Gesundheit In Krankenhäusern fehlen Pflegekräfte

Der Mangel an Pflegekräften setzt auch Bayerns Krankenhäusern zu. Längst bleiben in einzelnen Häusern Betten unbelegt, weil es am Pflegepersonal fehlt. Franz Stumpf, der Vorsitzende der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), rief am Freitag Gewerkschafter, Pflegeverbände, Krankenkassen und die Politik dazu auf, "in einer gemeinsamen Kraftanstrengung" junge Menschen für diesen Beruf zu gewinnen.

"Wenn wir nicht handeln, wird sich die Situation verschärfen", warnte er auf der BKG-Mitgliederversammlung in München. Speziell an die Gewerkschaft Verdi gerichtet, sagte der BKG-Vorsitzende, das Personalproblem in der Krankenpflege sei "inzwischen überall in der Öffentlichkeit und der Politik angekommen". Weiteres Anprangern der Arbeitsbedingungen an Kliniken sowie Streiks würden nicht mehr weiterhelfen. Nach Ansicht von Verdi soll es künftig verboten sein, "dass einzelne Beschäftigte 48 und mehr Patienten in einer Schicht alleine versorgen müssen". Auch sollten die Auszubildenden "nicht mehr als billige Arbeitskräfte zur notdürftigen Überbrückung der Personalmisere herangezogen werden". Wie Christian Bernreiter, der Präsident des Bayerischen Landkreistags, jüngst erklärte, habe nach den neuesten Auswertungen des Statistischen Bundesamts zwischen 1991 und 2016 in den Krankenhäusern zwar die Zahl der Patienten um 34 Prozent zugenommen, die Zahl der Pflegekräfte sei heute "aber fast gleich wie vor 25 Jahren".

Stumpf forderte ein Umdenken: Um die Probleme von Bayerns Kliniken zu lösen, von denen nun 44 Prozent ein Defizit befürchten, müsse endlich ihre "überwiegend segensreiche Arbeit" in den Mittelpunkt gerückt werden. Krankenhäuser dürften "nicht länger als missliebiger Kostenfaktor behandelt werden".