Grüne warnen Lizenz soll Fracking in Bayern ermöglichen

Sagt Bayern wirklich "Nein" zum Fracking? Eine Lizenz für ein britisches Energieunternehmen weckt bei den Grünen im Landtag den Verdacht, die gefährliche Öl- und Gasförderung könnte schon bald in der Oberpfalz erkundet werden.

Von Frank Müller

Eine Untersuchungslizenz für ein britisches Energieunternehmen weckt bei den Landtags-Grünen den Verdacht, dass im Freistaat nun doch das umstrittene Fracking eingesetzt werden könnte. Dies ergebe sich durch die Details der Erlaubnis, die Behörden des Freistaats der britischen Firma Rose Petroleum für ein 2600 Quadratkilometer großes Areal nahe Weiden in der Oberpfalz gegeben hätten, sagte Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann am Sonntag. Diese seit dem 1. Februar gültige "Erkundungslizenz" öffne für Fracking im Freistaat die Tür.

Bei dieser kontrovers diskutierten Fördermethode werden Öl- und Gasvorkommen im Untergrund dadurch erschlossen, dass ein Gemisch aus Wasser und Chemikalien Gesteinsschichten aufbricht. Gegner sehen darin unter anderem eine Gefahr für das Grundwasser. Auch Umweltminister Marcel Huber (CSU) hatte deswegen Fracking im Freistaat erst am vergangenen Freitag wieder definitiv ausgeschlossen. "Bayern sagt Nein zum Fracking, bis jegliches Risiko für Mensch und Natur ausgeschlossen sind", erklärte Huber zum Tag des Wassers.

Dabei handle es sich offenbar nur um Fensterreden und Lippenbekenntnisse, sagte Hartmann unter Bezug auf die Unterlagen, die die Grünen am Wochenende zusammengesucht hatten und die sie an diesem Montag offiziell vorstellen wollen. Demnach hat Rose Petroleum eine schon früher bestehende Lizenz übernommen und darf nun bei Weiden zunächst drei Jahre lang die Rohstoffvorkommen untersuchen. In einer von dem Unternehmen herausgegebenen Erklärung ist dabei die Rede von "konventionellen und unkonventionellen" Methoden. Die früheren Erkundungen durch andere Unternehmen waren demnach erfolglos geblieben. Rose Petroleum wolle aber nun einen neuen Anlauf unternehmen, erklärte die Firma. Der Verdacht, dass dabei auch Fracking zum Zuge kommen könne, liegt aus Sicht der Grünen nahe wegen der örtlichen Vorkommen des für Erdgasfracking geeigneten Posidonienschiefers.

Die Debatte um das vor allem in den USA eingesetzte Fracking ist in Bayern wiederholt aufgeflammt. Zuletzt hatte die Staatsregierung im Januar in der Antwort auf eine CSU-Anfrage diese Methode ausgeschlossen. Sie habe in der Vergangenheit keine Rolle gespielt, dabei bleibe es auch in Zukunft, hieß es. Grünen-Politiker Hartmann sagte, damit würden die Bürger "für dumm verkauft".