sueddeutsche.de: Haben Sie sich an der Ausarbeitung des Wahlprogramms der Freien Wähler beteiligt? Familienpolitik sollte eines Ihrer Themen sein.

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Plädiert für mehr Volksbefragungen: Gabriele Pauli. (© Foto: oH)

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Pauli: Ich habe jetzt nicht an den einzelnen Formulierungen mitgeschrieben, aber wir haben unsere Vorstellungen und Ideen verglichen und es gab große Übereinstimmung.

sueddeutsche.de: Wie machen Sie eigentlich Wahlkampf, Frau Pauli? Verteilen Sie in Nürnberg Handzettel und stehen hinter einem Infostand?

Pauli: Nein, ich mache in ganz Bayern Wahlkampf und trete etwa beim Volksfest in Karpfham auf. Es ist ja nicht so, dass man mit meinem Namen nichts anfangen kann. In Franken und rund um Nürnberg war ich als Landrätin schon vor der Stoiber-Affäre 18 Jahre lang engagiert und bekannt, da muss ich mich nicht mehr groß vorstellen. Ich glaube, die Menschen können gut einschätzen, wofür ich stehe. Dennoch bin ich auch in Mittelfranken bei Veranstaltungen präsent.

sueddeutsche.de: In Umfragen liegen die Freien Wähler bei sieben Prozent. Welches Ergebnis erwarten Sie am 28. September?

Pauli: So wie ich die Stimmung erlebe, überspringen wir auf alle Fälle die Fünf-Prozent-Hürde. Schwer zu sagen, wie viel es genau werden wird. Das beeinflusst meinen Wahlkampf auch nicht. Ich mag das Wort "Wahlkampf" gar nicht. Es geht doch eher darum, sich einzumischen und für Argumente zu werben. Es ist ein lohnendes Ziel, die Freien Wähler in den Landtag zu führen und dadurch für mehr Offenheit im Freistaat zu sorgen. Die Freien Wähler sind ja keine normale Partei mit geschliffenen Politikern, sondern hier sitzt der gesunde Menschenverstand, der gebraucht wird.

sueddeutsche: Sie werden Ihren gesunden Menschenverstand als Abgeordnete im Maximilianeum einbringen?

Pauli: Es ist in Ordnung - egal, wie es für mich persönlich ausgeht. Jetzt stecke ich voll im Wahlkampf und in fünfeineinhalb Wochen wird man sehen, ob es reicht.

sueddeutsche.de: Wenn es nichts wird mit dem Landtag, gehen Sie dann in die Wirtschaft? Sie sprachen früher von einigen Angeboten.

Pauli: Das wäre eine Option, aber ich warte erst mal ab. Ich habe da keine Sorgen. Auf meiner Homepage steht nicht ohne Grund der Spruch aus dem Matthäus-Evangelium: "Seht die Vögel des Himmels: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?"

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(sueddeutsche.de/jja)