Und das, obwohl Sie sich gerade als bundesweite Alternative in der Euro-Krise profilieren wollen?

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Seehofer ist auch in Bayern Regierungschef und redet in Berlin mit. Mit einer Landtagsfraktion im Rücken hat man auch bundespolitisch Gewicht. Anders als die CSU sind wir ja bundesweit organisiert. Die CSU ist also provinzieller als wir.

Mit welchen Köpfen wollen Sie denn bundesweit antreten - hat Karl-Theodor zu Guttenberg schon angefragt?

Nein, aber Sie sind ungefähr der Dreißigste, der danach fragt. Nein, danke, wir haben kein Interesse an Guttenberg. Ich sehe ihn da ein Stück weit als männliches Gegenstück zu Gabriele Pauli. Der soll's bei der CSU versuchen oder was Eigenes gründen.

Es gibt viele andere Prominente, die im Zusammenhang mit Ihnen genannt werden, weil sie Interesse an einer neuen bundesweiten Partei haben könnten: Henkel, Sarrazin, Gauweiler, Merz . . .

Sarrazin und Gauweiler schließe ich jetzt mal aus. Mit Henkel werde ich ja am 19. Dezember im Haus der Bundespressekonferenz auftreten. Sein Interesse an uns ist offensichtlich, aber das muss nicht heißen, dass er bei uns kandidiert. Mir ist wichtig: Wir kommen in der Wirtschaftswelt an. Es gibt eine Vielzahl von Leuten aus der Wirtschaftsszene, die Union und FDP in der Sackgasse sehen. Diese Alternative wollen wir gerne sein, ohne jetzt alle Enttäuschten aufsammeln zu wollen.

Sind Sie dann die neue Euro-Skeptiker-Partei?

Eher die Euro-Rettungs-Partei. Ich bin kein Euro-Feind, aber ich bekämpfe die Auswüchse. Das Erpressungspotential der Märkte auf den Euro müssen wir lösen, die Dominanz der Finanzmärkte muss zurückgefahren werden. Das heißt: starke Regionalbanken und keine sich verselbständigenden Spekulationsgeschäfte. Das Motto muss lauten: Wer ins Casino gehen will, kann das tun. Aber wenn er ohne Jacke herauskommt, hat er eben Pech gehabt und kriegt von uns keine neue.

Wenn es in Berlin für Sie nicht klappt und in Bayern auch nicht: War's das dann mit der Aiwanger-Ära?

Das Risiko zu verlieren hat ja jede Partei. Ich habe keine Angst vor dem Scheitern. Selbst wenn wir nicht beim ersten Anlauf in den Bundestag kommen: Für mich ist es schon ein Erfolg, dass wir bundesweit antreten. Für den Landtag mussten wir auch dreimal kandidieren.

In Bayerns Zukunft gefragt: Der Ministerpräsident in zwei Jahren heißt . . . ?

Ich würde da nicht wetten wollen.

Aiwanger?

Da sage ich jetzt weder ja noch nein.

Ude?

Weder ja noch nein. Alles ist möglich.

Auch Seehofer?

Auch das ist möglich. Aber ich würde sagen: unwahrscheinlicher als Ude.

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(SZ vom 09.12.2011/bica)