Für CSU-Chef Seehofer steht fest: Der Gesundheitsfonds muss weg. "Da muss sich Grundlegendes ändern", sagt er und stößt auf Widerstand.
CSU-Chef Horst Seehofer hat den Gesundheitsfonds erneut infrage gestellt. "Ich möchte, dass unsere Mediziner vernünftig honoriert werden, das ist mit diesem Projekt bisher gründlich in die Hose gegangen", sagte der bayerische Ministerpräsident in Berlin.
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CSU-Chef Horst Seehofer: Mit kosmetischen Änderungen sei am Gesundheitsfonds "nichts mehr zu machen". (© Foto: AP)
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Es könne nicht sein, dass es Beitragserhöhungen gebe, aber die Situation für Ärzte schlechter werde. "Da muss sich Grundlegendes ändern."
Mit kosmetischen Änderungen sei "nichts mehr zu machen". "Da ist jetzt eine rote Linie überschritten." Möglicherweise seien auch bei der Selbstverwaltung der Ärzte Fehler gemacht worden, sagte Seehofer.
Die CSU will also den von ihr mitbeschlossenen Gesundheitsfonds wieder abschaffen. "Unser Gesundheitssystem ist intransparent und leistungsfeindlich geworden", sagte Parteichef Horst Seehofer dem Münchner Merkur, "wir brauchen einen klaren Schnitt und eine Neubesinnung".
Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) sagte der Zeitung: "Der Fonds muss weg."
Gegen Kritik aus Bayern und Baden-Württemberg will Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) an der umstrittenen Honorarreform für die niedergelassenen Ärzte festhalten.
Eine Rückkehr zum alten System einer Deckelung der Ärztehonorare gemäß allgemeiner Lohnentwicklung oder eine Ordnung mit Kostenerstattung durch die Versicherten werde es mit ihr nicht geben, schrieb Schmidt in einem Brief an ihre baden-württembergische Kollegin Monika Stolz (CDU), der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.
Stolz hatte dramatische Auswirkungen der Reform beklagt und eine grundlegende Überarbeitung gefordert. Anders als der bayerische Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) will Stolz allerdings nicht vorübergehend zur alten Ordnung zurückkehren.
Bayern will per Entschließungsantrag im Bundesrat erreichen, dass die alten Regeln einer Bezahlung der Ärzte nach einem Punktesystem wieder zugelassen werden.
In ihrem Schreiben griff Schmidt Stolz scharf an. "Ihr Haus war an den entsprechenden politischen Verhandlungen der Jahre 2003 und 2006 von Anfang bis Ende beteiligt", schreibt Schmidt. Deshalb befremde sie die Schuldzuweisung von Stolz.
Im Sommer war den Ärzten ein Honorar-Zuwachs von 2,7 Milliarden Euro im Vergleich zu 2007 auf insgesamt knapp 30 Milliarden Euro zugesagt worden. Zudem gelten seit Jahresbeginn neue Abrechnungsregeln.
Viele Mediziner in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein protestieren seither gegen befürchtete Einbußen. Sie drohten Einschränkungen bei der Versorgung der Patienten an oder verlangten Vorkasse.
Die CSU will mittelfristig das seit 1955 in Deutschland existierende Honorarsystem abschaffen. Söder will die bisherige Verteilung fixer Honorare durch die Kassenärztlichen Vereinigungen durch eine frei ausgehandelte Gebührenordnung ersetzen, nach der die Ärzte mit den Krankenkassen abrechnen könnten.
Unterstützung bei dem Bemühen, den Gesundheitsfonds wieder abzuschaffen, bekommt Bayern von der SPD. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat den Vorschlag von Söder für eine grundlegende Reform des Honorarsystems für Ärzte begrüßt. "Ich halte den Vorstoß für völlig richtig", sagte Lauterbach der Süddeutschen Zeitung.
Er entspreche der Position, die er seit Jahren vertrete. Söder hatte vorgeschlagen, die bisherige Verteilung fixer Honorare durch die Kassenärztlichen Vereinigungen abzuschaffen und durch eine frei ausgehandelte Gebührenordnung nach dem Vorbild der Privatversicherer zu ersetzen.
Mit Einführung einer solchen Gebührenordnung, die für Kassenpatienten und Privatversicherte gelte, "würde es für den gleichen Krebsfall immer genau das gleiche Honorar geben", sagte Lauterbach der Zeitung. Seine Rechnungen könne der Arzt direkt an die Krankenkasse seines Patienten schicken, statt wie bislang den Umweg über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) zu nehmen. "Das würde eine deutliche Entbürokratisierung und mehr Gerechtigkeit bringen", betonte Lauterbach. So erhalte der freiwillig gesetzlich Versicherte endlich genau die gleiche Behandlung wie ein Privatpatient.
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(dpa/AP/bica/liv)
Die neueste Antwort
Man kann viel gegen den Gesudheitsfonds einwenden, aber das Verhalten von Herr Seehofer ist reiner Populismus, zu ihm passt das bezeichnende Wort aus aus den Jahren 1989/90 :"WENDEHALS". Alles vergessen , was man früher gesagt, dem man zugestimmt und an dem man mitgearbeitet hatte ! Bei der Pendlerpauschale war es nicht anders.
Herr Seehofer war wahrscheinlich nie Mitglied der Bundesregierung oder er leidet an totalem Gedächtnisverlust.
Und da glauben doch viele Leute in Bayern, dass das alljährliche Politikerderblecken auf dem Nockherberg Spass und Übertreibung sei. Nein - besonders die CSU-Politiker sind wirklich so. Seehofer, Söder, Haderthauer sind doch nur noch Witzfiguren (nicht zu vergessen der Schüttl-Schorsch). Hau Ruck-Politik nach dem Geschmack des Stammtisches.
Bitte nächste Woche (12. März) genau aufpassen, dann sind sie wieder alle zusammen am Nockherberg - die echten Schauspieler (Seehofer, Söder etc.) und ihre Doubles.
In Deutschland wird ein neues System zur Bezahlung von Ärzten eingeführt. Durchgesetzt haben genau dieses System die Vertreter der Ärzte - gegen den Willen der Krankenkassen. Die Politiker haben nur das in Gesetze gegossen was die Ärzte wollten. Für die Umsetzung waren die Ärzte selbst zuständig.
Nun funktioniert das ganze aber nicht. Und wer ist nun Schuld? Etwa die Ärzte und die von Ihnen gewählten und bezahlten Vertreter? Nein. Natürlich die Politiker, die so blöd waren auf die Ärzte zu hören!!!!
Und die haben, weil sie ja so lange studierten, ein natürliches Anrecht auf ein gutes Einkommen.
Gilt das jetzt auch für Ingenieure, Sozialarbeiter, Erzieherinnen (5 Jahre Ausbildung), Naturwissenschaftler etc.? Oder nur für Götter in weiß?
Und warum muss man eigentlich auch dann, wenn man sich selbst in die Sch... gefahren hat die Politiker dafür verantwortlich machen
regulierte Gebilde auf der ganzen Welt. Darauf sollten wir stolz sein. 250 Milliarden Euro werden jedes Jahr in diesen Moloch gepumpt und niemand weiß, wo das Geld hinversickert.
Was noch fehlt sind zwei Behörden wie die Bafin und die SoFFin, damit die Ärzte vor lauter Bürokram entgültig nicht mehr zum Arbeiten kommen. Denn dann gehen die Behandlungs- und Medikamentenkosten blitzartig runter.
wittert wieder mal Wählerstimmen, die es einzufangen gilt. Ob er damit allerdings die Talfahrt der CSU verhindern kann.
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