Polizistenmord von Augsburg Verdächtiger soll bereits früher einen Polizisten getötet haben
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Zugriff unter höchster Geheimhaltung: Zwei Monate nach den tödlichen Schüssen auf den Polizisten Mathias V. in Augsburg hat die Kripo nun zwei Männer festgenommen. Die Tatverdächtigen sind einschlägig vorbestraft. Einer der beiden Männer ist angeblich schon einmal wegen Mordes an einem Polizisten verurteilt worden.
Der Mord an einem 41-jährigen Polizisten in Augsburg ist möglicherweise aufgeklärt: Zwei Monate nach der Tat nahmen Spezialeinsatzkommandos der Münchner Polizei am Donnerstagmittag in Friedberg und in Augsburg zwei Verdächtige fest. Die Männer seien völlig überrascht gewesen und hätten keinerlei Widerstand geleistet, teilte die Staatsanwaltschaft Augsburg mit.
Zwei Monate nach der Tat gelingt der Polizei der Fahndungserfolg: Im Fall des Augsburger Polizistenmordes haben die Ermittler an diesem Donnerstag zwei Verdächtige festgenommen. Im Bild: Das Haus in Friedberg bei Augsburg, in dem einer der Männer sich beim Zugriff aufhielt.
(Foto: dapd)Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks handelt es sich bei einem der Festgenommenen um einen Mann, der schon einmal wegen Mordes an einem Polizisten verurteilt worden ist. Die Tat liegt mehr als 30 Jahre zurück.
Am Donnerstag wurden die Verdächtigen im Polizeipräsidium Schwaben-Nord vernommen, parallel dazu gab es in Augsburg umfangreiche Durchsuchungsaktionen. An diesem Freitag sollen die beiden dem Haftrichter vorgeführt werden. Über das Motiv für die Tat herrschte bis Donnerstagabend noch Unklarheit.
Die Festgenommenen waren zuvor offenbar schon länger im Visier der Sonderkommission "Spickel". Zivilbeamte hatten sie über Tage hinweg beschattet. Nach Angaben der Polizei stammen sie aus dem Augsburger Kriminellenmilieu und sind einschlägig vorbestraft. "Das sind keine unbescholtenen Bürger", sagte ein Beamter der SZ.
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Den Informationen des BR zufolge hatte einer der Männer im März 1975 einen 31-jährigen Polizisten an der Autobahnraststätte Augsburg-Nord mit einem Schuss ins Herz getötet. Der Täter war zu lebenslanger Haft verurteilt worden, er kam nach 18 Jahren wieder frei.
Entgegen ersten Vermutungen gibt es offenbar weder zur rechtsradikalen Szene noch zur Russen-Mafia Verbindungen. Zu ihrer Identität wollte die Kripo am Donnerstag mit Blick auf die laufenden Durchsuchungen keine Angaben machen: Aus ermittlungstaktischen Gründen könne man noch nichts sagen, erklärte Augsburgs Kriminalpolizei-Chef Klaus Bayerl. Details wollen Polizei und Staatsanwaltschaft an diesem Freitag auf einer Pressekonferenz bekanntgeben. Daran werden auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Justizministerin Beate Merk teilnehmen.
Ministerpräsident Horst Seehofer äußerte im BR seine Genugtuung über die Festnahme der Verdächtigen: "Wir haben möglicherweise einen Fahndungserfolg. Das freut mich ganz besonders", sagte er. Die hohe Leistungsbereitschaft, die Geduld und die Hartnäckigkeit der Ermittler hätten sich ausgezahlt.