Große Vorlesungsreihe Uni-Klinikum Erlangen wird 200 Jahre alt

Das Uni-Klinikum Erlangen feiert sein 200-jähriges Bestehen mit einer öffentlichen Vorlesungsreihe, die an diesem Montag beginnt. Über sieben Wochen referieren Professoren und Lehrbeauftragte der Universität Erlangen-Nürnberg über die Entwicklung des Klinikums. Den Anfang macht Karl-Heinz Leven, Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin. Er gibt am Abend einen Rundumblick auf die vergangenen 200 Jahre, angefangen bei dem mit acht Betten nur bescheiden ausgestatteten Lehr-Krankenhaus. Zu Beginn der Moderne prägte dort der Kliniker Carl Canstatt maßgeblich die Suche nach neuen Behandlungskonzepten (Vorlesung am 22.2.). Während die Bauten der Klinik das Stadtbild mitbestimmten (29. 2.), schlug die dort stattfindende Forschung über Erlangen hinaus Wellen, etwa im frühen 20. Jahrhundert mit der rätselhaften Technik der Strahlenbehandlung (7. 3.). Nach der Machtergreifung 1933 war das Klinikpersonal binnen kurzer Zeit nationalsozialistisch unterwandert und vollzog Medizinverbrechen wie Zwangssterilisationen (14./21. 3.). Zu Fragen der Medizinethik trug Erlangen immer wieder bei: 1982 kam in der Uni-Klinik das erste deutsche Retortenbaby zur Welt, 2007 wurde das Kind einer Komapatientin per Kaiserschnitt entbunden (4. 4.) . Die Vorlesungen finden montags im Rudolf-Wöhrl-Hörsaal, Östliche-Stadtmauer 11, statt. Beginn ist um 18.15 Uhr, der Eintritt ist frei.