Mütze steht an diesem Tag in kurzen Hosen am Bahnsteig. Es ist einer dieser letzten schönen Sommertage, kein Wetter für Politikerkluft. Mütze fragt, ob man vielleicht ins Schwimmbad wolle. Der 44-Jährige ist unkompliziert. Sehr. Eines der wenigen Dinge, die er mit seinem Vorgänger Sepp Daxenberger gemeinsam hat. Daxenberger, der am 18. August an Krebs starb, hinterlässt eine Lücke, von der auch Mütze nicht so recht weiß, ob er sie überhaupt ausfüllen kann. Mütze ist kein Biobauer wie Daxenberger. Er ist Lehrer. Er kommt auch nicht vom Land. Mütze ist ein Stadt-Grüner.

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Aschaffenburg musste den Abzug von 15.000 US-Soldaten bewältigen, noch heute zeugen leerstehende Block-Landschaften davon, welch große Aufgabe das ist. In den Straßen rundherum heißen die Autowerkstätten immer noch Car Care Center. Mütze steuert auf einen Supermarkt zu, der in einem hässlichen Gebäuderiegel untergebracht ist. Als Lokalpolitiker hatte er damals dem Bau zugestimmt. "Das war nichts", räumt er jetzt ein. "Das ist die einzige Entscheidung, für die ich mich heute schäme."

"Herr Mütze, wann regieren die Grünen in Bayern mit?

2013 wäre schön.

Das geht wahrscheinlich nur mit der CSU.

Noch geht es nur mit der CSU. Man muss sich dann mal unterhalten, was möglich ist. Lange Zeit hat aber offenbar die Phantasie nicht bei allen Parteien ausgereicht, dass es auch ein Bündnis ohne die CSU geben könnte. Aber die Frage stellt sich erst wieder 2013, wenn wir genügend Stimmen bekommen.

Ist die CSU bereit für die Grünen?

Es gibt in beiden Parteien Menschen, die sich aneinander abgekämpft haben und die nicht miteinander können. Es gibt auch Positionen, die nicht kompatibel sind. Aber es wächst ja eine neue Generation heran, und ich sehe auch in der CSU die Offenheit, miteinander zu reden und sich auszutauschen. Und das ist ja schon mal der erste Schritt.

Ist denn Bayern bereit für die Grünen?

Das sieht man doch. Die Grünen sind definitiv in Bayern angekommen. Wir haben eine hohe Akzeptanz."

Mütze lebt in Schweinheim. Ein etwas schmuckloser Stadtteil außerhalb des Zentrums. Eine Gegend mit Einfamilienhäusern und kleinen Gärten dazu. Ein Ort, wo man hinzieht, wenn man seine Ruhe haben will. Seine 13 und 16 Jahre alten Söhne sind hier aufgewachsen. Der Ältere sagt schon jetzt, dass er niemals weg will.

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  1. "2013 wäre schön"
  2. Sie lesen jetzt In kurzen Hosen am Bahnsteig
  3. "Haben Sie etwas gegen Fleischgeruch?"
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