Betrügerische Abrechnungen kosten die Krankenkassen jährlich Millionen. Auf einer neuen Homepage kann man auch anonyme Hinweise gegen Betrüger geben.
Betrügerischen Ärzten und Patienten soll jetzt früher das Handwerk gelegt werden. Dazu haben die AOK Bayern und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) im Internet eine gemeinsame Kommunikations-Plattform eingerichtet, auf der Hinweisgeber ihren Verdacht äußern können - auf Wunsch auch anonym.
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Screenshot der neuen Plattform "Gemeinsam gegen das Schweigen". (© Foto: www.aok.de/bayern)
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Zu den typischen Delikten im Gesundheitswesen zählen unter anderem der Chipkarten-Betrug, Falschabrechnungen durch Ärzte sowie die Abgabe minderwertiger Produkte oder die Fälschung von Rezepten.
"Versicherungsbeiträge dürfen nicht in den falschen Taschen landen", sagt Helmut Platzer, Vorstandsvorsitzender der AOK Bayern, zur Einrichtung dieser Internetseite. "Das ist ein wichtiger Schritt zu mehr Transparenz im Gesundheitswesen", betont KVB-Chef Axel Munte.
Bislang sind auf der neuen Plattform - erreichbar unter www.aok.de/bayern oder www.kvb.de - nur fünf Beiträge angekommen. "Zum größten Teil sinnlose Beschwerden", sagt KVB-Bereichsleiter Peter Einhell, zuständig für die Abrechnung ärztlicher Leistungen. Einer habe sich zum Beispiel über die "Denunzianten-Plattform" beschwert. "Wir sind davon ausgegangen, dass sich hier einige austoben", sagt Einhell. Dennoch sei die Plattform ein wichtiges Hilfsmittel, Betrügern auf die Spur zu kommen.
Allein durch den Missbrauch der Chipkarte gehen Bayerns Gesundheitswesen im Jahr schätzungsweise 150 Millionen Euro verloren. Die KVB betreibt seit Ende 2004 eine "Stelle zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen", die in Straubing angesiedelt ist. Diese kam zum Beispiel einem Arzt auf die Spur, der angeblich in Ostbayern ein Medizinisches Versorgungszentrum aufbaute, in Wirklichkeit aber in einer anderen, weit entfernten Stadt an einem Krankenhaus arbeitete.
Der Arzt wurde bei der Staatsanwaltschaft wegen Betrugs angezeigt. Der Großteil der in Bayern tätigen Ärzte rechne aber seriös ab. "So wahnsinnig viele Missbrauchsfälle sind es letztlich doch nicht", sagt Einhell.
(SZ vom 22.01.2008/maru)
Die neueste Antwort
Die Chipkarten können doch nur deshalb von einer Person an die nächste weitergegeben werden, weil sich kaum ein Arzt noch zusätzlich den Personalausweis zeigen lässt. Ist auch ein zu hoher Zeitaufwand, die Daten auf einer Chipkarte mit einem Perosnalausweis abzugleichen.
Die Einführung von Fotos auf den Chipkarten wurde auch nicht realisiert und zudem werden angeblich verlorengegangene Chipkarten von der Krankenkasse nicht gesperrt.
Wie weit kann man die Tür noch aufmachen?
Das nenne ich fahrlässiges Vorgehen. Nachdem die Chipkarten im Prinzip eine ähnliche Funktion wie Kreditkarten haben - Geld für Plastik - müssen auch die Sicherheitsvorkehrungen genauso hoch angelegt werden. Aber Geldgier macht blind und deshalb bleibt bei der Aktion der AOK ein sehr fader Beigeschmack.
Eigentlich wäre es ganz einfach: der Arzt überreicht dem Kassenpatienten eine detaillierte Rechnung, auf der jeder erkennen kann, welche Leistungen er grade (angeblich) erhalten hat und was diese kosten. Der Patient unterzeichnet, dieser Beleg wird an die Krankenkasse zwecks Kostenerstattung geschickt.
Dies bedeutet:
1. Kostentransparenz für den Patienten,
2. Abrechnungsbetrug wird wesentlich erschwert,
3. der teure Verwaltungswasserkopf namens Kassenärtzliche Vereinigung würde weitgehend überflüssig.
Warum gibt es das bis heute nicht? Siehe Punkte 2. und 3.
Die Staatsanwaltschaft ist mit Siemens dermaßen überlastet, dass eindeutige, wenn auch kleine- in der Summe dann aber doch zehntausende Euro ausmachende- Korruptionsfälle in München nicht weiter verfolgt werden.
Ich kann derzeit nur empfehlen : Bestechen, bestechen----