Sandra B. kommt mit den Ausweisen aus der Wohnung, sie beobachtet die Attacke auf ihren Mann, sie schreit: "Was soll das", und nimmt sich einen Schreibblock und einen Stift - sie will sich die Namen der Männer aufschreiben. "Da zieht mich der eine Zivilist in den Flur, und dann haben sie mich links und rechts festgehalten. Zu viert standen sie um mich rum, und einer nach dem anderen hat zugeschlagen", berichtet Sandra B. Der zweite Zivilbeamte hat inzwischen Toni B. in den Schwitzkasten genommen. "Ich konnte gar nichts mehr machen", sagt er, "ich hab' immer nur auf die eingeredet, sie sollen aufhören." Mit vereinten Kräften ringen vier Polizisten die zierliche Sandra B. zu Boden und legen ihr Handfesseln an. "Einer", sagt sie, "hat mir das Knie so fest auf den Hals gedrückt, dass ich kaum noch Luft gekriegt habe."
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Josef E. und seine Frau Aloisia waren währenddessen im Keller und hatten nichts mitbekommen. Als sie nach oben in ihre Wohnung gehen wollten, hörten sie aufgeregtes Geschrei im Hausflur im Erdgeschoss und wollten nach dem Rechten sehen. Josef E. sieht seine Tochter und seinen Schwiegersohn, umringt von Polizisten. "Ich rief: ,Was ist da los, kann ich helfen'", erzählt Josef E., der frühere Polizist. "Einer schreit mich an: ,Verschwinden Sie, Sie haben hier nichts verloren.'" Aber Josef E. findet, er habe hier schon etwas verloren. "Ich bin der Hausbesitzer, und das da vorn ist meine Tochter", sagt er. "Da baut sich der eine in Zivil vor mir auf, springt mich ohne ein Wort an und nimmt mich in den Schwitzkasten, aber mit so einer Gewalt, ich hab' gemeint, der bricht mir das Genick."
Dann, sagt Josef E., sei ihm "der Kopf explodiert" - der Mann müsse ihn wohl mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen haben, und er wird für einige Augenblicke ohnmächtig. Als er wieder zu sich kommt, ruft er seiner Frau zu: "Hol den Fotoapparat." "Dann", sagt Josef E., "hat der wieder zugedrückt, und ich bin wieder ohnmächtig geworden. Als ich wieder aufgewacht bin, lag ich am Boden, und der Polizist reißt mich am Arm, dass ich vor Schmerzen fast verrückt geworden bin, und dann setzt er mir das Knie auf den Hals, mit voller Wucht. Da hab' ich mit dem Leben abgeschlossen, so weh hat das getan." Josef E. wird gefesselt.
Inzwischen sind weitere vier Streifenbeamte eingetroffen, dazu ein Hundeführer - insgesamt beschäftigen sich jetzt zehn Polizisten mit der Familie. Frau E. hat inzwischen die Kamera geholt und ein paar Fotos gemacht. Einer der Uniformierten entreißt ihr den Apparat und löscht die Bilder - sie können allerdings später wieder hergestellt werden. "Einer springt mich an und wirft mich zu Boden", berichtete Aloisia E., "und die Blonde" - unter den Streifenbeamten war auch eine Frau - "schlägt mich in die Nieren. Dann weiß ich nichts mehr". Die anderen berichten, dass Aloisia E. anfing zu schreien und nicht mehr aufhörte zu schreien, so lange bis ein Krankenwagen kam.
Zwei Tage später gab das Polizeipräsidium Oberbayern-Süd eine Pressemeldung heraus: "Polizeibeamte wurden bei der Durchführung von Maßnahmen behindert, als sie in einem Mehrfamilienhaus einen Beschluss vollziehen wollten. ( . . .) Aus einer Nachbarwohnung meldete sich eine sehr aufgebracht wirkende Frau zu Wort. Die Eigenschaft der zivilen Polizeibeamten anzweifelnd, ließ sich die Frau auch nach Vorlage von Dienstausweisen und dem Erscheinen uniformierter Kräfte nicht beruhigen. Einer Identitätsfeststellung verweigerte sie sich und fing stattdessen an, die Beamten zu schubsen. Mit weiteren Familienmitgliedern kam es ebenfalls zu Rangeleien. Letztendlich mussten drei Personen gefesselt werden. Erst nachdem sich die Gemüter beruhigt hatten, konnten die Personalien festgestellt und die Handschellen wieder gelöst werden. Ein Beamter wurde am Arm verletzt." Über diese Pressemitteilung hinaus werde sich die Polizei nicht zu dem Vorfall äußern, sagt Jürgen Thalmeier, der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd.
Von den Verletzungen der Gegenpartei steht nichts im Polizeibericht. In der Notaufnahme des Klinikums Rosenheim wurden unter anderem diagnostiziert: Bei Sandra B.: "Stumpfes Bauchtrauma, Distorsion linker Daumen, Distorsion rechtes Handgelenk". Bei Toni B.: "Stumpfes Bauchtrauma". Bei Josef E.: "Schürfwunde rechter Ellenbogen, Schürfwunde rechtes Knie, Schädelprellung mit Prellmarken Stirn und linke Wange". Bei Aloisia B.: "Knieprellung beidseits, Schädelprellung, stumpfes Bauchtrauma".
Man kann ohne Einschränkung sagen, dass sich die Gemüter in den Familien E. und B. bis heute nicht beruhigt haben, insbesondere angesichts des Umstands, dass die Staatsanwaltschaft Traunstein nun gegen Josef und Aloisia E. sowie Sandra und Anton B. Anklage wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte erhoben hat. Das Ermittlungsverfahren gegen die zehn beteiligten Polizeibeamten wegen Körperverletzung im Amt hat die Staatsanwaltschaft hingegen vorläufig eingestellt. Auskunft über ihre Beweggründe für dieses Vorgehen erteilt die Staatsanwaltschaft Traunstein nicht.
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(SZ vom 17.09.2011/bica)
Kuriose Schilder (4)
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Ich kenne einen Polizisten sehr gut. Ich glaube er macht einen guten Job. Dieser hat mir berichtet das er selbst der Meinung ist, in Bayern sind mehr als die Hälfte der Polizisten nur bei der Polizei, um Macht zu besitzen. Um sich über andere erheben zu können und ihren Willen aufzwingen können!
Da fragt man sich doch ob da keine psychologischen Profile erstellt werden? Profile die nicht jeder mit Abitur (oder auch ohne) gleich durchschauen kann!
Wenn du so einen Moment erlebst kannst du nichts machen ausser die Füße still zu halten! Aber ganz ehrlich, man wünscht sich schon diesen Schweinehunden dann mal allein zu begegnen (privat) und man selbst ist in einer netten Gruppe!
Die Polizei hat eben zu wenig Kontrollen. Im Hinterzimmer kann doch jeder machen was er will... bei Aussage gegen Aussage bekommt eher der "nette" Beamte Recht! Früher als Kind war die Polizei für mich Freund und Helfer... heute bin ich froh keinen von denen zu sehen!
Der Beitrag stimmt mich sehr nachdenklich, erlebte ich doch auch schon am eigen Leib wie schnell man aufgrund einer Verwechslung ins Visier der Behörden kommen kann, und ist diesen dann Schutzlos ausgeliefert. Das Auto anhalten rauszerren und dann auf den Boden werfen, mit dem Knie in den Rücken schlagen. Arm verdrehen, und ab in den Polizeibus... dann erst wurde der Ausweis kontrolliert, und dann so nebenbei festgestellt ... der ist das ja gar nicht. Statt einer Entschuldigung wurde nun nach einem Grund für das Vorgehen gesucht und natürlich auch gefunden.... ich bin angeblich zu schnell gefahren und hatte kein Warndreieck im Kofferraum. Dafür habe ich sogar eine Verwarnung bekommen. Leider war ich noch so jung (Führerscheinneuling) und dermaßen verschreckt daß ich mir das hab alles gefallen lassen. Heutzutage würde ich mir die Personalien der beiden Beamten geben lassen und Anzeige erstatten. Kennzeichen verwechseln kann ja passieren, aber das andere hätte es nicht gebraucht.
Der Verfasser des Artikels hat korrekt gearbeitet. Die Pressemitteilung der Polizei ist vollständig wiedergegeben. Die Polizei hat Gelegenheit zu einer weitergehenden Stellungnahme bekommen, von diesem Angebot jedoch keinen Gebrauch gemacht. Entsprechendes gilt für die Staatsanwaltschaft. All dies geht aus dem Text hervor. Von "einseitiger Recherche" kann also keine Rede sein.
...solche Auswüchse bei der Bayerischen Polizei?
Das meist sehr rüde Verhalten allein schon bei Verkehrskontrollen passt hier bestens ins Bild.
Dass nun in trauter EInigkeit und bestem Corpsgeist die Staatsanwaltschaft noch auf die Opfer losgeht, ist ebenfalls nichts Neues.
Die eine Krähe hackt hier der anderen kein Auge aus und in unserem schönen Bayern ist dieses Problem besonders augenfällig.
Ich wünsche den Opfern die Kraft und den Willen, die Sache zur Not bis zum EuGH für Menschenrechte durchzukämpfen und der Spezlwirtschaft einen Pflock einzuschlagen.
Gruß,
M.
Die letzten beiden, die ich kennenlernen durfte, sahen aus wie Raver nach einer Woche non-stop Party. Wenn solche Subjekte an meiner Türe klingeln würden, würde ich nicht öffnen. Wenn so einer versuchen würde, einen Fuss in die Tür zu setzen... ich weiss nicht wie ich reagieren würde. Allerdings bin ich sehr sicher, dass der Ausgang *wesentlich* unterschiedlich zu dem im Artikel aussehen würde, ich bin keine zierliche Frau, ich kann mich wehren.
Egal *wer* in meine Wohnung eindringt und [potentiell] meine Familie bedroht: er wird es bereuen. Versprochen.
Paging