Andreas Frank findet das empörend. Der Fahrgastverband fordert elektronische Anzeigen und nicht nur allgemeine Durchsagen. Man höre die modernen ICEs kaum mehr, die Züge kommen von hinten, es befinden sich Kinder am Bahnsteig. "Die Bahn spart sich zu Tode", schimpft Frank, "und in Forchheim könnte das nun sehr wörtlich der Fall gewesen sein." Genau vis a vis von der Stelle, wo Marc Güthlein gestorben ist, sitzt in Forchheim ein Fahrdienstleiter. Sie gehören zur Bahn-Tochter DB Netz, setzen die Signale, stellen die Weichen. Für Durchsagen am Bahnhof sind sie offiziell nicht zuständig, weiß Andreas Frank. Das gehört zum Aufgabenbereich der Kollegen von DB Station und Service. Und in diesem Bereich werde gespart.

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Ein Mann am Bahnsteig nimmt das Foto des Verstorbenen in die Hand. Als er merkt, dass neben ihm die Mutter des 24-Jährigen steht, schlägt er die Hände vors Gesicht. Ursula Güthlein nickt ihm kurz zu und blickt dann den Bahnsteig entlang. Kaum hundert Meter entfernt steht ein pendelnder Geschäftsmann. Er telefoniert mit dem Handy, und während er das so macht, läuft er viermal vom Kaugummiautomaten zur Bordsteinkante und wieder zurück. Vor ihm stehen zwei Kinder mit Schulranzen, beide balancieren auf der weißen Linie am Boden.

Ihr Sohn sei "förmlich unter Strom" gestanden in den Wochen vor der Prüfung, erzählt Ursula Güthlein. Herbeigesehnt habe er den Tag, an dem er frei sein würde, ein ausgebildeter Kfz-Meister. Irgendwann wollte er die Firma seines Vaters übernehmen. Nach der Prüfung ist er mit den Kollegen durch Nürnberg gezogen, um 19 Uhr hat er ein letztes Mal mit seiner Freundin telefoniert. Sie solle sich bitte keine Sorgen machen, er werde den Zug nehmen, hat er ihr gesagt.

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  1. Tödlicher Sog auf dem Bahnsteig
  2. Fatale Luftverwirbelungen
  3. Sie lesen jetzt "Die Bahn spart sich zu Tode"
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(SZ vom 02.10.2010/hai)