Infrastruktur im Freistaat Volle Konzentration auf Oberbayern

Kommt der Zuschlag für Olympia 2018, schaut der Rest Bayerns in die Röhre: Die Winterspiele würden fast alle öffentlichen Gelder für wichtige Verkehrsprojekte binden. Jetzt hofft der Freistaat auf einen Sonderfonds vom Bund.

Von Heiner Effern

Stau sind die Oberbayern gewohnt. Egal, ob auf der A8 zwischen Salzburg und München oder am Autobahnende in Richtung Garmisch-Partenkirchen, an schönen Wochenenden geht oft nichts mehr. Diesem Stillstand auf der Straße wollen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und die bayerische Staatsregierung mit einem massiven Ausbau der Straßen und der Schienen in Oberbayern begegnen.

Kommt auch noch der Zuschlag für olympische Winterspiele im Jahr 2018 hinzu, würden kurzfristig allein für einige wenige Großprojekte mehr als drei Milliarden Euro benötigt. Das würde die finanziellen Möglichkeiten übersteigen, so dass nur ein Sonderfonds aus dem Bundesverkehrsministerium andere wichtige Projekte im Freistaat retten könnte. Doch woher das Geld kommen soll, ist bislang unklar. In Bayern bahnen sich schon die ersten Verteilungskämpfe an.

Die Verhandlungen zwischen Bund und Land über eine mögliche olympische Sonderfinanzierung laufen. Es werde im Falle eines Zuschlags im Juli 2011 eine "einvernehmliche Lösung" geben, heißt es aus dem Bundesverkehrsministerium. Eine Aufstockung der Mittel für Bayern durch eine Sonderfinanzierung "könnte hierfür hilfreich" sein.

Den größten Brocken in diesem Topf könnte die zweite Stammstrecke für die S-Bahn in München ausmachen. Sie soll zwei Milliarden Euro kosten, ist ohnehin geplant, würde aber durch Olympia eventuell beschleunigt. Der bayerische Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) wünscht sich eine Fertigstellung bis zu möglichen Winterspielen. Das gilt auch für den Ausbau der A8 zwischen Rosenheim und der Landesgrenze, mindestens 730 Millionen Euro sind dafür veranschlagt.

Weitere 500 Millionen Euro planen Bund und Land für die Anbindung Garmisch-Partenkirchens ein. In diesem Olympia-Paket enthalten sind vier Tunnels, zwei in Garmisch-Partenkirchen und zwei zwischen der Autobahn und dem Ort Farchant. Dazu soll die Bahnlinie München-Garmisch ertüchtigt werden. Bis auf die schon begonnene Ortsumgehung Kramertunnel würden alle anderen Projekte wohl ebenfalls beschleunigt, sollte Garmisch Olympiaort werden.