Breites Maßnahmenpaket der Staatsregierung gegen rechte Gewalt: Unter anderem plant die CSU Pflichtbesuche für Schüler in KZ-Gedenkstätten.
Der angeblich von einem Rechtsextremisten verübte Anschlag auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl war erst ein paar Tage alt, da rief Ministerpräsident Horst Seehofer die Gegenoffensive aus. Binnen Tagen mussten seine Minister Vorschläge für eine Initiative gegen Rechts zusammentragen, er selbst forderte: "Wir müssen der rechtsextremistischen Krake jetzt Paroli bieten." Am kommenden Montag soll das Kabinett ein "Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus" verabschieden.
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Zahlreiche Demonstranten protestieren in Passau gegen einen Neonazi-Aufmarsch. (© Foto: dpa)
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Eine zentrale bayerische Informationsstelle, mehr Aufklärung an Schulen, stärkeres Augenmerk auf aussteigewillige Neonazis und ein weiterer Anlauf für ein Verbot der rechtsextremistischen Partei NPD - die Palette der Ideen ist breit. Noch sind nicht alle Details zwischen den Ministerien ausdiskutiert, doch über die Grundlinien habe man sich am Freitag geeinigt, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der Süddeutschen Zeitung.
Da trafen sich die zuständigen Minister . So solle bis zum Sommer beim Landesamt für Verfassungsschutz eine Informationsstelle aufgebaut werden, gekoppelt mit einem Internetportal: "Bayern gegen Rechtsextremismus". Diese werden gebündelt alle einschlägigen Informationen parat haben, "so dass jeder hingehen kann, der Probleme hat mit Rechtsextremisten, und dort Ansprechpartner oder Material bekommt", wie Herrmann sagt. Bislang gibt es so etwas in Bayern nicht. Zentral sei auch die Präventionsarbeit an Schulen, sagt der Innenminister. Man wolle Jugendliche "so erziehen, dass sie gar nicht erst anfällig werden für rechtsextremistisches Gedankengut". Dazu werde das Kultusministerium als Ziel vorgeben, dass jede Schulklasse zumindest einmal ein früheres Konzentrationslager oder das NS-Dokumentationszentrum besuche.
Zugleich will die Staatsregierung aber auch den Druck auf die rechte Szene verstärken. Vermehrt werde der Verfassungsschutz potentiell aussteigewillige Rechte ansprechen, verkündet Herrmann. Seit 2001 habe es im Rahmen des bayerischen Aussteigerprogramms 450 solcher Kontakte gegeben, am Ende habe man insgesamt 60 Aussteiger verbuchen können.
Herrmann will zudem ein altes Problem der deutschen Strafverfolger angehen - die Tatsache nämlich, dass in Deutschland strafbare Internetseiten einfach von US-amerikanischen Servern aus betrieben werden, ohne dass die Verursacher dafür belangt werden können. "Da wollen wir mit der Botschaft der USA darüber reden, wie wir die grenzüberschreitende Rechtshilfe verbessern können", kündigt Herrmann an. "Es ist nicht nachvollziehbar, dass Dinge wie die Auschwitzlüge in Amerika problemlos verbreitet werden können und über das Internet nach Deutschland reingetragen werden."
Von rechtsextremistischen Straftaten ist Bayern nach Herrmanns Worten nicht übermäßig betroffen. Bezogen auf die Einwohnerzahl lag der Freistaat da im Jahr 2007 unter den 16 Bundesländern an zwölfter Stelle. Auch bei der Zahl rechtsextremistischer Gewalttaten nahm Bayern seit 2003 stets einen der letzten Plätze im Ländervergleich ein, bezogen auf die Einwohnerzahl. 2008 sei die Zahl der Gewaltdelikte bundesweit konstant geblieben und in Bayern um ein Viertel zurückgegangen, erklärt Herrmann.
Und auch ein neues NPD-Verbotsverfahren will der Freistaat vorantreiben, obwohl der Koalitionspartner FDP wenig davon hält. Da es derzeit aber weder im Bundestag noch im Bundesrat eine Mehrheit dafür gebe, werde es damit in diesem Jahr wohl nichts mehr, räumt Herrmann ein. "Es wäre auch nicht klug, das in den Bundestagswahlkampf hineinzutragen." Die bayerische FDP-Landesvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat sich gegen ein neues NPD-Verbotsverfahren ausgesprochen. Sie sehe keinen Erfolg für einen neuen Anlauf, sagte Leutheusser-Schnarrenberger dem Hamburger Abendblatt.
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(SZ vom 07.01.2009/jkr)
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Die neueste Antwort
der likud in israel bezeichnet sich als rechtsnational.
aber was jupiter erlaubt ist, geziemt dem ochsen noch lange nicht.
wieso darf man sich nicht als rechts oder national bezeichnen?
Das Wort a n g e b l i c h steht für "es wird davon gesagt/geschrieben" oder "es wird so behauptet".
Will der Leser der SZ das eigentlich wissen oder will er allmählich wissen, was es denn mit dieser Tat tatsächlich auf sich hat?
Wenn die SZ weiterhin nur angesagte Vermutungen veröffentlicht, hat das keinerlei Informationsqualität.
Alles andere Beabsichtigte ist alter Wein in auch nicht mehr neuen Schläuchen. Macht's oder lasst es, Ergebnisse wird es nicht zeitigen.
Das kann ich ja garnicht glauben, daß Sie links gewesen sind. Unvorstellbar daß Ihr Hirn diesen Kraftakt leisten konnte. Sind Sie sicher, daß Sie auf einer zweispurigen Autobahn waren oder war es nicht doch eine einspurige Autobahn.