Die Vorwürfe wollten die Bauern nicht auf sich sitzen lassen. Allen voran Erwin Schneiderbauer, der spät nachts in der Niederbayernhalle seinen Auftritt hatte . Auf seinem uralten Vierseithof im Pfarrkirchner Hügelland erlebt der 46-jährige Niederbayer die Agrarkrise am eigenen Leib. Und er ist über sie zu einem Sprachrohr der Frustrierten, der Zornigen und all derer geworden, die sich ihr ohnmächtig ausgeliefert fühlen.
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Bewusste Wortwahl
"Den Schneiderbauer, den musst du hören", sagen sie auf den Dörfern. "Der nimmt koa Blatt vor den Mund, der sagt, wie's is."
Aufsehen hat Schneiderbauer schon vor dem Haberfeldtreiben erregt. In einer E-Mail warf er Sonnleitner "Hochverrat" an den Bauern und am "gesamten deutschen Volk" vor. Das Haberfeldtreiben sollte "unvergesslich" werden für den Bauernpräsidenten und seine Gefolgsleute, was prompt als unverhohlene Drohung verstanden wurde.
Man tut Schneiderbauer sicher nicht Unrecht, wenn man sagt, er habe seine Worte bewusst gewählt. Schneiderbauer weiß, wie man Aufsehen erregt, er hat ein gewisses, schlitzohriges Talent als Redner und Kabarettist. Wenngleich von eher derber Art und gewiss nicht politisch korrekt.
So ruft Schneiderbauer am Freitag, es geht auf Mitternacht zu, ins Mikrophon, er habe "Sonnleitner früher immer wieder mal als Zigeuner beschimpft". Nun tue er das nicht mehr. "Denn", so Schneiderbauer vor den tobenden Bauern, "das wär' eine Beleidigung der Zigeuner. Nicht nur, dass die wie Pech und Schwefel zusammenhalten, da lässt der Obere nix auf die unten kommen."
"Nur brave Bauersleit"
Als Schneiderbauer gleich darauf fordert, "dass sich Herrmann sofort für seine Nazi-Vorwürfe bei uns entschuldigen muss oder aber zurücktreten soll, denn hier herin, hier herin da san nur brave Bauersleit, koane Nazi", hält es keinen auf den Bänken. Alle stehen sie auf, etliche klettern gar auf die Biertische. Minutenlang brandet Beifall durch die Halle, Pfiffe gellen, Kuhglocken, Ratschen und Trommeln dröhnen, Blasinstrumente jaulen. "Ja", ruft Schneiderbauer ein wenig später und grinst unverschämt, "wenn du bis zum Hals in der Scheiße steckst, darfst du den Kopf nicht hängen lassen."
Auch Agrarminister Brunner sind solche Sprüche viel zu derb. Und Brunner ist überhaupt kein Freund des Haberfeldtreibens. Aber Brunner sagt, dass "die Zukunftskommission Landwirtschaft davon lebt, dass der gesamte Bauernstand in ihr vertreten ist". Das habe auch Seehofer stets so gesehen. Was Straubingers Forderung nach dem Ausschluss der AbL anbelangt, will Brunner keine übereilte Entscheidung treffen.
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(SZ vom 16.11.2009/aho)
OB-Kandidatin Nallinger
Die neueste Antwort
Die bauern sind eh schon verkauft. Viele sind verschuldet und dürfen bald ihre Höfe zu einen Dumping-preis an internationale Agrarkonzerne abtreten. oder an giereige Berufskollegen.
Warum keiner "mit der Staatsmacht" gegen die Bauern vorgegangen ist?
Weil sie nichts mehr zählen. Die Bauern sind längst abgeschrieben und faktisch am Sand.
Die CSU-Bonzen haben ja mächtig schiß. Gegen jede andere politische Gruppierung hätten sie schon längst Schlagstock und CS-Gas einsetzen lassen und dann alle in den Knast stecken lassen und zu Geldstrafen verknackt. Nicht angemeldete Versammlung, Ruhestörung, Beleidigung, Landfriedensbruch, Widerstand gegen die Staatsgewalt (hier ja nicht nötig, da Polizei sich zurückhielt und nicht einschritt)
Lassen wir harte Fakten sprechen. Die Getreidepreise und auch der für Milch sind "im Keller". Schlachtvieh mag gehen. Letzten Endes steigen für Landwirte viele Kosten, während die Erzeugnisse bescheiden entgolten werden. Ohne Subventionen wären die Betriebe m. E. wirtschaftlich kaum lebensfähig. Ein Bauer, der ständig auf dem Amt anstehen muss, ist letztendlich abhängig. Und dieses Gefühl ist für einen "freien Bauern" wenig behaglich.
Wenn es nun Konflikte gibt zwischen Gruppen von Bauern, der CSU und dem doch weitgehend CSU-hörigen Bauernverbands-Funktionärskörper wundert mich das nicht. Zum einen sind die Bauern kritischer geworden. Der "Verband" verliert mehr und mehr das Informationsmonopol. Die Bauern besuchen Ausstellungen, kommen miteinander ins Gespräch und was der eine nicht weiss, weiss der andere. Auch das Genossenschaftswesen wird zunehmend kritisch gesehen. Die Kürzel VR-Bank wird mit kräftigen Worten übersetzt und Raiffeisen oft mit "Raffeisen" verbalhornt. Seit Jahrzehnten waren die Bauern die treuesten Wähler der Union. Mit Subventionen wurde dies "versüsst". Seitdem aber die Listen öffentlich sind, gibt es in den Dörfern viele Diskussionen und es stellte sich allzu oft heraus, dass dieses sehr dichte Netzwerk Genossenschaften (Bank und Warengenossenschaft) - Verband - CSU-Landwirtschaftsamt viele "Vorteile" bringt, wobei die Vorteile der einen, logischerweise zu Lasten der anderen gehen müssen. Will es mal etwas deutlicher sagen: Wenn man den einen frühzeitig und rechtzeitig gute Tipps gibt, andere aber nur auf gezielte Fragen informiert werden ( wie auch immer) ist dies sicher für die Position des Einzelnen im Wettbewerb sehr relevant.
Mag dieses Haberfeldtreiben auch einen stark brauchtumsbezogenen oder folkloristischen Anstrich haben; es steckt viel bitterer Ernst dahinter. Sicher ist Grund und Boden beleihbar. Aber letztendlich müssen auch Zins und Tilgung erwirtschaftet werden.
So wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück. Die CSU ist ja wohl das Musterbeispiel einer halb-legalen Organisation in der Lügen, Betrügen. Mobben, Verunglimpfen und noch schlimmeres zum Tagesgeschäft gehört. Und nun wollen diese Leute anderen den Mund verbieten? Das ist doch ein schlechter Witz!
Die CSU soll ruhig so weiter machen. Dann hat sie zum Glück das gleiche Schicksal wie die SPD vor sich. Die CSU ist wie die SPD überflüssig wie der berühmte Kropf. Was hat die CSU seit Strauß denn noch zustande gebracht? Nichts, Null, Nada!!!! Nur noch mit sich selbst beschäftigt, einen kapitalen Bockmist nach dem anderen bauen (z.B. Bayern LB) und Personal das es einem Angst und Bange wird. Die größte Bedrohung für Bayern ist derzeit und seit Strauß' Ableben die CSU.
Die Leute sind zum Glück aufgewacht und die Milchbauern als erste und stellen fest, dass mit der CSU keine Staat mehr zu machen ist. Wer aufgewacht ist wie einst die SPD-Wähler, wählt in Zukunft keine CSU mehr. Und das ist auch gut so!
Werter Ex-Minsterpräsidentennahmensvetter und offensichlicher Regierungssympathisant,
"Aber zu Milchpreisen hat sich der [Daxenberger] noch nie geäussert."
da war ja die DDR-Propagande realistischer.
Googeln Sie doch einfach mal "Daxenberger Milchpreis", kein Treffer, nicht einer ... oder sind es doch 4.000
Paging