Streit um Münchens Olympiabewerbung: Während Ministerpräsident Seehofer nach Bogners Rücktrittsdrohung auf eine schnelle Lösung drängt, fordern die Grünen einen Schlussstrich.
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will die massiven Querelen um die Münchner Olympia-Bewerbung möglichst rasch beenden. "Es muss jetzt Klarheit geschaffen werden", forderte Seehofer am Rande einer Landtagssitzung. "Die Dinge sind der Olympia-Bewerbung nicht bekömmlich - sie müssen vom Tisch."
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"Es muss Klarheit geschaffen werden": Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer zu den Querelen um die Münchner Olympia-Bewerbung. (© dpa)
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Eine monatelange Hängepartie werde er nicht mitmachen, betonte er und warnte alle Beteiligten: "Es geht um das Ansehen Bayerns." Seehofer widersprach aber der Darstellung, wonach der Chef der Olympia-Bewerbungsgesellschaft, Willy Bogner, mit Rücktritt gedroht habe, falls das Budget für die Kandidatur nicht erhöht werde. Bogner habe ihm in einem Telefongespräch am späten Dienstagabend versichert, dass dies nicht die Absicht seines Briefes an Gesellschafter und Aufsichtsrat gewesen sei, berichtete der CSU-Chef.
In dem Brief schreibt Bogner mit Blick auf das Budget und Probleme mit Bauern in Garmisch-Partenkirchen, die ihre Grundstücke nicht für Olympia zur Verfügung stellen wollen: "Die Lösung der beiden Problemfelder ist für mich und mein weiteres Engagement als Geschäftsführer entscheidend."
Zunächst hatte Seehofer Bogners Forderung nach mehr Geld als "im Kern berechtigt" bezeichnet. Allerdings schloss Bayerns Ministerpräsident aus, dass der Freistaat Geld für die Bewerbung zuschießt. "Wir wollen an dem Konzept festhalten, dass wir die Bewerbung nicht aus Steuermitteln bestreiten", betonte er.
"An allen Enden und Ecken verrannt"
Während also Horst Seehofer auf eine schnelle Lösung drängt, fordern die bayerischen Grünen ein Ende der Münchner Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018. Sie riefen die Staatsregierung dazu auf, keine weiteren Gelder in das Vorhaben zu investieren. "Es sind weder weitere Sponsoren in Sicht noch eine verbreitete Olympia-Begeisterung in den betroffenen Regionen", sagte der Abgeordnete Ludwig Hartmann. "Die Bewerbergesellschaft hat sich an allen Enden und Ecken verrannt. Es ist an der Zeit endlich aufzuwachen und einen Schlussstrich zu ziehen für Olympia 2018", forderte er.
Nach dem Widerstand in Oberammergau würden nun auch die Grundstücksbesitzer und Bauern in Garmisch-Partenkirchen "Sturm laufen". Weil sich in Oberammergau Grundstücksbesitzer gegen die Verpachtung ihrer Flächen gewehrt hatten, musste Anfang des Monats ein neuer Standort für die Biathlon- und Langlaufwettbewerbe gefunden werden.
Angesichts der Grundstücksprobleme in Garmisch machte Seehofer deutlich, dass er hier auf eine rasche Lösung hofft. Als zentrales Datum nannte er die Kabinettssitzung in Garmisch am Ende des Monats. Seehofer betonte, er und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) wollten die Probleme im engen Schulterschluss lösen. Darauf hätten sie sich in einem Telefongespräch am Mittwoch verständigt.
Garmischer Bürgermeister "guten Mutes"
Auch Thomas Schmid, der Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen, zeigte sich zuversichtlich, dass die Olympischen Winterspiele 2018 in München nicht an Garmisch scheitern werden: "Es ist natürlich ein langer Weg, da werden auch einige nicht mitmachen wollen zum Schluss, aber wir sind gutes Mutes, dass das ein Erfolg wird", sagte Schmid dem Bayerischen Rundfunk.
Die Vorwürfe, die Stadt München habe zu spät die Verhandlungen mit den Grundstückeigentümern aufgenommen, wies Schmid zurück. Man müsse aber intensiv auf die Belange eingehen und die Sorgen, die manche Grundstückseigentümer hätten, ernst nehmen und "einfach so positiv weiterverhandeln, wie wir das gerade tun". Laut Schmid sind schon erste unterschriebene Verträge zur Regelung der Grundstücksübernahme eingegangen.
Bogner war erst im November 2009 als Chef der Bewerbungsgesellschaft verpflichtet worden. Er sollte der Münchner Kampagne den entscheidenden Schwung geben und mit seinen guten Kontakten zur Wirtschaft weitere Sponsoren gewinnen. Sollte Bogner tatsächlich seinen Posten hinwerfen, wäre das für Münchens Bewerbung womöglich schon das Aus.
Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hatte sich über Bogners Brief erstaunt gezeigt und sichtlich verschnupft auf dessen Vorgehen reagiert: "Ich finde die Verknüpfung von finanziellen Wünschen mit dem eigenen Engagement immer problematisch", sagte Ude.
An diesem Donnerstag wollen Staatskanzleichef Siegfried Schneider (CSU), Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Bach, und Bewerbungschef Willy Bogner die Öffentlichkeit über die Ergebnisse einer Gesellschafterversammlung informieren.
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(sueddeutsche.de/dpa/hai)
Probleme beim Berliner Flughafen lange bekannt
Die neueste Antwort
Wir sind mitten in einer Schuldenkrise und wollen mit noch mehr Schulden Olympische Winterspiele finanzieren und dafür auch noch mehr von der Schönheit der bayerischen Heimat opfern?
Bled.
Jetzt können nur noch "Gold-Rosi" und iht gscheiter Christian die Probleme weggrinsen!
Nee, das geht nicht. Volksbegehren darf es doch nicht bei Themen geben, die aus unserer Tasche finanziert werden. Wenn das in Mode käme! Dann müssten die prestigegeilen Politiker sich am Ende noch rechtfertigen, wofür unser Geld verprasst wird. Nenenene! Volksabstimmungen nur zu Themen, die den Haushalt nicht entlasten!
Garmisch hatte Olympia zu einer Zeit als die internationalen Athleten noch auf eigene
Kosten mit dem Zug anreisten. Die Spiele in Garmisch waren so ein Erfolg, dass das
OK die Spiele 1940 nochmal an Garmisch vergeben hat. Was damals an Baulichkeiten
notwendig war, ist ein Witz, gemessen an den Eingriffen die Garmisch 2018 bevorstehen.
Eine Winterolympiade ist heute was für Sotschi und Südkorea. Dort ist es den Leuten
egal wieviel Fläche zubetoniert wird, den Garmischern und den meisten Bayern nicht.
Das undurchsichtige IOC ein ähnlich obskures Unterfangen wie Blatters FIFA soll seine
Geldscheine woanders drucken lassen und auf Kosten anderer als der Garmischer.
Ein kurzer Blick auf die website von Ludwig Hartmann zeigt folgendes:
Vorherrschend sind die Wörter "Kein" und "No" .. wie von einem Steinzeithirn auch nicht anders zu erwarten.
Vielleicht wirds Zeit für die nächste Kampagne: No Ludwig Hartmann!
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