Als Mütze einzog, da fragte ihn sein Vermieter, ob er etwas gegen Fleischgeruch habe. Er sei Jäger und habe sich in der Garage einen Schlachtraum eingerichtet. Mütze hat nichts gegen Fleischgeruch. Er wirkt überhaupt wie einer, der den praktischen Dingen des Lebens nahe steht. Er passt gut in diese Gegend.

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In Schweinheim mindestens und eigentlich im ganzen Raum Aschaffenburg war Thomas Mütze mal fast ein Star. Er hatte eine Band, die hieß immer wieder anders, aber immer spielte sie Westernhagen. Und Mütze sang. An die Auftritte auf der Schweinheimer Kerb, so heißt die Kirchweih auf unterfränkisch, kann sich Landtagskollege Karsten Klein von der FDP noch gut erinnern. Ein Mordsandrang sei da immer gewesen. Und Mütze echt gut.

Als Mütze 2003 in den Landtag kam, wurde er jugendpolitischer Sprecher. Vor allem aber musste er sich in die Finanzen einarbeiten. Es war recht weit weg von den Themen, die ihn als 16-Jährigen interessiert hatten, als er zu den Grünen gegangen war. Er wollte die Wälder vor saurem Regen retten und die Menschheit vor Atomwaffen schützen.

"Als den Mann fürs intelligente Sparen hat Sie Ihre Kollegin Margarete Bause vorgestellt. Machen Sie doch einmal drei intelligente Sparvorschläge.

Da muss ich Sie auf unsere Fraktionsklausur im Herbst vertrösten, denn wir sind noch mitten in der Arbeit. Wir wollen ein Konzept vorlegen, das dann auch wirklich trägt. Aber auch darin werden Sie die drei Vorschläge nicht finden.

Sie wollen gar nicht sparen?

Doch klar, aber wir streichen nicht einfach drei Projekte. Bei der Bildung sparen wir auf keinen Fall. Es darf auch kein Jahr wie 2004 mehr geben mit diesem Kahlschlag im Sozialbereich, den wir damals erlebten. Wir setzen deshalb nicht einfach auf drei platte Sparvorschläge, sondern eher auf eine Art grundlegenden Dreiklang: Sparen ist das eine, dann müssen wir die Einnahmen verbessern, und wenn alles nichts hilft, dann muss man über neue Schulden nachdenken. Aber das muss wirklich die letzte Möglichkeit sein.

Die Grünen haben sich als Landesbank-Aufklärer hervorgetan. Honoriert der Wähler das?

Ich glaube schon. Über Jahre lag die Kompetenz der CSU gerade bei den Themen Wirtschaft und Finanzen. Jeder dachte, mit der CSU ist man in dem Bereich auf der sicheren Seite. Jetzt erleben wir das Gegenteil, die totale Auflösung. Die haben da Milliarden versenkt."

Mütze gilt heute als der Haushaltsexperte seiner Partei - ein Titel, den er sich hart erarbeitet hat. Er ist kein Charismatiker wie Daxenberger. Auch kein Polemiker wie sein Vorvorgänger Sepp Dürr. Mütze beschreibt sich als sachlich und nicht extrem. Zum Stürmer hat er allerdings nicht unbedingt das Zeug, das weiß er aus der Zeit als Fußballer beim BSC Schweinheim. Vier Tore in sechs Jahren. Das war mager. Heute lacht er drüber. Aber ein gutes Team, auch das weiß er vom Sportplatz, braucht nicht nur Stürmer. Sie braucht auch einen Kapitän.

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  1. "2013 wäre schön"
  2. In kurzen Hosen am Bahnsteig
  3. Sie lesen jetzt "Haben Sie etwas gegen Fleischgeruch?"
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(SZ vom 08.09.2010/caj)