Der mögliche Schaden an einem Leitungsrohr im Atomkraftwerk Grafenrheinfeld sorgt weiter für Wirbel. Eon schließt einen Verschleiß nicht aus.
Der mögliche Schaden an einem Leitungsrohr im unterfränkischen Atomkraftwerk Grafenrheinfeld sorgt weiter für Wirbel. Im Juni 2010 hatte laut dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel ein Ultraschall-Messgerät einen möglichen Riss an einer Leitung im Reaktorinneren angezeigt. Eon hat den Vorfall erst am 21. Dezember als meldepflichtiges Ereignis eingestuft und offiziell dem bayerischen Umweltministerium gemeldet. In dem Formular, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt, heißt es zwar, dass das Untersuchungsergebnis "im Wesentlichen nur Toleranzen im Rahmen der Messung zugerechnet" werde. Aber zugleich ist davon die Rede, dass eine "thermische Ermüdung" der Leitung - also ein Verschleiß - nicht auszuschließen sei.
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Ein möglicher Schadensfall im Atomkraftwerk Grafenrheinfeld beunruhigt die Grünen. (© dpa)
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Für Eon ist das kein Widerspruch. "Die Bewertung des Messergebnisses durch unsere Experten, aber auch durch das Umweltministerium und den TÜV Süd hat eindeutig ergeben, dass es sicherheitstechnisch völlig unbedenklich ist", sagt eine Unternehmenssprecherin. "Deshalb haben wir den Reaktor nach der Routinekontrolle ja wieder anfahren dürfen." Im Zuge weiterer Untersuchungen sei man dann im Dezember zu der Erkenntnis gelangt, dass das Messergebnis auch auf einen Materialfehler oder Verschleiß der Leitung hindeuten könnte. "Gewissheit erlangen wir aber erst", so die Sprecherin weiter, "wenn das Teil im März ausgetauscht wird."
Im Umweltministerium sieht man ebenfalls keinerlei Sicherheitsrisiko in Grafenrheinfeld. "Das Kernkraftwerk war zu jedem Zeitpunkt sicher." Dies hätten auch der TÜV Süd und die Reaktorsicherheitskommission (RSK) bestätigt. Der vormalige RSK-Chef Klaus-Dieter Bandholz, der das Amt zum Jahreswechsel abgab, erklärte unterdessen, dass die Beratungen in der Kommission keinerlei Bedenken gegen den Weiterbetrieb des Reaktors bis zu dem geplanten Austausch des Bauteils im März 2011 ergeben hätten.
Die Grünen sehen jedoch "etliche Ungereimtheiten" und fordern eine umfassende Aufklärung des Vorfalls im Landtag. In Schweinfurt sorgt der mögliche Schaden für große Verunsicherung. 90 Prozent der Schweinfurter wohnen in zehn Kilometer Umkreis um das Atomkraftwerk. "Wir fühlen uns massiv bedroht", sagte der SPD-Fraktionschef im Stadtrat, Joachim Schmidl. "Und betrachtet man die aktuelle Lage, dann ist das offenkundig nicht nur ein Gefühl."
Die Probleme im Atomkraftwerk würden wie so oft nur scheibchenweise eingeräumt, es bleibe der Eindruck, "dass es da etwas zu verheimlichen gibt", sagt Schmidl. Auch die Schweinfurter Bürgerinitiative gegen Atomanlagen äußert sich empört. Das Unternehmen verfahre stets auf gleiche Weise: "Verheimlichen, vertuschen und dann Stück für Stück zugeben. Eon hat nicht einen Funken dazugelernt", erklärt Marc-Dominic Boberg, der auch Chef der Grünen im Stadtrat ist. Der Verschleiß des Meilers, der 1982 ans Netz ging, sei nicht länger zu verheimlichen.
Der von der CSU dominierte Schweinfurter Stadtrat hatte im Juni 2010 eine Resolution gegen die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke verabschiedet - das in Grafenrheinfeld soll noch bis 2028 am Netz bleiben. Zu den Unterzeichnern gehörte auch Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU). Inzwischen haben sich weitere CSU-geführte Kommunen in der Region gegen die Laufzeitverlängerung ausgesprochen. Auch der Würzburger Stadtrat verabschiedete eine Resolution.
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(SZ vom 18.01.2011/sonn)
Rekord in Deutschland
Die neueste Antwort
Wenn die Umgebung verseucht wird und die Bayern CSU wie immer den Knall aus Landschaftspflege Gründen der Atomverstromer nicht gehört haben werden die Wähler in Bayern endlich aufwachen!
65% gefährlich erzeugter Atomstrom im Netz in Bayern!
Bis zum Gau!
Und dann wird Bayern wieder zum Finanzausgleich Nehmer Land!
Waren sie eh immer bis zur Wende!
Selbstverständlich bescheinigt der TÜV seinem Anteilseigner EON Betriebssicherheit. Und sebstverständlich wird hier auch ein Umweltministerium, welches euphemisierend die Laufzeitverlängerung als Meilenstein in der Energiewende darstellt, nicht querulieren.
Jetzt wird wieder über Messwerte diskutiert um die Menschen ruhig zu stellen!____________ Ärzte fordern drastische Verbesserung des Strahlenschutzes
dpa | 22.04.2010
Herford - Die Vereinigung der Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) hat eine massive Verbesserung des Strahlenschutzes bei deutschen Atomkraftwerken gefordert. "Kinder unter fünf Jahren haben ein deutlich erhöhtes Krebsrisiko, wenn sie in der Nähe von Atomkraftwerken wohnen", erläuterte Reinhold Thiel, IPPNW- Vorstandsmitglied, der Deutschen Presse-Agentur. "Je näher ein Kleinkind an einem Atomkraftwerk wohnt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es an Krebs oder Leukämie erkrankt."
Thiel berief sich auf die 2007 veröffentlichte Kinderkrebsstudie KiKK, die das Mainzer Kinderkrebsregister im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz erstellt hatte. "Seit dem Erscheinen der Studie hat sich an der Situation nichts gebessert. Konsequenzen wurden auf die lange Bank geschoben." Atomkraftgegner haben für Samstag in Norddeutschland eine über 100 Kilometer lange Menschenkette zwischen den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel geplant, um gegen die Verlängerung der AKW-Laufzeiten zu demonstrieren.
Kritiker der Kinderkrebsstudie sagen, die Strahlung müsse tausendfach höher sein, um Krebs auszulösen. Dabei werde aber nicht beachtetet, dass ein Embryo wesentlich strahlenempfindlicher sei als ein Erwachsener, meinte Thiel. Vor der am Freitag in Herford beginnenden IPPNW-Mitgliederversammlung (bis 25. April) forderte er, künftig alle Messwerte zu veröffentlichen. "Bis heute sind sie Betriebsgeheimnis der Betreiber und damit nicht der öffentlichen Forschung zugänglich." Zudem würden den Kontrollbehörden lediglich gemittelte Messwerte übermittelt. Es sollten aber künftig auch die Spitzenwerte erfasst werden. "Schon eine einzelne Abgabe-Spitze kann bei einem strahlensensiblen Kind Leukämie auslösen."Quelle Verivox