Gundremmingen Mit Totenköpfen und Ballons gegen Atomkraft

"Schöne Grüße vom tödlichen Nachbarn": Mehrere hundert Atomkraftgegner lassen tausende mit Totenköpfen bedruckte Luftballons als Protest gegen das Kernkraftwerk Gundremmingen in die Luft steigen.

Atomkraftgegner haben am Samstag bei bestem Wetter etwa 10.000 Luftballons nahe dem schwäbischen Kernkraftwerk Gundremmingen steigen lassen. In durchsichtigen Schläuchen verpackt bildeten sie ein etwa 25 Meter breites schwarz-gelbes Radioaktivitätszeichen, bevor sie um fünf Minuten vor zwölf Uhr frei gelassen wurden.

Atomkraftgegner protestieren mit Ballons auf einer Wiese vor dem Atomkraftwerk in Gundremmingen.

(Foto: dapd)

"Die Ballons zeigen, wohin eine radioaktive Wolke wehen würde, wenn es in Gundremmingen zu einem Atomunfall oder einem Terroranschlag auf den Reaktor käme", sagte Organisator Christoph Bautz. Die Siedewasserreaktoren in Gundremmingen seien beinahe baugleich mit den Unglücksreaktoren im japanischen Fukushima.

"Gundremmingen gehört eigentlich auch auf die Liste der abzuschaltenden Reaktoren", sagte Bautz. "Hinter jedem Ballon steht ein Mensch, der von der Bundesregierung jetzt den konsequenten und unumkehrbaren Ausstieg aus der Atomkraft verlangt."

"Schöne Grüße vom tödlichen Nachbarn", hieß es auf den Schildern einiger als Skelette verkleideter Teilnehmer. An den mit Totenköpfen bedruckten Ballons waren Postkarten befestigt, auf denen die Finder gebeten werden, die Fundorte mitzuteilen. Diese sollen dann in eine interaktive Landkarte im Internet eingetragen werden.

Die Aktion wurde von dem Kampagnennetzwerk Campact in Zusammenarbeit mit der lokalen Bürgerinitiative "FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager" organisiert.