Haderthauer besucht Asylunterkunft Harte Linie gegen Flüchtlinge

Hunderte Flüchtlinge in Wohncontainern: Sozialministerin Haderthauer besucht das erweiterte Erstaufnahmelager in Zirndorf und macht sich für den Ausbau von den umstrittenen Gemeinschaftsunterkünften stark.

Von Katja Auer, Zirndorf

Es riecht neu in den Wohncontainern und ein bisschen schon nach Küche und Zigarettenrauch. Ein Stockbett pro Zimmer, ein Tisch, zwei Stühle, ein kleiner Spind, ein Kühlschrank. Ein paar Räume sind schon belegt, es heißt, dass manche Familien lieber ein Zwei-Bett-Zimmer in den neuen Modulen als ein größeres in den alten Steingebäuden beziehen.

Es ist wieder etwas mehr Platz in der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Zirndorf, das ist die gute Nachricht. Im Herbst war das Lager so voll, dass die Menschen in der Kapelle und im muslimischen Gebetsraum campieren mussten, sie schliefen in der Cafeteria und schließlich sogar in beheizten Zelten und Garagen. Jetzt hat die Regierung von Mittelfranken Wohncontainer im Hof gestapelt, drei Stockwerke hoch, und so 150 neue Plätze geschaffen. Deswegen ist Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) am Donnerstag für eine Stippvisite nach Zirndorf gekommen, zwischen einem Besuch auf der Spielwarenmesse und einem bei den Landfrauen, um zu begutachten, "was wir mit vereinten Kräften geschafft haben".

Es wurde höchste Zeit für eine gute Nachricht in Zirndorf, denn das vergangene Jahr war ein schwieriges. Der unerwartete Zustrom von Asylbewerbern ließ die beiden bayerischen Erstaufnahmeeinrichtungen in München und Zirndorf an ihre Kapazitätsgrenzen gelangen und darüber hinaus. Für 500 Personen ist die Einrichtung in Zirndorf ausgelegt, im Oktober des vergangenen Jahres wohnten dort 1043 Menschen.

Da war Haderthauer auch kurz zu Besuch, ohne Presse allerdings. Wie auch in der Gemeinschaftsunterkunft in Würzburg, in der sich vor einem Jahr der Iraner Mohammed Rahsepar erhängte. Der Würzburger Bischof Friedhelm Hoffmann hatte sich wegen der schlechten Zustände an die Sozialministerin gewandt, deswegen habe sie die Einrichtung vor kurzem mit ihm zusammen besucht. Um festzustellen, dass alles in Ordnung sei. Solche Besuche seien für sie keine Showtermine, sagte sie.

Öffentlich hält Haderthauer stets Abstand zu den heiklen Asylthemen oder verweist auf die Zuständigkeit der anderen. Des Bundes, der Bezirksregierungen, der Kommunen. Ein Gespräch mit den Würzburger Flüchtlingen lehnte sie ab, die nach dem Selbstmord Rahsepars monatelang in der Würzburger Innenstadt demonstrierte, in den Hungerstreik traten und am Ende nach Berlin marschierten. Auf Facebook schrieb sie in einem kurz darauf gelöschten Beitrag, dass sich der Staat nicht erpressen oder zu Gesprächen herbeizitieren lasse. Am Montag, dem Jahrestag des Selbstmords des Iraners, legten Vertreter der Karawane München, einer Flüchtlingsorganisation, einen Kranz vor dem Sozialministerium nieder.

In ihrer Wortwahl zeigt sich Haderthauer hart. Am Tag, als sie das damals überfüllte Lager in Zirndorf besuchte, sagte sie, dass alle Flüchtlinge in Bayern unter humanen Bedingungen untergebracht seien.