Von K. Auer

Das Amt des Verteidigungsministers birgt nicht nur Risiken für Guttenberg. Schließlich kann er jetzt beweisen, dass er mehr kann, als fulminante Reden zu halten.

Ach, was wird das für Bilder geben, freuen sich schon die einen. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, wie er aufrecht und dennoch leichtfüßig die Truppen abschreitet, lässig grüßend. Ganz neuen Glanz könnte der Unteroffizier der Reserve der Bundeswehr verleihen, wenn sie in ihren grauen Uniformen dasteht wie der Verband der Fahrkartenkontrolleure.

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Karl-Theodor zu Guttenberg: (© Foto: AP)

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Und dann er, der nach einem Zeitschriften-Urteil bestgekleidete Mann Deutschlands, der vermutlich selbst im Anzug der Bundeswehr-Kampftaucher noch freiherrenhaft aussehen würde.

Englisch könnte er sprechen mit den Wichtigen der Welt, viel besser als der neue Außenminister Guido Westerwelle, und Deutschland, Bayern, Oberfranken und der CSU weltweit Anerkennung verschaffen. So wie früher, als Franz Josef Strauß noch Verteidigungsminister war und die CSU noch Staatspartei. Noch dazu mit einer Familiengeschichte, die verbunden ist mit dem Widerstand im Dritten Reich und die Guttenberg für alle in der Bundeswehr schon vermuteten Umtriebe absolut unverdächtig macht.

Ach, was wird das für Bilder geben, fürchten sich die anderen. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, wie er eine Trauerrede hält, am Sarg von in Afghanistan gefallenen deutschen Soldaten. Die richtigen Worte zu finden, ist da schwierig, er wird schließlich den im Volk ungeliebten Kampfeinsatz rechtfertigen müssen.

Das neue Amt birgt eine Menge Risiken für den jungen Baron. Aber auch eine Menge Chancen. Nach seinem politischen Blitzstart ist das seine erste wirkliche Herausforderung. Im Verteidigungsministerium wird es nicht reichen, ein paar Mal "Nein" zu sagen. Das machte ihn zwar als Wirtschaftsminister populär, passiert ist aber sowohl bei Opel als auch bei Quelle das Gegenteil von dem, was Guttenberg sich vorgestellt hat.

Auf seinem neuen Posten nun kann er beweisen, dass er nicht nur fulminante, wenn auch für schlichte Gemüter schwer verständliche Reden halten kann, sondern auch politisch wirklich ernstzunehmen ist. Gelingt ihm das, wird in der CSU endgültig niemand mehr ohne Guttenberg die Zukunft planen.

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(SZ vom 26.10.2009/bica)