Großeinsatz der Polizei Fünf Verletzte und fünf Festnahmen in Waldkraiburger Asylunterkunft

Die Flüchtlingsunterkunft in Waldkraiburg nach dem Polizeieinsatz

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Die Regierung hatte angeordnet, mehrere Kühlschränke aus den Zimmern zu entfernen. Daraufhin kam es zu Ausschreitungen.

Nach einer Auseinandersetzung mit fünf Verletzten in einer Asylunterkunft in Waldkraiburg (Landkreis Mühldorf) hat die Polizei erste Details bekanntgegeben. 120 Beamte waren am Mittwoch bis in die Nacht im Einsatz, um in der Einrichtung für Ruhe zu sorgen. Auslöser des Streits war demnach eine Anordnung der Regierung von Oberbayern, verschiedene vorschriftswidrig angeschlossene Kühlschränke zu entfernen.

Es habe daraufhin "erhebliche Unruhen in der Unterkunft" gegeben, berichtet ein Polizeisprecher. Eine 24 Jahre alte Bewohnerin der Unterkunft steht gemeinsam mit weiteren Bewohnern im Zentrum der Ermittlungen, bei denen es auch um ein versuchtes Tötungsdelikt geht. Bereits gegen Mittag seien die Beamten erstmals in die Flüchtlingsunterkunft gerufen worden, sagte ein Polizeisprecher. Es sei gelungen, die Stimmung zunächst zu beruhigen. Als die 24-Jährige jedoch wegen des Vorfalls in eine andere Einrichtung verlegt werden sollte, sei es zu "massiven Ausschreitungen" gekommen.

Polizisten und Sicherheitskräfte angegriffen

Polizisten seien mit Steinen, Flaschen und anderen Gegenständen angegriffen worden. In der Unterkunft seien Teile der Einrichtung beschädigt worden, und jemand löste Feueralarm aus, "offensichtlich mutwillig", so die Polizei. Nur mit starken Kräften des Präsidiums Oberbayern Süd, der Bereitschafts- und der Bundespolizei sei es gelungen, die Lage zu befrieden. Die 24-Jährige sei "mit richterlicher Bestätigung in Gewahrsam" genommen worden.

Am Abend heizte sich die Stimmung allerdings erneut auf, es kam zu massiven Auseinandersetzungen, bei denen auch Messer verwendet wurden. Ein 29 Jahre alter Bewohner erlitt eine Stichverletzung am Oberkörper und musste mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Die Polizei nahm einen Tatverdächtigen fest, dem sie versuchte Tötung vorwirft. Auch Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes wurden angegriffen. Einer erlitt eine Schnittwunde am rechten Arm, ein zweiter soll nur unverletzt geblieben sein, weil er eine Schutzweste trug. Drei Bewohner mussten mit leichten Verletzungen ambulant behandelt werden.

In der Folge zog die Polizei weitere Kräfte zusammen, um den "Gewaltexzessen", wie es Polizeivizepräsident Jürgen Pickert bezeichnete, ein Ende zu setzen. Neben dem mutmaßlichen Messerstecher wurden drei weitere Bewohner der Einrichtung in Gewahrsam genommen. Pickert sprach von einer "komplexen" Einsatzlage, legte aber Wert auf die Feststellung, dass "der Schutz der überwiegend friedlichen Bewohner der Unterkunft oberste Priorität" gehabt habe.

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