CSU-Vize Horst Seehofer hat seine Partei vor Selbstzufriedenheit gewarnt und fordert eine "optimierte" Stimmungslage bis zur Landtagswahl im Herbst.
Horst Seehofer rief seine Partei zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung bis zum Urnengang auf: "Das ist eine lange Wegstrecke bis zum September. Insofern ist höchste Anstrengung und Aufmerksamkeit geboten", sagte der Bundesagrarminister der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
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Horst Seehofer (© Foto: AP)
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Er glaube, dass die Vorstandsklausur in Kreuth vor einer Woche die CSU sehr zusammengeschweißt und inhaltlich gefestigt habe. Eine erfolgreiche Klausur reiche aber nicht aus, um auch im September gut abzuschneiden.
Der stellvertretende CSU-Chef appellierte an seine Partei: "Wir müssen jetzt kräftig arbeiten und werben, vor allem in Bayern, damit diese deutlich verbesserte Stimmungslage bis zum Herbst, bis zur Landtagswahl, optimiert wird."
Seehofer stellte Parteichef Erwin Huber ein positives Zwischenzeugnis aus: "Das macht er ja, finde ich, recht gut, dass er stark vernehmbar für unsere Positionen eintritt." Die Forderungen nach einer Steuerreform, der Wiedereinführung der Pendlerpauschale vom ersten Kilometer an und finanzieller Entlastung für Eltern seien nötig, um das Ziel "Mehr netto" zu erreichen.
Trotz des Umfragewerts von 50 Prozent für die CSU in einer aktuellen Befragung zeigte sich Seehofer zuversichtlich: "Wenn ich mir vorstelle, wie die tägliche Medienlage war, entsprechend dann die Stimmung bei unseren Anhängern, dann betrachte ich ein Umfrageergebnis, das uns an der Schwelle zur absoluten Mehrheit sieht, durchaus als Rückenwind."
Die CSU in Bayern habe aus seiner Sicht ein Potenzial von 60 Prozent, die Union im Bund von etwa 45 Prozent. "Aber zwischen dem, was Potenzial und Ist-Ergebnisse bei Wahlen betrifft, besteht nicht immer Übereinstimmung."
Seehofer wies die Bedenken aus seiner Partei zurück, dass Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) die Voraussetzungen für den Gesundheitsfonds nicht bis zum Jahresende erfüllt. Der Fonds sei an bestimmte Voraussetzungen gebunden, sagte er. "Ich bin aber auch da sehr sicher, dass diese Voraussetzungen erfüllt werden von der Bundesregierung, und dass dann auch der Fonds wie beschlossen in Kraft treten wird."
Die CSU fordert, dass die Krankenkassen pro Land nicht mit mehr als 100 Millionen Euro im Jahr belastet werden. Dies hatte Schmidt zugesichert. CSU-Chef Huber hatte mit Blockade im Bundesrat gedroht, falls die Voraussetzungen nicht erfüllt würden.
(dpa/odg)
OB-Kandidatin Nallinger
Die neueste Antwort
Ich gebe Ihnen in allen Punkten, bis auf einen, Recht:
"Er kann Huber derzeit nur schwerlich kritisieren, ..."
Aber Seehofer hat es mit seiner Aussage über Huber definitiv für jeden unverkennbar getan. Er hat sich keine große Mühe gemacht, das zu verklausulieren.
Dennoch wird Seehofer der csU damit nicht schaden, denn jeder sieht ja, daß er absolut Recht hat mit seinem vernichtenden Urteil über Huber.
Und Beckstein betreffend: da wollte Seehofer wohl nicht so taktlos sein, bei jemandem, der schon am Boden liegt, nochmal nachzutreten.
Ich sehe die Aussage von Seehofer auch als verschleierte Kritik an einem Totalversager. Es muss wohl genau übersetzt sogar heissen "Huber hat sich stets laut, aber vergeblich bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden", eine glatte 6 also.
Obwohl Seehofer so dann und wann Schwächeanfälle hat, blickt er doch noch einigermassen durch und hat sicherlich die Schwächen bzw. Unfähigkeit von Huber und dessen Kumpan Beckstein erkannt. Das hat man auch gesehen, als das "Diletanten"-Tandem bei der Aufteilung des Stoiberfells einen Seehofer vor vollendete Tatsachen stellen wollte. Da hat Seehofer davon gesprochen, dass manche Stoiber "totale Unterstützung" zugesagt, aber den Dolch schon unter dem Mantel getragen haben. Als Beckstein dann Seehofer über die Medien drängen wollte, die Kandidatur gegen Huber aufzugeben, weil dabei angeblich weitere Wunden in der CSU aufgerissen würden, hat Seehofer dies als mangelndes Demokratieverständnis angeprangert und Beckstein musste wieder zurückrudern. Später hat Beckstein dann seinen Kumpan Huber permanent bevorzugt und damit die Huber-Getreuen immer wieder zur Schlammschlacht gegen Seehofer angestiftet. Auch dies hat Seehofer ganz sicher erkannt.
Es ist also schlecht vorstellbar, dass Seehofer auf Huber gut zu sprechen ist oder gar dessen Schwächen und Blamagen nicht erkannt hat. Er kann Huber derzeit nur schwerlich kritisieren, da er damit die CSU, die sich ohnehin seit Jahren in einer Dauerkrise befindet, noch weiter schwächen würde.
Daran krankt unser System.
Politiker und ihre Parteien ignorieren die tatsächlichen Probleme und Bedürfnisse des Volkes, statt dessen zünden sie den Turbo, wenn es um Macht, Geld und schaffen und erweitern der eigenen Pfründe geht.
Persönliche Verantwortung populistisch zu proklamieren und sie dann tatsächlich zu zeigen(siehe jüngst Huber und LB) sind eben 2 Paar Schuhe. Unsere Volksvertreter scheinen 2 linke Schuhe zu tragen und rechts herum laufen zu wollen.
Mich als Bürger interessieren nicht die nervenden politischen Standortbestimmungen und wieviel % der Wählergunst die einzelnen Parteien auf sich vereinen, mich interessieren intelligente Lösungen und ein auf Gemeinwohl gerichtetes Agieren.
Und angesichts der Situation in unserem Land muss dies so schnell wie möglich geschehen, will man es nicht zum sozialen Flächenbrand eskalieren lassen.
Ich jedenfalls sehe keinen Anlass einen der beiden Herren zu loben.
Das spornt so richtig an.
Seehofer über Huber: "Das macht er ja, finde ich, recht gut, dass er stark vernehmbar für unsere Positionen eintritt."
Das klingt wie: Er hat sich stets bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden.
Eine schallende Ohrfeige für Huber aus den eigenen Reihen.