Franken Nürnberg treffen die Stellenstreichungen bei Siemens am härtesten

Siemens-Fahnen bei der Hauptversammlung in München

(Foto: dpa)

Bis zu 750 Jobs für Facharbeiter könnten wegfallen. Mit dem Niedergang von AEG und Quelle ist die Krise aber nicht zu vergleichen.

Von Olaf Przybilla, Nürnberg

In Nürnberg haben die Pläne von Siemens, mehrere Hundert Stellen zu streichen, Betroffenheit ausgelöst. "Wir haben davon am Mittwoch erfahren und sind geschockt", sagte Michael Fraas (CSU), der Wirtschaftsreferent der Stadt. Allerdings sei der Stadt vom Konzern zugesichert worden, dass der Standort an der Vogelweiherstraße grundsätzlich erhalten bleibe.

Dort werden elektrische Großantriebe hergestellt, unter anderem Anlangen für Ölförderung. Von Stellenstreichungen und Verlagerungen sollen in Bayern insgesamt vier Siemensstandorte betroffen sein. Nürnberg trifft es mit 750 Stellen am härtesten, in Ruhstorf nahe Passau sollen etwa 700 Arbeitsplätze, im unterfränkischen Bad Neustadt an der Saale etwa 350 und in Erlangen etwa 150 Stellen gestrichen werden.

Wie die Stellenstreichungen begründet werden

Die Entwicklung in Nürnberg habe sich allerdings abgezeichnet, sagte Fraas. Bereits vor Monaten seien Stellenstreichungen im Gespräch gewesen. Als Grund dafür wird unter anderem der niedrige Ölpreis genannt. "Für manche ist das ein Segen, für den Industriestandort von Siemens in Nürnberg eher das Gegenteil."

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Der Absatz von Anlagen zur Ölförderung sei in den letzten Monaten eingebrochen. Für die Angestellten sei der Einschnitt dramatisch. Trotzdem hoffe die Stadt nun auf sozialverträgliche Lösungen. Es seien Facharbeiter betroffen, man gehe davon aus, dass viele im Konzern weiterbeschäftigt werden können. Mit dem Niedergang von AEG und Quelle sei die Krise am Nürnberger Siemensstandort aber nicht zu vergleichen.

Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) sagte, dies sei nach "längerer Zeit wieder eine Hiobsbotschaft für den Industriestandort Nürnberg, ein Wetterleuchten des Strukturwandels". Es habe "Vorwarnungen" gegeben. Immerhin sei vom Konzern zugesichert worden, dass "dieser Schritt nicht der Einstieg in den Ausstieg" sei. Der industrielle Kern bleibe erhalten. "Das ist die gute Nachricht", sagte Maly.