Hochwasser in Niederbayern Ein Hoch auf die Feuerwehr

Mit Schaufeln räumen ein Feuerwehrmann und Helfer die Straße vom Schlamm frei.

(Foto: dpa)

Man lästert ja gerne mal über die Feuerwehr, die mit ihrem teuren Equipment wenig anderes tun, als Katzen vom Baum zu retten. Bis es zu Katastrophen wie in Niederbayern kommt.

Kommentar von Sebastian Beck

Es soll ja Menschen geben, die gerne mal über Feuerwehrler und Wasserwachtler frotzeln: In einigen Dörfern haftet den Aktiven der Ruf von Gschaftlhubern an, die vom Gemeinderat mit sündteurer Ausrüstung versorgt werden. Alleine im Landkreis Passau gibt es 154 Feuerwehren, von denen einige allenfalls mal eine Katze vom Baum holen oder den Volksfestplatz sichern.

Angesichts der Katastrophe in Niederbayern vergeht aber selbst Spöttern das Lachen: Denn ebenso eindrucksvoll wie die Bilder der Schlammmassen ist die Hilfsbereitschaft der Menschen. Hunderte Freiwillige haben wieder einmal alles liegen und stehen lassen, um zu einem Einsatz auszurücken, der womöglich Tage dauert und Risiken birgt.

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So groß das Unglück auch sein mag, es ist tröstlich, wenn die Retter mit modernem Gerät unterwegs sind und wissen, wie man damit umgeht. Zuletzt konnte ganz Deutschland im Februar mitverfolgen, wie nach dem Zugunglück von Bad Aibling binnen Minuten 700 Einsatzkräfte mobilisiert wurden, die bei der Bergung der Opfer ebenso professionell wie koordiniert vorgingen. Gerade auf dem Land ist die Bereitschaft nach wie vor groß, sich selbst in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen.

Doch in den Ballungsräumen leidet die Feuerwehr unter Nachwuchsmangel. Dabei müssen große Stützpunktfeuerwehren regelmäßig ausrücken, um Tote und Verletzte aus Autowracks zu schneiden. Für die wenigen Aktiven ist das eine enorme Belastung, zumal Arbeitgeber auch noch maulen, wenn der Kommandant wieder einmal fehlt.

So ein Hochwasser wie in Niederbayern ist eine Gelegenheit, sich selbst zu fragen, ob man nicht auch mehr tun könnte - bei der Feuerwehr oder anderen Organisationen. Man muss ja nicht gleich Rettungstaucher werden, sondern kann mit der Katze auf dem Baum anfangen.

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