Bei Flockes erstem Auftritt vor Besuchern hält sich der Andrang in Grenzen. Die Nürnberger Zoodirektion will aus dem Eisbärenbaby eine Klimabotschafterin machen. Doch irgendwie klappt das noch nicht so recht.
Allmählich beginnt es, hinter den Hügeln des Tiergartens zu dröhnen, in der Ferne erhebt sich ein surrendes Geräusch, das immer lauter wird. Bald kommen die Ersten über die Kuppe vor Flockes Behausung. Es sind die Fernsehleute, hinter sich ziehen sie kleine Wägelchen her, in denen Stative und Kameras verstaut sind. Immer mehr werden es. Geschäftig laden sie ihre Ausrüstung aus, rufen aufgeregt in ihre Handys und bauen sich auf der Tribüne vor Flockes Gehege auf.
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Die wenigen Zuschauer, die gekommen waren, fanden Flockes ersten Bauchplatscher ziemlich süß. (© Foto: ddp)
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Bald fällt ihnen auf, dass auf der Tribüne außer Journalisten kaum andere Besucher stehen. Die Zuschauer verteilen sich in kleinen Grüppchen versprengt zwischen den Fernsehleuten. Rund 500 Menschen fänden auf der Tribüne vor Flockes Gehege Platz, 430 Journalisten waren am Vortag gekommen, am Mittwoch sind höchstens 100 Menschen da, "die meisten davon Journalisten", sagt Tiergartendirektor Dag Encke.
Anfangs wollte Encke keine Knut-Manie, doch dann hat der Zoodirektor nachgegeben. "Die Leute wollen einfach 'süß' schreien und dann glücklich nach Hause gehen", sagt Encke. In Berlin gab es durch das dortige Eisbärenbaby im vergangenen Jahr einen Rekord von drei Millionen Besuchern. Die Mehreinnahmen durch Knut lagen im sechsstelligen Bereich. So rechnet nun auch der Nürnberger Zoo mit 25.000 Besuchern an guten Tagen, insgesamt will man in diesem Jahr dank Flocke 200.000 Menschen mehr als sonst begrüßen, das wäre eine Steigerung von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
"Süß" schreien die wenigen Zuschauer zwar nicht, als das Eisbärenbaby kurz nach neun Uhr in sein Gehege tapst, es ist eine Mischung aus entzückten "Ooochs" und "Uiiis". Flocke hoppelt hinter ihrer Pflegerin her, überall schnüffelt die junge Eisbärin, inspiziert ihr Gehege. Jede Bewegung wird von den Kameras der Zuschauer festgehalten.
Die Besucher kommentieren, was Flocke macht: "Hat sie da vielleicht etwas gefunden?", "Ob sie mit dem Rindenstück spielen möchte?", "Ja, was sucht sie denn da?". Immer wieder hört man ein verzücktes "Oooch", dann reibt sich Flocke etwa am Boden und streckt ihre vier Beine in die Luft.
Lesen Sie auf Seite 2, was sich der Nürnberger Tiergarten einfallen ließ, um mehr Menschen zu Flocke zu locken
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Gewalt in Syrien
Die neueste Antwort
hm vielleicht war es also Wunschdenken, dass sich die Sueddeutsche aus diesem Themengebiet raushält.
Aber ist der -Wir-bringen-alles-wenn-es-nur-genügend-Geld-bringt-Ansatz nicht der Weg, der bei der Bild(lichen) Zeitung endet?...Natürlich verkaufen sich Zeitungen besser die auf dem Aufmacher ein süßes, sexy, was auch immerBild haben. Aber doch nur in einer Zielgruppe, die wie ich bisher dachte nicht unbedingt zur Sueddeutschen greift..
Daher meine Frage im Betreff meines ersten Kommentars...
@bartlpe: *lol* es gibt nur einen Grund: GELD...:) Für die Zoos und Berichterstatter ist er scheinbar sinnvoll...für uns unnachvollziehbar...
Natürlich ist Flocke süß, genau wie damals Knut und heute ebenso Willbär (der sich glücklich schätzen darf, dass er nicht als Werbeträger missbraucht wird).
Der Nürnberger Zoo versucht doch nur auf den fahrenden Eisbären-Baby-Zug aufzuspringen und möglichst viel Geld mit einem kleinen Tier zu machen, dass sich eh nicht wehren kann.
Und dazu gehört (leider) auch die Vermarktung über Zeitungen...sowie auch bei der Süddeutschen, bzw die Süddeutsche macht auch noch gut Geld damit :)
Man sieht ja, was für Flocke schon alles auf die Beine gestellt wurde: Online-Shop, Shirts, Geschirr blablabla
Geld dürfte der einzige Grund sein, für diese überaus "großzügige" Berichterstattung...
Ich finde es schade, dass Tiere für solche Zwecke missbraucht werden...
Allerdings kann man sich darauf einstellen, dass der Hype eh bald wieder abklingt. War bei Knut auch nicht anders...er wurde größer, verlor das Teddybär-Gesicht, spielte im Matsch und riss seine 10 Karpfen; wer interessiert sich heut noch für ihn: Keiner..
Mit Flocke wird's genauso gehen...und es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Berichterstattung wieder eingestellt wird.
Ist nunmal so...es ist nur interessant, so lang sie klein sind und hilflos wirken...ein deutliches Zeichen unserer immer verrohenden Gesellschaft, die es mit den eigenen Haustieren oft nicht anders hält. Man verliert den Respekt vor einem Tier...und das ist einfach nur traurig.
Nix dagegen, dass man mal einen Bericht über Knut & Konsorten liest...aber ich würde mir wünschen, dass es dann doch eher informativ ist, eine Art Aufklärungscharakter über eben diese Tiere hat, anstatt, dass jeder Atemzug, jeder Platscher ins Wasser etc von ihnen dokumentiert werden muss...
Das täte auch den Menschen gut, die mal unsere Gesellschaft darstellen werden: Unseren Kindern...
Nachdem ich mich die letzten Tage in der Papierausgabe der SZ über die tolle Berichterstattung zum Thema Knut/Flocke (wie auch immer) ärgern durfte, liegt es mir sehr daran, zu wissen warum selbst eine - meiner Meinung nach - qualitativ hochwertige Tageszeitung diesen Schmarrn mitmacht.
Was ist an jeder Bewegung eines jungen Tieres dran, dass sich selbst die SZ dazu verpflichtet fühlt, das Kindchen-Schema der Leser wiederholt zu aktivieren.
Von einer anderen großen Tageszeitung Deutschlands ist man das gewöhnt, aber bei der SZ schockiert es mich zunehmend...
MfG aus München
ps: Wer mich über sinnvolle Gründe aufklären kann, sei willkommen..