gelogen". Idriz selbst will niemals behauptet haben, es habe diese Kontakte nicht gegeben, sie seien aber belanglos gewesen.

Zum Politikum wird der Konflikt dadurch, dass Idriz die Frontfigur eines bundesweit beachteten Projekts werden soll, nämlich des Zentrums für Islam in Europa - München (ZIEM) und auch aus der CSU stark unterstützt wird.

Bayerns SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher rügte den Innenminister: "Statt die Diskussion unsachlich aufzuheizen und Politik der Ausgrenzung zu betreiben, sollte Herrmann den direkten Kontakt suchen." Im September ist ein Treffen zwischen Herrmann und Idriz geplant.