Von Christine Burtscheidt

Bayern spart - doch nicht bei Lehrern. Im kommenden Jahr sollen zahlreiche zusätzliche Pädagogen an bayerischen Schulen eingestellt werden.

Bayern muss sparen - doch an einem spart das Land nicht: den zusätzlichen Lehrern, die die neue Regierung seit ihrem Amtsantritt versprochen hat. Bereits im Herbst haben CSU und FDP im Nachtragshaushalt 1000 neue Lehrer bewilligt. Nun kommen noch mehr dazu.

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An Lehrern soll es in Bayern künftig nicht mangeln. Selbst wenn die Schülerzahlen sinken, sollen ihre Stellen erhalten bleiben. (© Foto: AP)

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Nach Abschluss der Etatverhandlungen stehen in den Jahren 2009 und 2010 Mittel für weitere 2280 Lehrer zur Verfügung. Das soll helfen, kleinere Klassen zu schaffen, mehr Ganztagsschulen einzuführen und Migrantenkinder besser zu fördern.

Noch vor Ostern soll der Haushalt verabschiedet werden. Fast alle Ressorts müssen sparen, doch Investitionen in neue Studienplätze, Stellen für Polizisten und Lehrer haben Priorität. Das Kultusministerium schnitt bei den Etatverhandlungen mit 1230 Stellen für 2009 und weiteren 1050 für 2010 über die Erwartungen gut ab.

Darüber hinaus gelang es Kultusminister Ludwig Spaenle seinem Parteikollegen, Finanzminister Georg Fahrenschon, das Versprechen abzuringen, im Zuge des demographischen Wandels keine Stelle abzubauen. Das bedeutet, auch wenn es weniger Kinder gibt, sollen keine Lehrerstellen gestrichen werden.

Denn wegen rückläufiger Geburtenzahlen in strukturschwachen Regionen wie Oberfranken könnten rein rechnerisch in den beiden nächsten Jahren 1300 Stellen wegfallen. Zudem will sich Spaenle dafür einsetzen, dass keine Hauptschule mehr schließen muss.

Der Präsident des bayerischen Lehrerverbands, Klaus Wenzel, begrüßte die Entwicklung als "wichtiges Indiz dafür, dass die Staatsregierung mit Veränderungen Ernst macht". Auch der Vorsitzende des Philologenverbandes, Max Schmidt, sprach von einem "richtigen Signal".

Ganztagsschule stärken

Konkret sollen die Stellen genutzt werden, um übergroße Klassen zu verhindern. Besonders betroffen sind davon Berufs- und Realschulen sowie die Gymnasien. Die schwarz-gelbe Koalition setzt sich zum Ziel, an den weiterführenden Schulen binnen fünf Jahren überall nur noch Klassen von höchstens 25 Schülern zu erreichen. Philologenchef Schmidt rät, am achtjährigen Gymnasium mit kleineren Gruppen in den Fächern Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen zu beginnen.

Darüber hinaus soll die Ganztagsschule gestärkt werden. Die zusätzlichen Lehrer werden zunächst in Hauptschulen eingesetzt, in denen der Anteil von Migrantenkindern hoch ist. Mittel stehen hierfür auch durch das Investitionsprogramm "Bayern 2020" bereit.

Ein Konzept für den Einsatz der neuen Lehrer will das Ministerium bis zum Kommunalgipfel am 11. Februar vorlegen. Die Ganztagsschule an Realschulen und Gymnasien wird hingegen auf sich warten lassen. Hier will Spaenle vorerst nur in einzelne Vorbildprojekte einsteigen.

Generell gab sich der Kultusminister mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden: "Wir können einhalten, was wir im Koalitionsvertrag versprochen haben." Tatsächlich liegt sein Ressort beim Doppelhaushalt 2009/10 im Plan. So versprach die Staatsregierung, noch vor der Landtagswahl im Verlauf der jetzt angebrochenen Legislaturperiode insgesamt 5000 Lehrerstellen zusätzlich zu schaffen, was jährlich in etwa 1000 entspricht.

Während der Koalitionsverhandlungen waren sogar 9000 zusätzliche Stellen im Gespräch. Doch angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise distanzierten sich CSU und FDP schnell wieder von den hochfliegenden Plänen.

Düster schaut es für die bayerischen Schulen jedoch von 2011 an aus. Denn dann wirken sich die Belastungen aus der Landesbank-Krise direkt auf den Staatsetat aus. Spaenle wäre froh, wenn er "die Rendite aus dem Wegfall der 13.Gymnasialklasse retten kann". Im Sommer 2011 läuft der neunjährige Gymnasialzug aus, wodurch zwangsläufig Lehrerstellen frei werden.

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(SZ vom 08.01.2009/gal)