Ministerpräsident Seehofer ist sauer: Wegen ihrer Kritik an CSU-Ikone Franz Josef Strauß erwog er nach SZ-Informationen offenbar, Christine Haderthauer aus dem Kabinett zu werfen.
Sozialministerin Christine Haderthauer stand wegen ihrer Bemerkung, wonach der ehemalige CSU-Chef Franz Josef Strauß kein Vorbild sei, offenbar kurz vor ihrem Rauswurf aus dem Kabinett. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll Ministerpräsident Horst Seehofer erwogen haben, Haderthauer deswegen zu entlassen.
Christine Haderthauer hat mit ihrer Äußerung über CSU-Ikone Strauß den Zorn des Parteichefs auf sich gezogen. (© Foto: Getty Images)
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In einer Sitzung führender CSU-Politiker am Sonntagabend in der Staatskanzlei hat Seehofer nach Angaben von Teilnehmern gesagt, er habe kurzzeitig überlegt, Haderthauer "rauszuschmeißen", dann aber entschieden, ihr noch eine "Bewährungsfrist" einzuräumen. Seehofer war über Haderthauers Ausrutscher so erzürnt, dass er sofort bei ihr intervenierte.
Das Verhältnis zwischen beiden gilt ohnehin als angespannt. Seehofer hatte die ehemalige Generalsekretärin zur allgemeinen Überraschung vor allem deshalb in sein Kabinett berufen, um damit das Manko an jüngeren Frauen in Führungsämtern ein wenig abzumildern.
In der CSU wird Haderthauer nicht nur ihre Distanzierung von Strauß übelgenommen, sondern auch, dass sie im gleichen Atemzug ausgerechnet die FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher zu ihren Vorbildern gezählt hatte. Die Liberale gilt in der CSU seit jeher als rotes Tuch.
"Das Mädchen hat eine ganz fatale Neigung zu dummschwätzerischen Bemerkungen", sagte ein führender CSU-Mann über Haderthauer. Süffisant wird in der CSU daran erinnert, dass Franz Josef Strauß selbst solche Äußerungen gerne als "Wortdurchfall" bezeichnet hat.
Für Haderthauers weitere Karriereplanung könnte die Plauderei über die CSU-Ikone Strauß noch unangenehme Folgen haben. Sie will im Sommer neue Vorsitzende der Frauen-Union werden, und zwar "unbedingt", wie es in Parteikreisen heißt. Damit könnte sich die 46-Jährige eine eigene Hausmacht in der CSU aufbauen, was es schwerer machen würde, sie bei künftigen Regierungsbildungen zu übergehen. "Das wird ihre Chancen erheblich schmälern", sagte ein CSU-Vorstandsmitglied.
- CSU Rüffel für Haderthauer 18.04.2009
- CSU Haderthauer: Strauß ist kein Vorbild 17.04.2009
(SZ vom 21.04.2009)
Die neueste Antwort
würde Manches wieder besser. Nein, man darf nicht ein Bisserl an einer überholten Ikone kratzen, und schon wird überlegt, ob man die "Verantwortliche" rauswirft.
Der alte Franz Josef wäre mit seinen Gedanken von gestern heute längst überholt. Und da darf man auch mal leise seine Fehler erwähnen, ohne gleich gebrandmarkt zu werden. Jeder Mensch hat Fehler! Was hat die CSU da bloß für eine Einstellung? Der war denen ihr Kini, gell...
MP Seehofer lässt kein Fettnäpfchen aus, in das ein CSU Spitzenpolitiker treten kann, und gibt das Bild des "Elefanten im Porzellanladens" ab! Warum nur? Soll die Bevölkerung mit Macht dazu gebracht werden, die CSU nicht mehr zu wählen? Was soll die Berufung auf "den Mythos Strauß" jetzt, 20 Jahre nach dessen Tod, bewirken? Wird durch diesen "verspäteten Personenkult" irgendeines der derzeit bestehenden dringenden Probleme Bayerns gelöst, oder soll von den Problemen und der Hilflosigkeit der CSU, diese zu lösen, ablenkt werden? Oder meint Seehofer, die Wahlergebnisse von Strauß in Bayern mit "Verehrungsgesten" wiederholen zu können? Personenkult und das Motto "die Partei (CSU) hat immer recht" und "der Vorsitzende bestimmt, was die Parteimitglieder zu denken und zu sagen haben", empfinde ich als Zeichen einer "Dekadenz" in der CSU, die sich nur schädlich auf das Wahlverhalten der bayerischen Wählerinnen und Wähler auswirken kann. Der "Rückzieher" Seehofers, Frau Haderthauer gleich aus dem Kabinett zu entfernen, könnte darauf zurückzuführen sein, dass der MP die Entlassung eines Kabinettsmitglieds gemäß Art. 45 der Bayerischen Verfassung nur mit Zustimmung des Landtags vornehmen kann! Das bedeutet, dass nicht nur die CSU-Fraktion, sondern auch die FDP-Fraktion der Entlassung im Landtag zustimmen müsste! So einfach geht eben ein "Rauswurf" durch den MP in Bayern nicht. Da könnten doch manche Abgeordnete der Meinung sein, die Verweigerung von Frau Haderthauer, beim Personenkult um Strauß mitzumachen, sei kein Entlassungsgrund für einen Staatsminister! Im übrigen hat sie doch in der Sache recht: Neben "viel Licht" beim "großen Vorsitzenden" hat es doch auch "viel Schatten" gegeben! Sind denn die Affären um den Schützenpanzer HS 30, die Spiegelaffäre und manch andere "dunkle Stellen" im Leben von FJS "beispielgebend" für die Bürger heute? Die Linie Seehofers mit seiner unbedingten Straußverehrung und der Förderung seiner Tochter Monika Hohlmeier zur oberfränkischen "Lichtgestalt" im Europawahlkampf wird dazu führen, dass immer weniger klar denkende Wahlberechtigte in Bayern der CSU nochmals ihre Stimmen geben möchten. Dann lieber Freie Wähler oder FDP als bürgerliche Alternativen wählen! Am 7.6.2009 wird die CSU wie ein reaktionsschwach und kraftlos gewordener Boxer vom Schiedsrichter "Bevölkerung" ausgezählt werden! Dafür trägt dann der Parteivorsitzende und MP Seehofer die Verantwortung, nicht die CSU-Basis!
trotz CSU. Dass niemand, auch in der eigenen Partei, auch nur annähernd negatives über den einstigen Herrscher über die Stammtische sagen darf ist schlimm genug. Wesentlich fataler und erschreckender ist wie vielen Menschen diese Allmachtsansprüche gefallen.
Mit Seehofer wird wieder Politik im Stil von Strauß gemacht. Ich wollte nie einen CSU-Ministerpräsidenten, aber jetzt "sehne" ich Beckstein zurück. Der hat seine Law - and Ordermanieren bei Amtsantritt wohltuend - na sagen wir mal zurück gestellt.
wenn ich das schon wieder lese "mädel".... das ist trotz allem eine gestandene frau. "bub"-seehofer sagt ja auch keiner.
schon mal was chauvinismus gehört? da kann man frau haderthauer mögen oder nicht mögen.
Filz?? Bei der CSU?? Niemals... :-))
Paging