Gerichtsurteil für Zugspitzgebiet Pisten frei für Tourengeher

Im Streit um die Nutzung von Skipisten an der Zugspitze haben Skitourengeher einen kleinen Sieg errungen: Die Pisten müssen für sie freigegeben werden. Sofort nutzen können sie sie dennoch noch nicht.

Aus Naturschutzgründen dürfen drei Pisten im Zugspitzgebiet nicht für Skitourengeher gesperrt werden. Das entschied das Verwaltungsgericht München am Freitag. Es gab der Klage eines Skitourengehers recht. Der 32-jährige Förster hatte auf das von der bayerischen Verfassung garantierte Recht auf freien Naturgenuss gepocht.

Die Tourengeher dürfen die Skipisten jedoch trotz des Urteils vorläufig nicht nutzen. Dem steht eine Anordnung des Marktes Garmisch-Partenkirchen im Weg. Gegen diese sind Anträge auf eine einstweilige Verfügung bei einer anderen Kammer des Verwaltungsgerichts anhängig, über die noch entschieden werden muss.

Die Sperrungen der Skiabfahrten Hausberg-, Kreuzeck- und Osterfeldergebiet hatte die Bayerische Zugspitzbahn durchgesetzt. Das Tourengehen ist dadurch nur in "Randzeiten" - hier bis 10 Uhr vormittags - zulässig. Die Seilbahnbetreiberin argumentierte mit dem Risiko der Skifahrer, die durch die Tourengeher behindert würden. Das Unternehmen befürchtet Umsatzeinbußen.

Die Richter hatten bereits in der mündlichen Verhandlung eingewandt, das Problem sei mit dem geltenden Naturschutzrecht nicht zu lösen. Pistensperren aufgrund von Sicherheitsproblemen seien "eine Frage des Sicherheitsrechts". Die Kammer hat gegen ihre Entscheidung Berufung zugelassen.